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Fahrbericht: Mercedes-Benz GLK 220 CDI: Schlittenhund mit Kanten

Auf Schnee und Eis fühlt sich die kompakte Kraxl-Kante GLK sichtlich wohl. Auch die eigenwillige Optik hat durchaus praktische Vorteile. Wirklich sparsam ist man allerdings nur mit Vierzylinder-Diesel unterwegs.

"Unsere Kunden wollen keinen Softroader", sagt Mercedes-Entwickler Thomas Ruhl über den GLK. Mit Ecken und Kanten präsentiert der sich als kleiner Bruder der G-Klasse - zumindest was die Optik angeht. Das Wichtigste für Daimler dürfte wohl sein, dass der GLK in der Mega-Krise überhaupt Kunden findet. Das neue Modell blieb von den Absatzeinbrüchen allerdings bislang verschont - es gibt reichlich Vorbestellungen und lange Lieferzeiten.

Der kleine Sternträger, der technisch weitgehend auf der C-Klasse basiert, hat auch einiges zu bieten: Eine für diese Fahrzeugklasse übersichtliche Karosserie, ein gutes Platzangebot mit ordentlichem Kofferraum, saubere Verarbeitung und dank "Agility Control"-Fahrwerk mit selektivem Dämpfungssystem auch eine Menge Kurvenspaß.

Als Einstiegsmotor dient der 220 CDI, ein Vierzylinder-Diesel mit 125 kW/170 PS. Der erweist sich im GLK als kultiviertes Aggregat, das mit seinen 400 Newtonmetern Drehmoment selten mit Problemen konfrontiert ist. Schon weit unter 2000 Touren steht die geballte Diesel-Power zur Verfügung und schiebt den 1,8 Tonnen schweren Benz in 8,8 Sekunden auf 100 km/h.

Teurer als die Konkurrenz

Die Siebengang-Automatik schaltet gewohnt ruckfrei und harmonisch, wenn auch beim Kickdown eine ziemlich lange Gedenksekunde den Vorwärtsdrang bremst. Den Durchschnittsverbrauch gibt Mercedes mit 6,7 Litern Diesel pro 100 Kilometer an - das entspricht in etwa den Werten der Basisdiesel von Audi Q5, VW Tiguan oder BMW X3.

Das Allradsystem 4MATIC mit seiner starren Momentverteilung (45 Prozent vorn, 55 Prozent hinten) hat eine Lamellensperre im Zentraldifferenzial, so dass das Moment zwischen Vorder- und Hinterachse auch variabel verteilt werden kann – mit einer maximalen Zuweisung von 70 Prozent an eine Achse. Das sorgt auch auf Eis und Schnee für eine gute Traktion.

Mit 40.341 Euro ist der GLK 220 CDI nicht nur das sparsamste, sondern auch das günstigste Modell des Kompakt-SUV. Aber alles ist relativ: Preislich fährt er dabei selbst der deutschen Konkurrenz immer noch hinterher. Einen Tiguan 2.0 TDI (103 kW/140 PS) gibt es inklusive Allradantrieb schon ab 29.300 Euro, die 170 PS-Version liegt bei 31.625 Euro. Der Audi Q5 2.0 TDI quattro (125 kW/170 PS) kostet 38.300 Euro. Der BMW X3 xdrive 20d (130 kW/177 PS) steht ebenfalls mit 38.300 Euro in der Liste und ist mit Schaltgetriebe noch ein wenig sparsamer als der Benz. Der GLK ist allerdings schon in der Basisversion mit einer Siebengang-Automatik ausgerüstet, denn das serienmäßige Allradsystem 4MATIC gibt es nur in Verbindung mit diesem Getriebe.

Gute Serienausstattung

Die sonstige Ausstattung kann sich ebenfalls sehen lassen. Neben Dingen wie Tempomat, Fahrlichtassistent, CD-Radio mit Multifunktionslenkrad, Klimaautomatik oder Nebelscheinwerfern ist auch das "Agility Control"-Fahrwerk an Bord. Dazu kommt eine umfangreiche Sicherheitsausstattung. Aber es bleibt immer noch reichlich Sonderausstattung übrig, für die man satte Aufpreise zahlen kann – doch abgesehen vom Navigationssystem und Lederausstattung hat der GLK schon das meiste an Bord, was man zum bequemen Autofahrerleben braucht.

Eine abgespeckte Version mit Hinterradantrieb für Leute, die nur die kernige Optik und hohe Sitzposition haben möchten und auf Allrad verzichten würden, gibt es nicht. Als Alternativdiesel steht nur der GLK 320 CDI (165 kW/224 PS) zur Verfügung, mit einem Durchschnittsverbrauch von 7,9 Litern pro 100 Kilometer (Werksangabe). Bei den Benzinern schauen Sparwillige komplett in die Röhre. Kleine Turbo-Benziner, wie man sie etwa beim VW Tiguan findet, haben die Schwaben nicht im Angebot. GLK 280 und 350 (170 kW/231 PS und 200 kW/272 PS) verbrauchen im Durchschnitt mehr als 10 Liter pro 100 Kilometer.

Sebastian Viehmann / pressinform / PRESSINFORM
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Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.
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