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Audis Zukunftspläne: So plant Audi die Zukunft

Audi schaltet bei der E-Mobilität zwei Gänge höher und setzt sich bei der Entwicklung der Brennstoffzelle an die Spitze des VW-Konzerns. Überraschendes gab es auch zur Zukunft des Dieselmotors.

Rupert Stadler sitzt fest im Sattel

Rupert Stadler sitzt fest im Sattel

Der neue VW Phaeton wird kommen. Fest steht auch, dass die nächste Version des VW-Flaggschiffs ein E-Mobil sein wird. Die Architektur, auf der das Wolfsburger Vorzeige-Modell basieren wird, kommt aus Ingolstadt. "Natürlich denken wir im VW-Konzern heute schon über die Plattformen nach, auf denen die Autos in der Zukunft basieren werden", sagt der frischgebackene Audi-Entwicklungsvorstand Dr. Stefan Knirsch. So wie es aussieht, wird die Aufteilung bei den E-Architekturen im VW-Konzern analog zu der derzeitigen Strategie ablaufen. Dann würde auch in Zukunft die Entwicklungshoheit des Rohbaus bei den Kleinwagen bis zur Kompaktklasse in Wolfsburg liegen, die Mittel- bis zur Luxusklasse in Ingolstadt und eine sportliche Plattform käme aus Zuffenhausen. Wobei Audi und Lamborghini auch weiterhin bei der Konstruktion von Super-Sportwagen enger verwoben bleiben werden.

So plant Audi die Zukunft
Rupert Stadler sitzt fest im Sattel

Rupert Stadler sitzt fest im Sattel

Interessant ist Audis Strategie bei den Akkus. Während BMW und Mercedes mit dem Gedanken spielen, die Produktion der Batterien-Zellen in die eigene Hand zu nehmen, ist das für den Ingolstädter Autobauer keine Option. Momentan wird der Batterie-Markt von drei Zellenarten dominiert: zylinderförmige 18650-Zellen, die aussehen wie Mignonbatterien, Pouch-Zellen oder prismatische Zellen. Da Audi bei seinen Akkus ohne großen Aufwand von einem Zellentyp zum anderen wechseln kann, weiß sich die VW-Edel-Tochter in einer starken Position gegenüber den Herstellern der Zellen und sieht keine Notwendigkeit, in die Fertigung dieser grundlegenden Batterie-Bausteine einzusteigen. Konsens besteht bei dem Premium-Trio in der Frage, dass auch in Zukunft, das Batteriemanagement und die Leistungselektronik in Eigenregie stattfinden wird. Laut Vorstandchef Rupert Stadler schließen aber die Bayern zukünftige Kooperationen - ähnlich wie beim Kauf des Kartendienst "Here" - nicht aus.

Beim Audi Q6 e-tron ermöglicht Audi übrigens das induktive Laden. In zwei Jahren wird der Tesla-Model-X-Konkurrent auf dem Markt kommen und eine Reichweite von 500 Kilometern haben. Allerdings geht auch Stefan Knirsch davon aus, dass "uns Plug-In-Hybride noch eine Weile erhalten bleiben werden". Die vermeintliche Brücken-Technologie, die die Vorstufe zum rein elektrischen Fahren darstellt, könnte von der gesteigerten Leistungsfähigkeit zukünftiger Batterien profitieren, die sich dann in einer größeren Reichweite beziehungsweise in kleineren Akkus und damit in weniger Gewicht niederschlagen würde. Ungeachtet dessen wollen die Ingolstädter bis 2020 ihr Modellportfolio auf 60 verschiedene Modelle erweitern. Ob der Kunde so viele Derivate braucht, sei einmal dahingestellt. Parallel dazu soll in den nächsten neun Jahren die Flotte der reinen E-Fahrzeuge deutlich aufgerüstet werden.

Die Chefrolle nehmen die Ingolstädter in Zukunft bei der Brennstoffzellen-Entwicklung ein. Da hoffen die Audianer ebenso auf einen Initialschub durch die Bundesregierung, die bis Ende dieses Jahres 50 bis 60 Wasserstoff-Tankstellen errichten will. Die Infrastruktur ist die große Krux bei dieser zukunftsträchtigen Antriebsart. Audi hinkt dabei etwas hinterher, da Toyota und Hyundai bereits Serienmodelle auf der Straße haben. Auch GM und Daimler sind mit ihren Brennstoffzellen-Bemühungen schon weit fortgeschritten.

Nach dem Abschied der Patriarchen Martin Winterkorn und Ulrich Hackenberg hat Rupert Stadler das Heft mit den vier Ringen auf dem Umschlag wieder fest in der Hand. Neben den klassischen Auto-Verkauf ist auch in Ingolstadt die Idee der alternativen Mobilität, wie zum Beispiel das Carsharing, als Teil der Wertschöpfungskette, gereift. Für Rupert Stadler ist klar: "Das neue Premium ist digital vernetzt, effizient, emissionsfrei und ganz im urbanen Lebensstil integriert". Mit dieser Ansicht steht der drahtige Bayer nicht alleine. Das gilt bei den Premium-Autobauern schon lange als gegeben.

Der Dieselmotor und die USA sind aus Audi-Sicht noch lange nicht geschieden. Der neue Vertriebsvorstand Dietmar Voggenreiter hat sich schon zweimal über den Atlantik in die Höhle des Löwens gewagt und ist mit der klaren Botschaft zurückgekommen, dass die "Amerikaner nach wie vor den Diesel wollen". Da passt es ins Bild, dass in Ingolstadt der neue Audi SQ7 TDI, ein Hightech-Dampfhammer-SUV mit einem neu entwickelten Vier-Liter-V8-Motor, 320 kW / 435 PS, 900 Newtonmeter Drehmoment, einem elektrisch angetriebenen Verdichter und eine elektromechanische Wankstabilisierung hat, die dreimal so schnell reagiert, wie die aktuelle, hydraulische Variante. Auch das Bordnetz besteht zum Teil aus der zukunftsträchtigen 48-Volt-Variante. In Zukunft wird es vermutlich auch in Ingolstadt einen elektrifizierten Diesel-Antriebsstrang geben.

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Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.