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Peugeot Expert: Französischer Packesel im Designerkleid

Der automobile Nachwuchs im Segment der Kastenwagen kommt meist als hässliches Entlein zur Welt und bleibt es ein Leben lang. Ob Wasserwaage oder Siebenlinge im Gepäck, der neue Peugeot Expert ist sowohl als Arbeitspferd als auch als Familienkutsche zu haben.

Von Christian Gebhardt

"Es fehlte bei uns ein sehr kostengünstiges großes Auto", erläutert Peugeot Deutschland Kommunikationschef Thomas F. Schalberger die neueste Kreation der französischen Designer. Wir dürfen gespannt sein. Der Peugeot Expert ist so brandneu, dass die Preise noch nicht feststehen. Macht nichts. Groß ist er auf jeden Fall. Zwischen 4,80 und 5,10 Meter kann gewählt werden. Und er kommt im Doppelpack. Mit dem Expert bedient Peugeot nicht nur die Klasse der kompakten Kastenwagen, sondern auch das PKW-Segment.

Babyalarm! Der Tepee bietet neun Sitzplätze

Als Familien-Kombi Expert Tepee muss dem Kinderwunsch erst beim siebten Schreihals ein Ende gesetzt werden. Vorausgesetzt die Eltern der Rasselbande sind noch an Bord, denn das französische Schlachtschiff bietet Platz für bis zu neun Personen. Unterschiedliche Sitzkombinationen lassen die Wahl zwischen zwei bis neun Plätzen. Für den Pampers-Nachschub kann auch jeder Zeit gesorgt werden. Bis zu 1239 Liter Kofferraumvolumen machen für Windelpakete ebenso Platz wie den Golfbag oder das Rennrad. Um den Kinderwagen noch besser einladen zukönnen, kann der Expert auf Knopfdruck tiefergelegt werden. Dank Luftfederung der Hinterachse kann die Ladekante abgesenkt werden. Wer noch mehr Extra als die manuelle Luftfederung will, nimmt die automatische Niveauregulierung. Die Fahrzeuggesamthöhe kann so komplett abgesenkt werden und beträgt dann weniger als 1,90 Meter. Praktisch beim Familienbummel und der Einfahrt ins flache Parkhaus oder die geduckte Tiefgarage.

Vom Gefühl eine normale Limousine

Das Cockpit des Transportkutters ist übersichtlich gestaltet. Kein Schalter- und Hebelwirrwar vernebeln die Sicht des Expert-Kapitän. Besonders die riesige Panorama-Windschutzscheibe bietet klaren Blick auf das Verkehrsgeschehen. Das Cockpit vermittelt Kompaktheit. Vom Gefühl her thront der Fahrer in einer normalen Limousine. Zu lange Beine sollte der Steuermann jedoch nicht haben. Der Fahrersitz ist nach hinten leider nur begrenzt verstellbar. Lange Beine und kurze Arme? Ebenfalls Pech. Nur die Höhe des Lenkrades kann justiert werden. Zahlreiche Ablagefächer in den Türen, in der Dachpartie sowie im Armaturenbrett könnten einzig im übersichtlichen Innenraum den Durchblick des Insassen trüben. Wo war noch mein Schlüssel? Doch für die Vergesslichkeit ist nicht der Expert, sondern jeder selbst verantwortlich.

Beim Motor sollte Papa nicht sparen

Nach kurzem Suchen ist dann auch der knallrote Hebel für die Öffnung der Motorhaube gefunden. Hinter einer grauen Plastikklappe links neben dem Fahrersitz leistet er der Handbremse wenige Zentimeter entfernt Gesellschaft. Ein kurzer Ruck. Einblicke auf das Herzstück. Unter dem Frontdeckel der Basisversion nagelt ein Vierzylinder-Dieselaggregat. Mit den 90 Basis-Pferdchen des 1,6 Liter Motors ist der Expert nicht gerade ein Rennpferd und etwas schwach auf der Brust. Bei 145 km/h ist Schluss. Damit Papa trotz der Großfamilie ein Lächeln beim Autofahren bleibt, sollte zum 2.0 Hdi 136 FAP-Antrieb gegriffen werden. Mit der 136 PS-Dieselmaschine mit Partikelfilter geht's rauf bis auf immerhin 170 Spitze. Trotz seiner ausladenden Masse zieht der Expert Tepee agil durch die Kurven und gerät kaum in Schieflage. Die wahre Größe des französischen Lasttieres gerät dank der Fahrdynamik fast in Vergessenheit.

Dynamische und moderne Optik

Doch nicht nur die inneren Werte zählen. Trotz der gedrungenen Maße wirkt das Peugeot-Kreuzfahrtschiff dynamisch und modern. Ein großes Plus? Nicht immer ist die Linienführung im Klassensegment so ansprechend, wie beim Expert. Die Jagd auf die Klassenkameraden wird am 18. Januar 2007 endgültig eröffnet. Dann wird die Einführung des Expert auf dem europäischen Markt gefeiert. Und der Kunde darf sich die Frage stellen: Zählen wirklich immer nur die inneren Werte?

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