Das Team Die Abenteurer auf dem Weg von Peking nach Berlin


Wer sind die Männer, die auf chinesischen Motorrädern mit deutscher Uralt-Technik 12.000 Kilometer bewältigen wollen? Welche Erfahrungen haben Sie und welche Chancen?

Peter Schaumburg, der Teamleader

Ohne ihn hätte die Tour nie stattgefunden. Unermüdlich und mit der Erfahrung eines Chefkochs der Kempinski-Gruppe, der in Peking 160 Angestellte kommandiert, stellte er Packlisten und Essensvorräte zusammen, besorgte 120 Kilo Ersatzteile, Karten, Zelte und Motorradhelme. Peter Schaumburg, 38, wurde in Kassel geboren. Der Hesse arbeitet seit 22 Jahren in der Hotelindustrie und war in einem Dutzend Hotels in vier Kontinenten angestellt, unter anderem in Amerika, Australien, England, Korea und Schweden.

Schaumburg ist ein Perfektionist, der innerlich vor Wut kocht, wenn seine Angestellten eine Brise Salz zuviel in die Suppe werfen.

Er verfügt über mehr als zwanzig Jahre Motorraderfahrung und hat große Touren in Europa und Australien hinter sich. Mit seinem langjährigen Freund Rene Egle fuhr er regelmäßig durch die Westberge bei Peking. Als letzte Vorbereitung für die Peking-Berlin-Ralley bewältigten die beiden im vergangenen Jahr die Distanz von England nach Deutschland.

Peter Schaumburg ist 1, 91 Meter groß und wiegt 90 Kilo. Seit einem Jahr ist er mit der Chinesin Xuefei verheiratet.

Rene D. Egle, der Ruhige

Auch nach hunderten von Kilometern über Schotterpisten mit Schlaglöchern sieht Rene Egle nach einmal Duschen und Körperpflege am Abend immer wie aus dem Ei gepellt aus. Die Frauen drehen sich gerne nach ihm um. Rene Egle, 40, stammt aus Löffingen im Schwarzwald. Nachdem er vor neunzehn Jahren den Mototrradführerschein erworben hatte, fuhr er zunächst eine Herkules Ultra, ein Moped. Seine erste chinesische Yangtse, Chang Jiang, kaufte er sich im April 1999. Inzwischen gehören ihm zwei weitere Maschinen.

Seit mehr als zwanzig Jahren arbeitet der Badenser in der Hotelbranche, zuletzt fünf Jahren für die Kempinski Gruppe und das Swiss-Hotel in Peking. Mitte der achtziger Jahre kellnerte auf dem Kreuzfahrtschiff "MS Europa", fuhr 1000 Kilometer den Amazonas hinunter bis Manaos in Brasilien. "Das war irre spannend. Trotzdem ist diese Motorradralley das größte Abenteuer meines Lebens", sagt er.

Seit Anfang diesen Jahres ist Egle der zweite Mann nach dem Direktor im Shangri-La Hotel in Jakarta, der Hauptstadt des Inselstaates Indonesien. Rene Egle ist 1, 88 groß und wiegt 87 Kilo.

Richard George, der Terrier

Rick, wie alle den Briten nennen, hat die Energie eines Atomkraftwerkes. Er platzt regelrecht vor Kraft. Beim Essen bricht er regelmäßig die Stäbchen in Stücke. Wenn ihm beim Fahren zu heiß wird, kippt er sich einfach eine Flasche Mineralwasser aufs schüttere Haar, steuert die schwere Maschine dabei mit einer Hand.

Richard George, 49, wurde in Sussex in England geboren und arbeitete als Geologe und Bohrtechniker zehn Jahre lang in der Ölindustrie. 1994 startete er in Hongkong sein eigenes Telekommunikationsunternehmen. Er ist der Aufsichtsratsvorsitzende von Unigel Telecommunications. Rick kaufte sein erstes Yangtze-Seitenwagen-Motorrad vor zwei Jahren und überführte es nach England.

Richard George ist 1, 60 groß und wiegt 65 Kilo.

Shang Jinguo, der Mechaniker

Ohne Shang würde das Team nie in Berlin ankommen. Der gelernte Mechaniker hat sich seit zwanzig Jahren auf das Seitenwagen-Motorrad Yangtze spezialisiert. Seit 1990 hat er eine Werkstatt mit Verkaufsraum in Peking. Seine Kunden sind meist Ausländer, die den Oldtimer-Charme der Yangtse lieben, die nach dem Vorbild der R 71, einer Dreißiger Jahre BMW noch heute in China gebaut wird.

Shang ist 1, 70 groß und wiegt 75 Kilo. Er ist verheiratet und hat einen sechzehnjährigen Sohn.

Matthias Schepp, der Chronist

Matthias Schepp, seit 1999 der Asienbürochef des Stern, hat keine Motorraderfahrung. Er fährt die einfachen Strecken und oft im Seitenwagen. Dann hält er sein Notizbuch in der Hand und macht Notizen. Schepp, 40, wurde in Mainz geboren, studierte dort und in Dijion/Frankreich Geschichte, Politik und Philosophie. Er arbeitete acht Jahren für den Stern in Moskau und eröffnete 1999 das Pekinger Stern-Büro. "Endlich einmal langsam durch die beiden Länder zu fahren, durch die ich solange im Flieger gejettet und Auto gefahren bin, ist eine wunderbare Sache", sagt Schepp.

Schepp, der neben Englisch, Französisch und Spanisch, Russisch und Chinesisch spricht, hilft dem Team beim Übersetzen. Für stern.de schreibt er ein Reisetagebuch über die 12 000 Kilometer lange Ralley von Peking nach Berlin. "Es ist faszinierend wie unterschiedlich der Kommunismus in den beiden kommunistischen Riesenreichen stirbt", sagt er. "In China langsam durch Reformen, in Russland schnell durch die Revolution Boris Jelzins." Matthias Schepp ist 1. 96 groß und wiegt 97 Kilo. Er ist mit der russischen Pianistin Marina verheirate. Die beiden haben zwei Söhne, Max, 2, und Moritz, 4.

Gerd George, der Fotograf

Der zuletzt zum Team gestoßene Fotograf ist ein Glücksfall für die Ralley. Außer seiner Kodak-Digitalkamera, der Contax und der Fuji-Mittelformat-Kamera beherrscht er auch das Motorradfahren perfekt. Gerd George, 44, fährt seit dreißig Jahren Motorrad. "Ich habe mit vierzehn immer die Schlösser von den Mopeds der Freundinnen meines älteren Bruders geknackt und bin mit denen rumgefahren", erinnert er sich.

Gerd George wurde in Reutlingen in Schwaben geboren. Er liebt alle Arten der schnellen und riskanten Fortbewegung. Im Jahr 2000 machte er seinen Flugschein, ein halbes Jahr später eine Ausbildung zum Kunstflieger. Der begeisterte Sportler reitet, taucht, klettert und fliegt gerne mit dem Drachen in den Alpen. Wenn einer der vier Motorradfahrer müde wird, steigt er selbst für Stunden auf die Yangtse. "Das Motorrad ist im Grunde eine alte Gurke, die wie ein junger Hund in alle Richtungen zieht, nur nicht dahin wo man möchte", sagt er. "Es ist herrlich damit zu fahren."

Gerd George ist 1,74 Meter groß und wiegt 67 Kilo.


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