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Chevrolet HHR 2.4: Capones Zweitwagen

Als der Chrysler PT Cruiser vor Jahren über den Atlantik kam, brach bei Chrysler die erste Retrowelle aus. Nun kommt die zweite: Im Sommer schickt Chevrolet den ähnlich gezeichneten HHR zu uns.

In den USA ist der pausbäckige Chevrolet HHR seit rund zwei Jahren sehr erfolgreich auf den Highways unterwegs. Bereits zum Marktstart wurde gemunkelt, dass der US-Boy wohl auch nach Europa kommen könnte. Der Erfolg des Retro-PT ist selbstverständlich auch der Detroiter GM-Zentrale nicht verborgen geblieben. Nachdem Chevrolet durch eine neue Produktpalette von den Daewoo-Altlasten befreit ist, scheint dort die Zeit reif für den HHR.

Doch: Was ist der Chevy überhaupt für ein Auto? Im wahrsten Sinne des Wortes ein Crossover - und das ganz ohne 4x4. Er ist irgendwo in der Mittelklasse positioniert, hat Anleihen von komakter Limousine, Van und Kombi - alles in einem, alles praktisch und sehr sehenswert.

Wäre die Redewendung vom "Gesicht in der Menge" nicht derart abgegriffen wie der Schalthebel eines 20 Jahre alten BMW E30 - sie würde passen: Erinnerungen an Chryslers PT Cruiser sind selbstverständlich und unvermeidlich. Doch der rundliche HHR ist kraftvoller mit herausgearbeiteten Kotflügeln - und deutlich maskuliner als das Vorbild aus Auburn Hills. Im amerikanischen Straßenbild sieht man den dort gerade mal zwischen 16.550 und 21.500 US-Dollar teuren Familienfreund fast an jeder Straßenecke. Dort ist er zudem ein beliebtes Flottenauto.

Sympathicus Americanus

Besonders die üppig dimensionierten, in die Kotflügel integrierten Rechteckscheinwerfer und der halbkugelförmige Frontgrill fallen ins Auge und bringen dem Chevrolet einen Sympathievorteil, den zuletzt der immer leicht senil grinsende VW Beetle für sich verbuchen konnte. Die hohe Dachlinie ist dabei nicht nur praktisch für die bis zu fünf Insassen, sondern schafft auch den Schulterschluss zum legendären 1949er Chevy Suburban, dem ersten echten Mehrzweckfahrzeug seiner Art.

Fauxpas mit Muscle-Car: Angeber tritt aufs Gas - und verliert Hinterachse

In den USA ist der Chevrolet HHR mit zwei Vierzylinder-Benzinmotoren erhältlich: Basis ist ein 2,2 Liter großer Vierzylinder mit 111 kW/151 PS und einem Drehmoment von 210 Nm. Die Topversion HHR 2.4 leistet 130 kW/170 PS und 228 Nm.

Wenn der Chevrolet HHR voraussichtlich im Spätsommer nach Deutschland kommt, dürfte sich das Kundeninteresse auf den größeren Benziner kaprizieren. Daher ist bei GM im Gespräch, hierzulande nur dieses Triebwerk anzubieten. Modellvielfalt und Importkosten sollen so im Rahmen gehalten werden. Auch bei uns wird der HHR mit einem serienmäßigen Fünfgang-Getriebe von Getrag ausgestattet sein. Optional gibt es eine betagte Viergang-Automatik.

Kein Gediesel

An eine Diesel-Alternative ist derzeit nicht gedacht. Beim Chrysler PT Cruiser ist das Selbstzünderderivat von Mercedes-Benz seit Jahren der unangefochtete Bestseller. Jedoch gibt Chevrolet zu bedenken, dass es aufgrund der begrenzten Kapazitäten kaum lohnen würde, einen Konzerndiesel in den HHR zu implementieren. Dass sich ein Amerikaner aber auch ohne Diesel in die Herzen der europäischen Kundschaft fahren kann, zeigte zuletzt Modelle wie Nissans Murano oder die ersten Produktionsjahres des PT Cruiser.

Im europäischen Markt dürfte der Chevrolet HHR in erster Linie auf die Freunde amerikanischen Automobildesigns gezielt sein. Stärken werden das das großzügige Platzangebot und der günstige Preis sein. Zwar dürften die deutschen Preise deutlich über dem US-Einstandspreis von 16.550 US-Dollar für den HHR 2.2 LS liegen. Doch gerade die Positionierung von Chevrolet und die spärlichen Adaptionen für den europäischen Markt lassen GM einige Möglichkeiten, preissensibel zu planen.

Das dürfte auch für den nächsten Chevrolet gelten, der 2009 an die europäische Haustür klopft: Dann soll der neue Chevrolet Camaro kommen. Die Musclecar-Ikone mit rund 400 PS dürfte Chevrolet ebenso wie beim HHR völlig neue Kundenschichten und ein deutlich höher positioniertes Markenimage geben.

Pressinform / PRESSINFORM

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