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Oldtimer: Der Militär-Käfer - 50 Jahre VW Kübel

Bundeswehrsoldaten kennen die rustikale Käfervariante unter dem Namen Kübel, obwohl er an sich Kurierwagen hieß. In den USA ist der 181 als The Thing eine Legende. Eine Tour mit dem gelben Spaßmacher quer durch die Südstaaten der USA. 

The Thing VW 181 in den Südstaaten der USA

The Thing VW 181 in den Südstaaten der USA

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Man musste die Feste feiern wie sie fallen und niemand käme auf die Idee, den 50. Geburtstag des VW 181 in Europa zu zelebrieren. In unseren Breiten war der von den meisten Soldaten nur schlicht "Kübel" genannte Kurierwagen nicht viel mehr als ein leichter Geländegänger, den einige Armeen und Hilfsorganisationen als Fahrzeug einsetzten. Zum echten Offroader taugte der VW 181 schon deshalb nicht, weil Bodenfreiheit, Allradantrieb sowie Geländegänge fehlten und die Achskonstruktion eine Mischung aus VW Käfer und Karmann Ghia war. Nachdem der 181 erst nur für offizielle Zwecke gebaut wurde, gab es ihn schließlich auch als kantiges Freizeitmobil. Gibt es ein cooleres Auto für eine Geburtstagtour von der Atlantikküste Floridas bis nach Texas? Fünf Tag quer durch die Südstaaten der USA durch Sumpflandschaften, höchst amerikanische Ferienregionen und so sehenswerte Metropolen wie New Orleans oder Houston.

Oldtimer: Der Militär-Käfer - 50 Jahre VW Kübel
The Thing VW 181 in den Südstaaten der USA

The Thing VW 181 in den Südstaaten der USA

In den USA und speziell in Kalifornien ist der VW 181 eine Legende. Man kennt ihn hier seit den 70er Jahren als kantige Mischung aus VW Beetle und dem Meyers Manxs Buggy. Sein Name: The Thing. Woher der Name kommt, ist einfach zu erklären, denn der 181er sieht eben aus wie ein Ding. Kein Geländewagen, kein Cabrio, kein Beetle und schon gar kein Pick Up - ein Ding eben, dass viele kennen und mindestens ebenso viele noch nie gesehen haben.

Bei der Routenführung sollte man sich vorab davon verabschieden, flott unterwegs sein zu wollen. Der 1,6 Liter große Vierzylinder-Boxer im schnatternden Heck des Thing leistet schmale 28 kW / 44 PS und ein kaum messbares Drehmoment. Bergauf über die zahlreichen Brückenkonstrukte im Süden der USA geht es bei entsprechender Beladung oftmals nur mit Zurückschalten in den dritten Gang und ausdrehen des selbigen. 115 km/h Höchstgeschwindigkeit sind 72 Meilen pro Stunde und die schafft das rund eine Tonne schwere Kantholz nur an guten Tagen. Deutlich besser ist man daher auf den kleinen Landstraßen aufgehoben und wo besser als hier könnte man die unberührte Natur der Südstaaten besser erkunden? Das flatterige PVC-Dach hinten geklappt, die Steckscheiben raus und wenn es ganz mutig sein soll, wird sogar noch die Windschutzscheibe nach vorne gedrückt. Dann stürmt im Innern des Kübels jedoch ein Orkan und der Fahrtwind peitscht ins Gesicht. Doch so kann man die Natur bestens ins sich aufsaugen. Im Heck rasselt emotional aber wenig engagiert der Boxer, der erst 1974 auf immerhin 48 PS erstarkte, während die Umgebung beim Charme des gelben Geburtstagskinds schier aus dem Häuschen ist. An Tankstellen, vor Coffeeshops, beim Einkaufen oder vor Hotelvorfahrten interessiert sich niemand mehr für die in dieser Region ohnehin nur schwer anzutreffenden Luxuskarossen oder Sportwagen. A Star is born - the Thing.

Keine Frage - der gelbe 181 hat die Show im Kasten. Überall. Trucker hupen lautstark, wenn sie einen überholen, Harley-Biker recken den Daumen in die Höhe und steht man erst einmal an einer Ampel kommt man kaum umhin, die begeisterten Zuschauer in das kantige Wellblech eintauchen zu lassen. Hat man die naturbelassene Küstenregion zwischen Tallahassee und Pensacola, die im Herbst letzten Jahres von Hurrican Michael übel zugerichtet wurde, erst einmal hinter sich gelassen, dominieren neben Sümpfen die bunten Pfahlhäuser das Bild entlang der Bundesstraße 98. Das Wetter ist deutlich kühler als erwartet und der starke Wind sorgt dafür, dass man die nicht funktionierende Heizung des VW 181 schmerzlich vermisst. Die Moskitos scheinen die kühlen Temperaturen kaum zu stören, denn sie finden den gelben Lack von The Thing beinahe so anziehend wie das Blut der Insassen beim abendlichen Essen.

