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Porsche 911 Cabriolet Frischlustvergnügen


Lust auf Sommer? Lust auf Sonne? Dann ist das 911er Cabrio das richtige Auto. Zum ersten Mal ist der offene Porsche genauso elegant wie das Coupé.

Es war ein schöner Versprecher: Vom "Frischlust-Vergnügen" redete Porsche-Entwickler August Achleitner bei der Vorstellung des neuen 911 Cabriolet. Die "Frischlust" kann man ab März genießen, dann steht die offene Version der intern 991 genannten Generation beim Händler.

Den Designern kam es darauf an, die Linien des Coupés beizubehalten. So schmiegt sich der Wagen mit geschlossenem Verdeck fast genauso lasziv an den Asphalt wie das Coupé. Das sogenannte Flächenspriegelverdeck besteht aus vier Dachsegmenten, die sich kunstvoll entfalten und zum Schluss komplett vom Stoffdach überspannt werden. 13 Sekunden dauert es, bis der 911er sich geöffnet hat.

Das Ganze funktioniert bis 50 km/h. "Er macht’s auch bei 60", sagt Baureihenchef Achleitner. Wenn der Wagen parkt, lässt sich das Verdeck auch mit einem Knopf am Autoschlüssel öffnen und schließen.

Wenn man offen fährt und die Seitenscheiben versenkt hat, zerrt der Fahrtwind ordentlich an den Haaren und am Sicherheitsgurt. Abhilfe schafft das elektrisch ausfahrbare Windschott hinter den Sitzen. Angenehm ist das geringe Geräuschniveau bei geschlossenem Verdeck, Porsche hat im Vergleich zum Vorgänger 997 eine zusätzliche Dämmschicht verwendet. Das neue Cabriolet ist auch ein wenig leichter als bisher. 60 kg wurden abgespeckt, 1470 kg stehen noch auf der Waage.

Ein Fliegengewicht ist der Porsche damit zwar nicht, aber es stehen ja auch Sechszylinder-Boxermotoren mit mindestens 350 PS zur Verfügung. Das Carrera Cabriolet mit 3,4 Litern Hubraum und 350 PS entwickelt ein maximales Drehmoment von 390 Nm und rennt in fünf Sekunden von 0 auf 100 km/h. Etwas ungewohnt ist das manuelle Siebenganggetriebe, denn man vergisst oft einfach, in den siebten Gang zu schalten.

"S" fährt sich spürbar sportlicher

Beim 911er ist das PDK-Doppelkupplungsgetriebe die bessere Wahl. Das Siebengang-PDK schaltet so weich und schnell, dass man nur noch aufs Gas treten muss – die Technik findet immer den passenden Gang. Selten verspürt man das Verlangen, mit den ins Lenkrad integrierten Schaltwippen einzugreifen.

Das Carrera S Cabriolet holt aus 3,8 Litern Hubraum 400 PS. Der S ist mit 301 km/h 15 km/h schneller als der Carrera und braucht für den Sprint von 0 auf 100 km/h eine halbe Sekunde weniger (4,5 Sekunden mit PDK). Subjektiv wirkt der Unterschied sogar noch größer. Im normalen Carrera mit Schaltgetriebe bleibt dem Wagen beim Durchbeschleunigen im dritten Gang etwas die Luft weg. Im S-Modell wartet ein Dampfhammer-artiger Schub, vor allem wenn die Sport Plus-Taste gedrückt ist. Dann spricht das Gas schneller an, die Stoßdämpfer werden straffer und die optionale Sportabgasanlage sorgt beim Gaswegnehmen für ein kraftvolles Bollern.

Technisch perfekt, aber von großer Statur

Scharfe Kurven lassen sich im 911er mit enormem Tempo durchfahren, ohne dass das Heck leicht wird. Auf den Testfahrten über enge Gebirgsstraßen bremste meistens nicht die Physik, sondern der lange Radstand und die doch recht üppige Breite des Wagens.

Üppig ist auch der Preis des Cabriolets. 100.532 Euro ruft Porsche für den Carrera auf, 114.931 Euro für den Carrera S. Eine reichhaltige Ausstattung darf man trotzdem nicht erwarten. Unter anderem attackieren die zahlreichen Hochleistungsoptionen wie Sportabgasanlage (2606 Euro) oder Sport Chrono Paket (1594 Euro) das Portemonnaie. So bleibt der 911er auch als Cabriolet ein sündhaft teurer Lustkauf.

Sebastian Viehmann/Press-Inform

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