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Bio-Ethanol: Zwischen faulem Kompromiss und flotter Idee

In Skandinavien sind Fahrzeuge mit Ethanol-Antrieb der große Renner. Auch auf den jüngsten Automessen war der Ökoantrieb ein heißes Thema. Hat Ethanol auf dem Kraftstoffmarkt eine echte Chance?

Viele Antriebsexperten sind sich einig: Da die Durchsetzung von alternativen Antrieben wie Hybrid, Wasserstoff oder BTL (biomass-to-liquid) noch längere Zeit in Anspruch nehmen wird, hat der Ethanolantrieb in der Automobilindustrie durchaus eine Chance. Die Technik, Weizen in Bio-Ethanol umzuwandeln und diesen als Kraftstoff in Ottomotoren zu verbrennen, ist vorhanden. Vorteil: im Gegensatz zu anderen Zukunftstechnologien hält sich der technische Aufwand im Rahmen und ist preiswert umzusetzen. Der Ökotrend scheint aus den USA über Skandinavien zunehmend auch nach Zentraleuropa zu schwappen. In Deutschland sind mit dem Saab 9-5 Biopower und zwei Varianten des Ford Focus Flexfuel bereits mehrere Modelle auf dem Markt. Weitere sollen folgen.

Motorsteuerung passt sich dem Kraftstoff an

Die GM-Tochter Saab zieht beim 9-5 Biopower bewusst nicht allein die Ökokarte. Der Saab kann E85-Ethanol in einem beliebigen Verhältnis tanken. Ähnlich wie beim Ford Focus misst die Lambda-Sonde die genaue Zusammensetzung des Kraftstoffs und stellt die Motorelektronik variabel ein. Der Fahrer merkt davon nichts. Wer reinen Biokraftstoff mit einem organischen Anteil von 85 Prozent tankt, kann sich Dank der erhöhten Oktanzahl 111 in der schwedischen Limousine über ein sattes Leistungsplus freuen.

Der zwei Liter große Turbomotor steigert seine Standardleistung von 110 kW / 150 PS dann auf 132 kW / 180 PS. Das kann sich zusammen mit den verbesserten Fahrleistungen sehen und fahren lassen. Spitze 210 km/h, 0 auf Tempo 100 in 8,6 Sekunden. Der Saab 9-5 Biopower beginnt bei 32.500 Euro. "Unsere Motorsteuerung passt sich automatisch dem gerade verwendeten Typ Kraftstoff an", so Kjell Bergstörm, Präsident der Saab Automobil Powertrain AB. Variabel werden Zündzeitpunkt und Kraftstoff-Luft-Gemisch überwacht. Der Fahrer merkt von dem System im Fahrbetrieb nichts.

Höherer Verbrauch gleicht niedrigen Preis aus

Etwas anders sieht es beim kompakten Ford Focus Flexfuel aus. Auch er kann Ethanol in einem variablen Mischungsverhältnis schlucken. Die Motorleistung des 1,8 Liter großen Vierzylinder ist mit 92 kW / 125 PS je nach Betankung jedoch unverändert.

Gleiches gilt für Höchstgeschwindigkeit und Spurtpotenzial. Unverändert die Höchstgeschwindigkeit von knapp 200 km/h. 0 auf 100 schafft der Kölner in 10,7 Sekunden. Der Focus kostet als Basisversion rund 18.000 Euro, ist jedoch auch als Kombi und Minivan C-Max zu bekommen. Signifikante Nachteile haben die Fahrzeuge jedoch beim Durchschnittsverbrauch. Bio-Ethanol hat einen deutlich geringeren Energiegehalt als Benzin. Das um rund 35 Prozent geringere Leistungsvermögen von E85 müssen die Fahrzeuge mit einem erhöhten Kraftstoffverbrauch ausgleichen. Der Saab 9-5 verbraucht im Alltagsbetrieb rund zwei Liter auf 100 Kilometern mehr; beim Ford Focus Flexfuel sind es sogar mehr als drei Liter. Der geringere Kraftstoffpreis macht das ganze jedoch fast zu einer Nullrechnung.

Das notwendige Tankstellennetz fehlt

Bleibt abzuwarten, ob sich bei den aktuellen Vorgaben viele Konsumenten für ein Fahrzeug mit Ethanolantrieb entscheiden werden. Das Gewissen wird durch die Nutzung regenerativer Energie zwar geschont, doch die Geldbörse spürt die Öko-Entlastung kaum. Der günstige Literpreis bei Ethanol von rund 90 Cent wird von dem spürbar erhöhten Kraftstoffverbrauch nahezu ausgeglichen. Noch problematischer: Im Gegensatz zu Skandinavien ist das nötige Tankstellennetz real in Deutschland derzeit noch nicht existent. Daher bleibt abzuwarten, wie viele Tankstellen in den nächsten Jahren E85-Ethanol ins Programm aufnehmen. Damit steht und fällt der Erfolg.

Stefan Grundhoff/Press-Inform

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Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.
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