HOME

E-Klasse Cabriolet: Cabrio für alle Jahreszeiten

Draußen brausen die Frühjahrstürme, drinnen nur die Kopfraumheizung: Das neue E-Klasse Cabriolet von Mercedes ist so windgeschützt, dass sich selbst Frischluftmuffel mal oben ohne auf die Straße wagen.

Von Claudia Pientka

Beim Cabrio gibt es kein "Mal so – mal so". Entweder man ist Cabriofahrer mit Leib und Seele. Oder man ist es eben nicht. Die einen schätzen den Wind in den Haaren, den Geruch des Asphalts und das Rattern der Motoren. Die anderen sind genervt von Abgasen, Lärm und Sturmfrisur. Wer das Auto allein als Transportmittel versteht, das einen schlicht von A nach B bringt, der wird immer etwas zu meckern haben an einem Cabrio: Bei offenem Verdeck zieht’s, bei geschlossenem braust’s und sowieso ist immer zu wenig Platz.

Open-Air-Flair auch für Warmfahrer

Die Entwickler von Mercedes haben sich dieser Knackpunkte angenommen und präsentieren nun mit dem neuen E-Klasse Cabrio einen Wagen, der auch Warmfahrer vom Open-Air-Flair zu überzeugen soll. Umso passender war daher auch die Schlechtwetterfront, die Mallorca bei der Fahrpräsentation überzieht. Es stürmt, regnet und schneit, Teile der Küstenstraße liegen unter einer Schlammlawine begraben und die Zitronen frieren unter Schneehauben. "Aber dank des schlechten Wetters können Sie unsere Gimmicks noch besser testen", befindet Daimler-Vorstand Thomas Weber.

Ihr wichtigstes neues Gimmick haben die Stuttgarter "Aircap" getauft. Es ist eine Windlamelle, die die Insassen des Autos, vor allem die auf dem Rücksitz, vor der Zugluft schützen soll. "Ein Effekt wie im Auge des Sturm", so Weber. Auf Knopfdruck fährt ein Schott aus dem Rahmen der Frontscheibe und leitet den Strom über die Köpfe hinweg. Das sieht von außen zwar nicht schön aus, aber wirkt: Die Zugluft gleitet über die Köpfe hinweg. Stellt man dann noch den "Airscarf", die im Sitz integrierte Kopfraumheizung ein, fühlt man sich tatsächlich als trüge man Schal und Mütze, wenn auch für einen stolzen Preis: Etwa 1370 Euro kostet das wärmende Beiwerk extra.

Die Frisur bleibt in Form - auch bei Tempo 100

Markanter Teil der Grundausstattung hingegen ist das Stoffverdeck – Hardtops werden von echten Cabrio-Fans ohnehin nur belächelt. Ist es geschlossen, vergisst man, dass man in einem Cabriolet sitzt, so still ist es. Zum auf- und zuklappen braucht es gerade einmal 20 Sekunden; stehen bleiben muss man dafür nicht, bis zu 40 km/h sind erlaubt. So braust man eben noch winkend an den Radrennfahrern vorbei, die um diese Jahreszeit mannschaftsweise auf Mallorca trainieren. Und lässt sie im nächsten Moment schon im Regen stehen, während sich der eigene Schirm entfaltet.

Ein Cabriolet für vier Jahreszeiten und vier Personen wollte Mercedes bauen. Zumindest ersteres ist ihnen einwandfrei gelungen. Mit Schal, Mütze, Klimaanlage und Sitzheizung gleitet es sich auch im einstelligen Temperaturbereich gemütlich über die Landstraße, selbst bei Tempo 100 bleibt die Frisur in Form. Auch auf den hinteren Plätzen, dafür sorgt ein zusätzliches Windschott im Heck. Dafür haben Passagieren im Fond mit anderen Problemen zu kämpfen: Ab einer Größe von 1,80 Meter bleibt bei geschlossenem Verdeck nicht mehr viel Kopffreiheit. Zwei, drei Zentimeter mehr hätten auch im Kofferraum nicht geschadet, die fehlen, um einen gewöhnlichen Koffer in Handgepäcksgröße unter den Dachkasten zu schieben. Dennoch sind die 390 Liter Stauraum, bei offenem Verdeck 300 Liter, für ein Cabrio stattlich.

Ein Wecker auf Rädern

Gleiches gilt für die Motorisierung: Zur Wahl stehen drei Diesel von 170 bis 231 PS und vier Benziner von 184 bis 388 PS mit vier, sechs und acht Zylindern. Mindestens 5,4 Liter Diesel oder 7,9 Liter Benzin verbraucht die E-Klasse als Cabriolet, satte elf Liter das Top-Modell E 500. Aber weil man sich darauf besonnen hat, dass offen fahren ja auch irgendwie etwas mit Umwelt zu tun hat, wird der E CGI 200 ab Juni mit einer serienmäßigen Start/Stopp-Funktion versehen. Kosten wird das Einsteigermodell, das Ende März in den Handel kommt, 45.815 Euro.

Dafür fährt man ein Auto, das auch ohne Dach höchste Sicherheitsstandards erfüllt, serienmäßig mit sieben Airbags ausgestattet ist und sich bei Überrolltests mit der E-Klasse Limousine messen kann. Und auch in punkto Sicherheit hat Mercedes noch ein lustiges Extra zu bieten: den Müdigkeitswarner "Attention Assist". Was zunächst nur als leuchtende Kaffeetasse auf der Anzeigetafel erscheint, misst die Lenkbewegungen des Fahrers. Wird dieser müde und weicht vom gelernten Lenkmuster ab, weckt der Assistent den Wegdösenden mit der blinkenden und schellenden Kaffeetasse. Ein Wecker auf Rädern sozusagen.

Wie man bei offenem Dach und frischer Luft einnicken kann, ist eine andere Frage. Vielleicht wird Mercedes mit seiner gelifteten E-Klasse den ein oder anderen Cabrio-Verweigerer bekehren, aber sicher keinen Fan verscheuchen. Denn das Fahren mit offenem Verdeck bleibt trotz allen Komforts ein echtes Open-Air-Vergnügen.

Wissenscommunity

Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.