Fahrbericht: Jeep Commander 5.7 V8 Hemi Hummer light


Der beste Hummer kommt von Jeep. Kantig, knackig und verdammt viel Platz – das ist der neue Commander. So charakterstark hat man schon lange keinen Jeep mehr erlebt. Genau das richtige für alle, die einen echten Kerl in der Einfahrt stehen haben wollen.

Kleiner Aufwand – große Wirkung. Keiner würde unter dem Blechkleid des neuen Jeep Commander einen Grand Cherokee vermuten. Der Commander zeigt sich äußerlich so eigenständig, wie man nur sein kann in der gleichen Familie. Eine kraftvolle Schulter, bullig ausgestellte Radhäuser und nahezu rechtwinklige Formen. Nahezu senkrecht recken sich Chrom-Frontgrill und Windschutzscheibe gegen den Wind. Nein, dieser Bursche ist kein Weichspüler – er will polarisieren und die anderen blassen Modelle von der Straße fegen. Dieser Commander wird bei potenziellen Hummer-Kunden wildern. Dabei ist er mit 4,79 Metern Gesamtlänge kaum größer als der normale Grand Cherokee.

Der Clou: Im Innenraum gibt es Platz für bis zu sieben Personen. Die drei Sitzreihen sind wie in einem Konzertsaal ansteigend angeordnet. Damit auch die Köpfe der hinteren Passagiere genug Platz haben, wurde das Dach durch eine versteckte Stufe erhöht. Und tatsächlich: In der zweiten Sitzreihen haben auch hünenhaft gewachsene Personen genügend Platz für Schultern, Kopf und Knie. Mit zwei Handgriffen klappen die äußeren Sitze nach vorn und geben den engen Einstieg in die dritte Reihe frei. Dort können zumindest Personen bis 1,70 Meter sitzen. Die maximal fünf Fondpassagiere genießen die Fahrt dank ordentlicher Sitze, eigener Becherhalter, Klimatisierung und eines DVD-Entertainmentsystem.

Der Innenraum zeigt sich ansonsten im bekannten Jeep-Look. Doch Premium-Charme wird durch die preiswerten Kunststoffe nicht gerade verbreitet. Immerhin hat der Jeep Commander Annehmlichkeiten wie beheizbare Ledersitze, elektrische Sitzverstellung, Klimaautomatik, diverse Airbags, ESP und eine sauber abgestimmte Fünfstufen-Automatik serienmäßig zu bieten. Wer den Passagieren im Fond etwas Gutes tun möchte, belässt es nicht bei dem optionalen DVD-System, sondern bestellt die beiden Dachluken, die für mehr Licht im Innenraum sorgen.

Auch in Deutschland erfreuen sich Fahrzeuge mit sieben Sitzplätzen einer steigenden Nachfrage. Deutlich interessanter dürfte für viele jedoch die Variabilität des Innenraums sein. Das Kofferraumvolumen variiert je nach Sitzkonfiguration zwischen 170 und 1.950 Litern. Das ist Van-Niveau. Überaus angenehm dabei: der flache Ladeboden.

Unter dem Blech unterscheidet sich der Jeep Commander kaum von der bekannten Grand-Cherokee-Technik. Das Allradsystem Quadra-Drive-II gehört mit seiner anpassungsfähigen Kraftverteilung zu den besten auf dem Markt. Dank Sperren und Untersetzung gibt es auch abseits befestigter Straßen kaum ein Halten. Wir vermissen allein eine Luftfederung. Zudem stört die mitunter laut rumpelnde Hinterachse. Besonders kraftvoll präsentiert sich der Jeep Commander mit dem bulligen 5,7-V8-Triebwerk. 326 PS und 500 Nm (bei 4.000 Umdrehungen) machen den 2,1 Tonnen schweren Amerikaner mit Produktionsstandort Graz zu einem Kraftpaket.

Die Fahrleistungen sind beeindruckend – der Durst allerdings auch. Mit 17 Litern pro 100 Kilometern sollte man kalkulieren. Die Höchstgeschwindigkeit liegt trotz einer Schrankwand-Aerodynamik bei 208 km/h. Kaum zu glauben, dass der eindrucksvolle Amerikaner den Spurt bis zur Tempo-100-Marke in 7,4 Sekunden absolviert. In Europa dürften sich die meisten Kunden jedoch für den prächtigen Dreiliter-Diesel mit 218 PS und 510 Nm entscheiden. Endlich bietet Jeep das Triebwerk auch mit einem serienmäßigen Partikelfilter an. Die Fahrleistungen sind ebenfalls sehr ordentlich, der Durst ist mit knapp elf Litern Diesel pro 100 Kilometer deutlich moderater.

Die Preise für den neuen Jeep Commander stehen noch nicht fest, sollen nach Angaben von Jeep-Sprecher Markus Hauf, jedoch nur ein paar hundert Euro über denen des Grand Cherokee liegen. Ein gut ausgestatteter Jeep Commander Limited 3.0 CRD mit elektrischen Ledersitzen, Klimaautomatik, drei Sitzreihen und Partikelfilter sollte bei rund 48.000 Euro beginnen. Der HEMI sollte auf rund 55.000 Euro kommen. Zu haben ist der neue Jeep Commander ab Mitte des Jahres.

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