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VanMoof Electrified X2 und S2: Diese E-Bikes wollen die Teslas der Fahrräder sein - wir haben sie ausprobiert

Ein cooles Design, einen ausgefeilten Diebstahlschutz, Steuerung über eine App und einen unsichtbaren E-Antrieb: Die neuen E-Räder von VanMoof lassen herkömmliche Räder alt aussehen. Wir haben sie getestet.

Die neuen Modelle ähneln dem Vorgänger, wurden aber komplett überarbeitet.

Die neuen Modelle ähneln dem Vorgänger, wurden aber komplett überarbeitet.

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VanMoof sorgte vor zwei Jahren für eine Revolution: Die Holländer hatten ein atemberaubend aussehendes Designrad entwickelt – mit einem unsichtbaren elektrischen Antrieb, kompletter Anbindung an eine Smartphone-App und einem cleveren elektronischem Diebstahlschutz. Nun bringt VanMoof eine neue Generation an Rädern auf den Markt – die Electrified X2 und S2. Das S2 entspricht im Aussehen einem flotten City-Renner, nur mit unsichtbarer Strompower. Das X2 ist wesentlich kleiner und fährt auf 24-Zoll-Felgen und besitzt dazu einen kleinen Gepäckträger vorn.

Lesen Sie hierzu auch unseren Artikel zum ersten Bike von VanMoof: "VanMoof Elictrifed S - Trenoli Attiva - E-Bikes im Vergleich - Design-Stück gegen Praktiker"

Komplette Überarbeitung der E-Bikes

Beide Modelle sind von Motor bis Steuerung komplett überarbeitet worden. Manches davon fällt unter unsichtbare Optimierung. Anderes sticht ins Auge: Das Sicherheitssystem ist weiter überarbeitet worden. Ein VanMoof kann man nicht erfolgreich klauen, es ist vernetzt und meldet seinen Standort weiter. Wenn sich der Besitzer nicht mit Bluetooth-Anbindung anmeldet, startet das Rad nicht. Wird es dennoch transportiert, meldet sich jetzt zudem eine kreischende Alarmsirene – außerdem wurde in die hintere Schwinge des Rahmens eine Wegfahrsicherung eingebaut. Ein Tritt auf einen Knopf und schon blockiert ein Bolzen das Hinterrad – will der legitime Besitzer starten, löst sich der Bolzen. Beim Vorserienmodell hakte der Mechanismus noch etwas.

Design-Rad: VanMoof Electrified X2 und S2 – die zweite Generation
Die neuen Modelle ähneln dem Vorgänger, wurden aber komplett überarbeitet.

Die neuen Modelle ähneln dem Vorgänger, wurden aber komplett überarbeitet.

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Abgesehen vom Design ist der Diebstahlschutz der zweite große Pluspunkt der VanMoof-Räder. Darüber wird ein "Peace of Mind Service" angeboten, gegen eine Schutzgebühr genießt man die Dienste von "Bike Huntern", die das Rad wiederbeschaffen, sollte es doch mitgenommen werden. Gelingt ihnen das nicht in 14 Tagen, bekommt der Kunde ein nagelneues Rad.

Optimiertes VanMoof-Design

Front und Heckleuchten wurden überarbeitet und sehen noch besser aus als zuvor. Beide Scheinwerfer sind in den Rahmen integriert. Das Rad wirkt dadurch sehr aufgeräumt, weil die üblichen Kabel und Befestigungen entfallen. Da die Stromversorgung innerhalb des Rahmens verbaut ist, dürften die Lampen praktisch ausfallsicher sein. Optimierungen an Gabel und am Rahmen haben die Zahl störender Schrauben weiter reduziert. Im oberen Rahmenrohr kommuniziert eine Anzeige von kleinen Led-Punkten mit dem Fahrer. Das sieht wirklich sehr cool aus – vor allem wenn es etwas dunkler ist. Bei unserem Ausflug im gleißenden Sonnenlicht ging der "Bling Bling"-Faktor etwas unter.

