HOME

Callaway C16: Heißer als die Hölle

Wenn Corvette-Fans das Kürzel C16 hören fallen sie augenblicklich auf die Knie und danken, dass sie ein Mann geworden sind. Ihr Guru heißt Reeves Callaway. Zusammen mit seinem Sohn Pete baut der Kalifornier Amerikas ultimativen Sportwagen.

Michael Specht

Noch immer gilt sie in den USA als der "Real McCoy", der einzig wahre Sportwagen, die Corvette. Amerikas Auto-Ikone aus Fiberglas, seit mehr als ein halbes Jahrhundert. Selbst wenn sie gegen die etablierte Porsche-Ferrari-und-Co-Fraktion aus Europa nie so richtig Land sah.

Bis 2005. Da wendete sich das Blatt. General Motors präsentierte seine Corvette Z06, ein 500 PS starkes Hightech-Gerät mit knackigem Design und verblüffend guten Fahrleistungen. Und dies zu einem relativen Schnäppchenpreis, der mit 75.000 Dollar die ähnlich motorisierte Konkurrenz teilweise um mehr als die Hälfte unterbot. Kein Wunder, dass diese "Vette" ausverkauft ist und hinterhältige Händler fette Aufpreise kassieren, wenn ein Kunde sie sofort haben möchte. Als gute Alternative hat sich unter den Corvette-Fans allerdings längst der Name Callaway herum gesprochen, genauer: Reeves Callaway. "Unser Kunde bekommt mehr Leistung, ein Top Fahrwerk von Eibach und vor allem standfestere Bremsen", sagt Reeves. "Und, er kann zwischen Coupé und Cabrio, zwischen Sechsgang und Automatik wählen". Erstaunlich: Eine derart bearbeitete Corvette kostet immer noch weniger als die Serien-Z06.

Reeves Callaway, ein Turbo-Typ

Schon in den 70er- und 80er-Jahren baute Reeves Turbolader für den BMW 320, Golf, Porsche 924 und Audi 4000 (hieß bei uns Audi 80). Alfa Romeo bat ihn schließlich, ob er nicht für den 2,5-Liter-V6 im GTV einen Twinturbo entwickeln könne. Eines dieser Autos wiederum bekam General Motors in die Hände. Callaways Qualität überzeugte den Detroiter Autohersteller und Reeves Firma (sitzt in Conneticut) erhielt den Auftrag, auch die Corvette mit einem Twin Turbo auszustatten (1987 bis 1991), um sie zum schnellsten amerikanischen Auto zu machen. Vorsichtig startete man mit 50 Exemplaren, verkauft wurden schließlich zehn Mal so viel – zum doppelten Preis des Serienmodells.

Heute gilt der 59-jährige Ingenieur als der Corvette-Veredler schlechthin. Mit dem C12 (1997 bis 2004) verpasste Reeves der Corvette erstmals auch ein komplett neues Kunststoffkleid. Aus Homologationsgründen. Denn Callaway schickte seine Corvettes zum berühmten Langstreckenrennen, den 24 Stunden von Le Mans. Der C12 allerdings fand aufgrund seiner ausladenden Maße (zwei Meter breit) nur wenig Käufer.

Stilbruch: Tigra-Rückleuchten

Ganz anders präsentiert sich nun der Nachfolger, der C16, der Ende vergangenen Jahres auf der Los Angeles Motor Show vorgestellt wurde. Er behielt die Breite der Serien-Corvette, ein wenig verlängert wurden nur Front und Heck. Dennoch ist das Design der gesamten Karosserie neu. Es stammt aus der Feder des kanadischen Designers Paul Deutschmann, der seit 20 Jahren mit Callaway zusammenarbeitet und auch die Le-Mans-Rennwagen entworfen hat. "Wir haben die Linien der Covette etwas weicher gestaltet, das Heck nicht ganz so abrupt enden lassen". Original ließ Deutschmann nur die Scheiben, das herausnehmbare Dachteil und die Außenspiegel.

Großen Einfluss auf die Optik haben dabei auch die seitliche aufgesetzten C-Säulen, lassen der Luft die Möglichkeit, zwischen Heckscheibe und Blende hindurch zu strömen. Nicht minder schlecht stehen dem C16 die runden Einzelrückleuchten. Reeves: "Beim Vorgänger haben wir Opel-Tigra-Leuchten eingebaut. Das kam nicht an bei der Kundschaft. Diesen Fehler müssen wir nicht wiederholen".