Man kann die Südstaaten kaum mit anderen Regionen in den USA vergleichen. Da gibt es in Alabama und in Louisiana die großen Grundstücke mit ihren beeindruckenden Magnolien, die weißen Gartenzäune und mächtige Tore. Size matters - und alles ist ein paar Nummern größer. Das gilt auch für die Autos. Natürlich liebt man Pick Ups und baut in Küstennähe zumeist aus gutem Grund auf mächtigen Pfahlbauten. Regelmäßig gibt es Hochwasser vom lebensspendenden Golf von Mexiko, der Fische, Krebse, Krabben und Co. zu einer ernsthaften kulinarischen Alternative der Steakindustrie werden lässt. Die Zahl der großen Städte ist überschaubar, doch dem Charme von New Orleans und dem Mississippi-Delta kann man sich trotz der Touristenströme nur schwer entziehen. Mardi Grad ist gerade erst eine Woche vorbei, doch gefeiert wird hier jeden Abend. Während der Schaufelraddampfer Steamer Natchez sich zur Dinnercruise verabschiedet, brandet rund um die Bourbon Street das bunte Leben auf. Doch selbst zwischen den vergnügungssüchtigen Touristen fällt the Yellow Thing auf. Der eine oder andere hält ihn in Feierlaune für automobilen Voodoo. Dass der Valet-Parkservice den VW 181 vor dem Hotelportal stehen lässt, weil hier niemand mit einer Handschaltung fahren kann, sichert zusätzliche Aufmerksamkeit und einen schnellen Zugriff aufs Fahrzeug. Um den für Diebe zu erschweren, werden bei der Fahrt die Koffer durch Fahrradschlösser gesichert.

Mit einem Fortbewegungsmittel wie dem VW 181 fällt man hier wohl nicht nur wegen der gelben Lackierung auf, wie ein bunter Hund. Die, die den in den 70ern "The Thing" getauften VW 181 kennen, sind begeistert - nahezu alle anderen wollen ihnen kennenlernen. An der Grenze zu Missouri will sich ein junges Paar lieber mit dem gelben Ding als mit dem Staatenschild fotografieren lassen und träumt davon, den Miet-Sentra einfach einzutauschen. Nicht das einzige Kaufangebot auf der Tour. Beim Tanken werden immer wieder Köpfe in den ehemaligen Armeewagen gesteckt. "How cute", "great" und "what a car" tönt es aus den Mündern der Betrachter, die in Sekunden Fans zu werden scheinen. So viel Sympathie gibt es nicht einmal mit einem historischen VW Beetle oder einem kunterbunten Samba Bus. Dank des 40-Liter-Tanks und einer defekten Instrumentenkombination ohne Tacho, Kilometerzähler und Tankuhr geht es häufiger an die Zapfsäule und die zahlreichen Stopps bei Starbucks und lokalen Kaffeeröstereien sorgt dafür, dass es noch etwas häufiger Kontakt mit den lokalen Bevölkerung gibt.

Natürlich bräuchte der VW 181 mehr Leistung und natürlich sitzt es sich auf den Kunstlederstühlen alles andere als bequem; doch ist es nicht gerade das, was das Autofahren einmal ausgemacht hat? Man bekommt von der Umgebung alles mit. Als das gelbe Cabrio mit einem Zuckeln und Spotzen vor Booth\'s Grocery südlich des versumpften Grand Lake an der Louisina 82 ausläuft, dauert es nur Sekunden und Ladeninhaberin Teme kommt auf die Veranda und fragt, ob sie helfen kann. "Ich habe den Laden hier seit 1957", erzählt die rüstige Seniorin, die einem gleich die lokale Spezialität eine Wurst-Reis-Mischung anbietet, "aber zu dieser Zeit kommen nicht viele vorbei. Ist ja keine Jagdzeit. Was ist denn das für ein Auto? Habe ich noch nie gesehen." Sie hat gleich ihren Sohn herbeigerufen, der in einem betagten Pick Up mit Frau und Tochter anrückt. Er will helfen, doch eigentlich geht es um die Neugier, denn in den letzten Jahren hat es so einen spannenden Besuch wie ein gelbes The Thing hier nicht gegeben. Der vermeintlich leere Tank stellt sich nach dem Auffüllen per mitgeführtem Reservekanister als gar nicht so leer heraus. Stattdessen zickt die Benzinpumpe. Schließlich hat sie nach mehr als zwei Stunden Bastelarbeit nochmals ein Einsehen und steigt wieder ins Geschehen ein. Zum 50. Geburtstag will der VW 181 nicht hier im entlegenen Alligatorparadies seinen treuen Dienst quittieren.

Vorbei am wenig sehenswerten Port Arthur, dem Zentrum der lokalen Petrochemieindustrie geht es durch verschiedene Wildlife Refuges wieder auf die Küstenstraße namens Texas 87, ehe nach der kostenlosen Fährpassage Richtung Galveston die abschließende Fahrt in die texanische Metropole Houston lockt, die so viel moderner und als die letzte Tage und der VW 181 erscheint. The Thing darf sich nach den Strapazen der letzten Tage jetzt erst einmal ausruhen. Wer feiert schon seinen 50. Geburtstag mit einer mehrtägigen Party quer durch die Südstaaten der USA?

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Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.