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Viel hat sich auch beim Akku getan. Die Ladezeit wurde deutlich reduziert: Statt sechs dauert es nur noch vier Stunden, bis die Akkus komplett geladen sind. Gleichzeitig erhöhte sich die Kapazität von 418 Wh auf 504 Wh. Damit hat dieses Rad einen Akku, den man nicht sehen kann, und der dennoch die gleiche Kapazität bietet wie ein System von Bosch. Das sollte für 150 Kilometer Reichweite sorgen, bei sehr flotter Gangart reduziert sie sich deutlich.

Kleiner Wermutstropfen: Wie schon beim Vorgänger lässt sich der Akku nicht zum Aufladen entnehmen. Die VanMoof-Räder sind also nur dann interessant, solange man über einen Abstellplatz mit Steckdose verfügt.

Wie fährt sich das VanMoof?

Design und Technik überzeugen, doch wie fährt sich das Rad? Wir haben es ausprobiert und sind überzeugt. Skeptiker werden sicher sofort den Motor in der Vorderradnarbe bemängeln.

Gemeinhin gilt der Vorderradantrieb als schlechteste Lösung. Das mag in der Theorie richtig sein, doch bei einem City-Bike wie den Rädern von VanMoof ist kein Unterschied gegenüber dem Antrieb des Hinterrades spürbar. Anders wird es auf losem Untergrund und bei Steigungen aussehen, doch die VanMoofs sind eben keine Mountainbikes. Wie schon bei den Vorgängern sehen die Räder sehr kompromisslos aus, fahren sich aber sehr holländisch bequem. Relativ dicke Gummireifen sorgen für eine gute Dämpfung, obwohl keine Federung verbaut wurde. Der zurückgebogene Lenker erlaubt eine bequeme und weitgehend aufrechte Position. Niemand muss sich hier den Kopf verrenken, um den Verkehr im Blick zu behalten.

Die Zweigangautomatik-Schaltung reicht vollkommen aus. Das Rad fährt kraftvoll an, und mit normaler Trittkadenz kann man auch das kleine X2 mit seinen 24er-Reifen auf über 35 km/h beschleunigen.

Boost-Knöpfchen

Sehr schön ist eine Neuerung: Wird mit dem rechten Daumen eine Boost-Taste bedient, bekommt das Rad 50 Prozent mehr Drehmoment und fährt sich deutlich dynamischer. Wir hatten den Daumen bei unserem Ausflug häufiger auf diesem Knopf. Eine weitere Taste lässt eine elektrische Klingel ertönen. Obendrein haben die Räder von VanMoof einen Trick drauf, den sich Großhersteller verkneifen. In der App kann man den Länder-Standort frei wählen, sucht man die USA aus, wird das Rad erst bei 35 km/h und nicht wie vorgeschrieben bei 25 km/h abgeregelt. Legal ist das im Bereich des öffentlichen Wegenetzes nicht.

Fazit

Die neue Generation ist ein großer Schritt nach vorn. Wir finden vor allem überzeugend, wie hier ein spektakuläres Design mit einem sehr entspannten Fahrerlebnis kombiniert wird. Der größere Akku und die ausgefeilte Anti-Diebstahlstrategie gefallen ebenfalls.

Zwei Dinge finden wir weniger schön: VanMoof verbaut mechanische anstelle von hydraulischen Scheibenbremsen, entsprechend schlechter ist das Feedback der Bremsen. Keine Kritik gibt es an der reinen Bremswirkung. Außerdem ist VanMoof beim Kettenantrieb geblieben, unser Meinung nach wäre ein Riemenantrieb die richtige Wahl.

Per Vorbestellung kosten die Räder jeweils 2398 Euro, regulär wird der Preis nun 2798 Euro betragen. Zuvor wurde 3398 Euro genannt. Wir empfinden den Preis von 2398 Euro als attraktiv, kommen 400 Euro hinzu, wird es teurer. Doch für ein Designrad ist auch der reguläre Preis von 2798 Euro angemessen.

Ähnlich wie beim Cowboybike halten wir den Preisaufschlag für das edle Design für gerechtfertigt.

Richtig ist aber auch: Wenn jemand das Clean-Design nichts bedeutet und er auf die App-Anbindung verzichten kann, würde er für das gleiche Geld ein vielseitigeres Rad mit wertigeren Komponenten finden – dann blinken ihm aber auch keine Leds im Oberrohr entgegen.

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