Paris-Peking 2 Die Nacht davor


Noch acht Stunden bis zum Start der Langstreckenfahrt Paris-Peking. Mercedes gibt viele Ratschläge mit auf den Weg: Halten Sie sich ans Tempolimit. Bewahren Sie Funkdisziplin. Und vor allem: Nicht verhaften lassen!

Während der Eifelturm im Scheinwerferglanz leuchtet und die Nacht hereinbricht, machen sich 80 Fahrerinnen und Fahrer bereit für den grossen Startschuss am Samstag. Sie kommen aus Japan, China, England, Frankreich - und Deutschland. Insgesamt 360 Fahrer aus 35 Nationen hat Mercedes für den automobilen Gewaltmarsch nach Peking zusammengetrommelt.

Beim Abendprogramm im ehrwürdigen "Automobile Club de France" an der Place de la Concorde drückt DaimlerChrysler-Chef Dieter Zetsche hoechtspersoenlich jedem die Hand. Und die DTM-Fahrerin Susie Stoddart überreicht uns den begehrten Autoschlüssel. Jeder Fahrer bekommt einen - ich werde mit einem Kollegen der Thüringer Zeitung im Wagen Nummer 16 unterwegs sein. Leider bekommen wir das Auto erst morgen früh - noch schnell in Nachtarbeit schäfere Nockenwellen einbauen ist also nicht drin.

Edel-Süffel

Aber, und dass hat Daimler-Chef Zetsche gerade noch einmal betont: Nicht Geschwindigkeit ist das Ziel, sondern ein geringer Spritverbrauch. Schließlich will Mercedes mit der Langstreckenfahrt zeigen, was moderne Dieselmotoren so alles drauf haben.

Übrigens werden wir unser E-Klasse nicht selbst tanken. Sobald wir in Polen ankommen, machen wir sogar um Tankstellen einen grossen Bogen. Denn je weiter es nach Osten geht, desto mieser wird die Diesel-Qualität. Vor allem die beiden Bluetec-Fahrzeuge, die mit von der Partie sind, könnten schlechten Sprit gar nicht verdauen.

Promis im "Bambi-Benz"

Darum hat Sponsor Aral schon Tanklaster vorausfahren lassen, die bis Peking an jeder Etappe für frischen Sprit sorgen. Etwa 90.000 Liter dürften das für alle Fahrzeuge werden. Nicht nur die E-Klasse Fahrzeuge sind mit von der Partie, sondern auch zahlreiche Versorgungsfahrzeuge. Auf dem Weg zum Hotel konnte man G-Klasse Geländewagen schon mal sehen - einer davon sogar mit einem Kamera-Kran.

Unter den Teilnehmern sind Mercedes-Leute und Journalisten aus aller Herren Laender. Aber auch andere Abenteuerlustige, die Mercedes aus 50.000 Bewerbern ausgewählt hat. So ganz ohne Promis geht das Ganze aber nicht ab. Im Bambi-Benz fahren zum Beispiel Kurt und Paola Felix. Sie werden die erste Etappe bis Stuttgart mitfahren. "Normalerweise fahre ich immer zum Ziel und Paola zurück. Aber diesmal werden wir uns wohl abwechseln", sagt Kurt Felix.

Die erste Etappe durch Frankreich nach Stuttgart wird freilich noch ein Kinderspiel. Das wohl Schlimmste, was uns passieren könnte, wäre die übliche Stauhölle auf deutschen Autobahnen. Je weiter wir nach Osten vordringen, desto schieriger wird es allerdings.

Schluss mit Schnapseln

Mercedes hat im Fahrer-Briefing schon mal eindringlich davor gewarnt, Tempolimits und Vorschriften zu missachten. So wird die Promille-Grenze schärfer, je weiter wir gen Osten fahren. Während in Deutschland noch 0,5 Promille im Blut erlaubt sind, ist in Polen bei 0,2 Schluss. Und ausgerechnet - oder gerade - in Russland, wo der Wodka seine Hemat hat, gilt eine eiserne 0,0 Promille-Grenze.

Anhalter darf man auch keine mitnehmen. Und Militärposten hat man nur in Schrittgeschwindigkeit zu passieren. "Lassen Sie sich nicht verhaften", gibt uns Mercedes noch als sehr ernst gemeinten Ratschlag mit auf den Weg. Denn in diesem Fall könne und werde Mercedes nichts für die Fahrer tun.

Nun warten alle gespannt auf den Start. Unsere Wagen sind übrigens mit massenweise Hightech vollgestopft. Doch davon morgen mehr - jetzt heisst es erst mal ab in die Koje - damit es morgen frisch und ausgeruht losgehen kann.

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