Beschleunigung wie ein Dragster

Bestens ankommen dürfte allerdings, was sich unter der Haube des C16 verbirgt. Ein Sechsliter-V8, den ein Eaton-Kompressor (die Amis nennen das Ding Supercharger) 616 PS einbläst und der dabei ungeheure 790 Newtonmeter entwickelt. Verantwortlich dafür zeichnet Reeves Sohn, Peter. "Mit dem C16 schlagen wir den Ferrari 599 Fiorano in allen Punkten", sagt der 24-jährige. "Wir sind schneller, leichter und kosten weniger". Die Kraftentfaltung des C16 gleicht einem Dragster. Erst bei 332 km/h ist Ende der Fahnenstange. Nach nur 3,3 Sekunden sind Tempo 96 km/h (60 mph) erreicht, doch sind diese Zahlen mehr theoretischer Natur. Nur Profis sind in der Lage, den Apparat mit optimalem Schlupf und Drehzahl zu beschleunigen. Viel wichtiger ist die Elastizität. Egal, in welchem Gang der Motor fährt, schon ein leichter Tritt aufs Gaspedal wird mit einem unglaublichen Schub beantwortet, weit jenseits von dem, was für den normalen Corolla-Fahrer vorstellbar ist. Dabei setzt die Kraft äußerst geschmeidig ein, bereits bei 1900/min liefert der Kompressor seine volle Leistung ab, hält sie bis 6500/min. Kurze Zwischensprints machen süchtig. Nicht zuletzt, weil der Klang des mechanischen Laders zusammen mit dem V8 ein Konzert veranstaltet, wie es besser nicht sein könnte.

Superleichte Carbon-Räder

Als Rennprofi weiß Reeves Callaway, mit dieser Leistung wäre das Serienfahrwerk der Corvette überfordert. Unterm C16 stecken Alcon-Bremsen mit sechs Kolben in den vorderen und vier in den hinteren Bremszylindern. Der deutsche Federspezialist Eichbach (hat seit 20 Jahren auch einen Sitz in Südkalifornien) liefert die entsprechende Bodenhaftung für den C16, ohne aber den Komfort auf der Strecke zu lassen.

Felgen-Freaks dürften leuchtende Augen bekommen, wenn sie sehen, welches Schuhwerk Reeves Callaway seinem C16 anzieht. Es sind 19- und 20-Zoll-Speichenräder, bei denen der Mittelteil ein Neunspeichen-Kranz aus Magnesium bildet und das Felgenbett aus Carbon besteht. Das Gewicht liegt mit acht Kilogramm fast 50 Prozent unter dem gewöhnlicher Aluminiumfelgen. Vorne kommen spezielle Yokohama-Reifen der Größe 295/30 R 19 und hinten 345/25 R 20 zum Einsatz. Leider waren bei der ersten Testfahrt noch die Corvette-Serienräder montiert. Die Hightechteile steckten noch irgendwo im Bauch eines Frachtflugzeuges aus England, trafen erst mit ein paar Tagen Verspätung ein.

Leder und Federn aus Deutschland

Einen weiten Weg hat auch der gesamte Innenraum des Callaway C16 hinter sich. Das Maßschneidern der Veloursteppiche und sämtliche Lederarbeiten lässt Reeves seit rund 15 Jahren in Deutschland fertigen, beim Interieur-Spezialisten Reinald Mattes in Bietigheim-Bissingen. Danach riecht es im Cockpit wie in einem Bentley.

"Vor Ende des Sommers wird allerdings keine C16 bei uns verfügbar sein", sagt Importeur Ernst Woehr, Geschäftsführer von Callaway Competition GmbH in Leingarten. Noch sind einige Homologations- und TÜV-Hürden zu nehmen. Auch ein Preis sei noch nicht kalkuliert. Wer das volle Package mit 616 PS, Mattes-Leder, Recaro-Sitzen, Le-Mans-Bremsen, Eibach-Fahrwerk und den breiten Carbon-Fiber-Rädern ordert, zahlt in den USA zurzeit etwa 190.000 Dollar. Kein Schnäppchen, aber dafür ist man auch wesentlich exklusiver unterwegs als in einem Lamborghini oder Ferrari.

Wissenscommunity

Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.
Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.