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Verwandlungskünstler: Convercycle: mit einem Griff vom Citybike zum langen Lastenrad

Das Convercycle ist ein Verwandlungskünstler, das lange Lastenrad lässt sich ganz einfach auf normale Größe falten. Unterstützen die Löwen das Konzept mit Geld und ihren Kontakten?

Zur besseren Visualisierung wurde der klappbare Hinterbau weiß lackiert-

Zur besseren Visualisierung wurde der klappbare Hinterbau weiß lackiert-

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Auf Distanzen bis zu fünf Kilometern ist das Fahrrad schneller als das Auto, in der City können die Strecken sogar noch länger sein. Doch sobald man mehr als ein Täschchen transportieren möchte, kommt ein normales Rad schnell an seine Grenzen. Abhilfe bieten spezielle Lastenräder. Sie haben nur zwei Nachteile. Zum einen sind sie sehr lang und unhandlich. Werden sie nicht als Lastesel benutzt, macht das Fahren mit ihnen einfach keinen Spaß. Und zum anderen sind klassische Anbieter auch noch ziemlich teuer.

Lastenrad: So verwandelt sich das Convercycle
Zusammengefaltet schrumpft das Rad auf normale Dimensionen. Es lösst sich sogar senkrecht aufstellen und auf dem Klappgelenk abstellen.

Zusammengefaltet schrumpft das Rad auf normale Dimensionen. Es lösst sich sogar senkrecht aufstellen und auf dem Klappgelenk abstellen.

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Beide Probleme löst das Start-up Convercycle aus Deutschland mit einem ganz besonderen Rad: Es lässt sich von einem Bike normaler Länge mit einem Handgriff in ein Lastenrad verwandeln, mit einer großen Gepäckablage hinter dem Fahrer. Obendrein sieht das Convercycle elegant und filigran aus und schafft das, obwohl man 60 Kilogramm in der Schale transportieren kann. Ohne zusätzliches Gepäck wird das Hinterteil des Rades unter in die Ablage geklappt, dann verkürzt sich das Convercycle auf das Maß eines normalen Trekking-Rades mit 28-Zoll-Bereifung.

Zugang zu Kunden 

Derzeit ist das Rad nur auf der Crowfunding-Plattform Indiegogo.com zu bekommen. Mit Hilfe der Investoren aus der "Höhle der Löwen" suchen die Gründer nun Geld und Kontakte, um ihr Rad auch größeren Kundengruppen anbieten zu können.

Eine clevere Idee mit Hingucker-Effekt: Das Convercycle wird als normales Rad mit Muskelkraft und als E-Bike mit 25 km/h Geschwindigkeit angeboten. Der Klappmechanismus erfordert eine Kombination von zwei Ketten und einer zusätzlichen Ritzel-Nabe. Die Umlenkung frisst Energie, aber nicht allzu viel. Das Rad mit Muskelkraft wiegt lediglich 18 Kilogramm, das ist kaum mehr als ein normales Trekking- oder Citybike. Der Antrieb wird durch eine Nabenschaltung unterstützt. Die Räder verfügen über Schutzbleche und Beleuchtung.

Kleine E-Lösung

Möchte man tatsächlich Einkäufe mit 60 Kilogramm transportieren, empfiehlt sich sicher das Modell mit dem Elektromotor. Dort arbeitet ein China-Antrieb von Bafang in der Vorderradnabe. Das ist nicht gerade eine High-End-Lösung, die man für den Preis des Rades aber auch nicht erwarten kann. Die Unterstützung dieses Motors setzt bei Weitem nicht so sensibel ein, wie bei den Motoren von Shimano, Bros oder Bosch, dennoch sind die Antriebe von Bafang solide Motoren. Mit 250 Watt Leistung und 40 Newtonmeter Drehmoment entspricht der Motor den restriktiven Regeln der EU für Pedelecs.

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Günstige Preise

Derzeit sind beide Radtypen des Convercycle über Indiegogo.com sehr günstig zu bekommen. Das Muskel-Rad soll regulär 1799 Euro kosten, bei einer Vorbestellung sind es derzeit nur 1199 Euro. Das Elektrorad 1799 Euro anstatt 2799 Euro. Alle Preise verstehen sich wegen des Angebots über die Plattform Indiegogo.com ohne Mehrwertsteuer. 19 Prozent kommen also noch hinzu.

Einschätzung

Mit dem Convercycle wird eine clevere Idee elegant umgesetzt. Sieht man auf den Preis gibt es ohnehin kaum Alternativen. Ob der Klappmechanismus auf Dauer Probleme mit der Belastung bekommt, kann nur die Praxis zeigen. Das Verwandlungsrad macht dann Sinn, wenn der Lastenmodus nur bei Bedarf benutzt wird.

Jemand, der stets schwere Lasten transportiert, sollte zu einem normalen fixen Lastenrad greifen. Für den Wocheneinkauf und für gelegentliche Lasten passt der Verwandlungsmodus gut. Nur für Kinder klappt das weniger. Wer den Nachwuchs transportiert, möchte die lieben Kleinen meist im Blick haben, und das geht beim Convercycle eben nicht.

Quelle: Convercycle

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