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Seat Altea 1.9 TDI: Designer-Verpackung für Hausmannskost

Außen Design, innen Hausmannskost: Mit cooler Optik versucht Seat, im VW-Konzern seinen Platz zu finden. Der Altea ist auf gutem Wege - aber noch lange nicht angekommen: Kompakt, geräumig und schön anzuschauen.

Seat hat es nicht leicht im Wolfsburger Weltkonzern: VW macht auf gehobene Massenwaren, Audi auf edles Hightech und Škoda auf preiswerte Qualitätsprodukte. Bleibt für Seat nur noch die Designer-Galerie übrig. Durchgeschlagen hat dieses Konzept zwar mittlerweile auf die generelle Linienführung. Bei den Verkaufszahlen allerdings lag Seat vergangenes Jahr gerade mal bei weniger als zwei Drittel der Skoda-Verkäufe. Und immer wieder machen Gerüchte die Runde, dass VW seine spanische Tochter los werden will.

Das ist schade - denn bei Seat hat sich in der Modellpalette während der vergangenen Jahre mindestens so viel getan wie bei Škoda. Die Spanier haben zu einer eigenen Linienführung gefunden - ein Seat ist heute auf den ersten Blick zu erkennen. Und auch beim Nutzwert liegen Welten zwischen den einst engen Krawallschachteln aus Spanien und den heutigen Designerstückchen.

Knackig rundes Hinterteil

Ein gutes Beispiel dafür: der kompakte Familienvan Altea. Design-Chef Walter de' Silva hat sein Team eine schwungvolle Karosserie in Blech gießen lassen, lebendig und dynamisch. Das Gesicht mit den mandeläugigen Scheinwerfern und dem vertikal strukturierten Kühlergrill samt Seat-"S" wirkt markant, das Hinterteil knackig rund. Dazu kommen designerische Extravaganzen wie die Scheibenwischer, die sich im Ruhezustand nicht über der Motorhaube zusammenfalten, sondern in den A-Säulen verschwinden. Es sind die Details, die zu einem Gesamteindruck beitragen.

Leider haben es die Seat-Designer nicht geschafft, diese Linienführung auch ins Innere zu übersetzen. Wer im Altea Platz nimmt, der fühlt sich zumindest vom Look & Feel wie in einem x-beliebigen Kompaktvan. Nichts, was wirklich negativ ins Auge fallen würde - aber auch nicht, was auch nur ansatzweise nach einem optischen Highlight aussehen würde. Biedere Hausmannskost.

Der Altea braucht die Konkurrenz nicht zu scheuen

Aber auch, wenn von Seats Anspruch auf "emotion" hier nicht viel zu merken ist: Es ist immerhin eine Hausmannskost, die aus dem Altea einen ordentlichen kompakten Van macht, der Konkurrenz nach rationalen Maßstäben nicht zu scheuen braucht. Platz ist reichlich. Vorne finden Passagiere bis knapp zwei Meter Körpergröße problemlos Platz und Luft zum Atmen. Die Sitze sind weit genug nach hinten verstellbar, das Lenkrad in Höhe und Tiefe gut zu verstellen. Hinten geht es etwas enger, aber immer noch großzügig genug zu - wenn man sich nicht als fünfter Passagier im Wagen auf den kargen Mittelplatz quetschen muss. Aber dass machen andere in dieser Klasse auch nicht besser. Ansonsten sind die Knie nie in Gefahr, der Mittelscheitel auch nicht.

Vorteil der Biederkeit: Qualität, Verarbeitung und Materialien machen einen hochwertigen Eindruck. Und Instrumente wie Schalter sind übersichtlich und gut zu erreichen - genau an den Plätzen, wo man sie auch vermutet hätte. Die Übersicht ist - vantypisch - gut nach allen Seiten. Allenfalls die breiten Fensterposten nerven gelegentlich mal - die optionale akustische Einparkhilfe hinten ist kein Muss - aber empfehlenswert.

Großes Ladevolumen, wenig Flexibilität

Der Laderaum ist mit 409 Litern (bei voller Bestuhlung) ordentlich und lässt sich durch das Umklappen der asymmetrisch geteilten Rückbank auf bis zu 1320 Liter vergrößern. Auch die mögliche Zuladung ist mit bis zu 525 Kilogramm recht üppig. Erfreulich bei alledem: Der Ladeboden bleibt durchgehend eben. Dazu hilft der Einlegeboden, der eine Etage tiefer Platz für diversen Krimskrams und kleinere Einkäufe schafft. Verbandskasten, Sicherheitsweste & Co. sind - ebenso praktisch - in einer Klappe unter der Kofferraumabdeckung untergebracht - und damit aus dem Weg. Hinzu kommen über den ganzen Wagen verteilt viele weitere Ablagen. Bei allem Positiven: Die meisten Produkte der Konkurrenz sind in ihren Raumkonzepten flexibler - auch hier also eher Hausmannskost bei Seat.

Bei flotter Kurvenfahrt zeigt sich schnell, dass die Spanier nicht nur das Fahrwerk straff abgestimmt haben, sondern auch den vorderen Sitzen eine ähnliche Sportlichkeit mit auf den Weg gegeben haben: Aus sie sind kernig gefedert und bieten mit ihren ausgeprägten Wangen einen guten Seitenhalt. Auf den ansonsten durchaus auch bei langen Strecken bequemen hinteren Plätzen allerdings ist der Seitenhalt eher bescheiden.

Lenkung sprichtschnell an

Das Fahrwerk passt zum sportlichen Altea: Die Seitenneigung der Karosserie ist gering, die Spurtreue in Kurven sehr gut. Die Lenkung spricht schnell und präzise an, vermittelt aber etwas wenig Kontakt zur Fahrbahn. Wird es mal zu schnell, greifen ESP und gegebenenfalls die Antischlupfregelung schon relativ früh ein und bringen die Sache wieder ins Lot - schlimmstenfalls ist ein leichtes Untersteuern merkbar.

Dass unter der Haube ein Pumpe-Düse-Diesel aus dem VW-Regal seine Arbeit macht, ist nie zu überhören. Kalt nagelt er Unwilligkeit vortäuschend, warm gefahren ist er immer noch als Selbstzünder vernehmbar, läuft aber schon viel weicher und runder - ohne allerdings an die Laufkultur von Common-Rail-Aggregaten heran zu kommen. Die von Seat angegebenen Fahrwerte entsprechen dem subjektiven Eindruck: Für den Spurt von 0 auf 100 braucht er 12, 3 Sekunden, die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 183 km/h. Die allerdings waren zumindest in unserem Praxistester nur mit langem Anlauf und gerade so zu erreichen. Aber auch das ist bei der Diesel-Konkurrenz regelmäßig nicht viel anders.

Schaltfaules und spritziges Fahren

Beim Verbrauch gibt Seat 5,4 Liter Diesel auf 100 km an - wir sind mit knapp sechs Litern Durchschnittsverbrauch unterwegs gewesen. Das bleibt gut im Rahmen. Das Getriebe passt im übrigen gut zum Motor - der ab 1900 U/min anliegende Drehmoment von 250 Nm ermöglicht ein schaltfaules und trotzdem noch spritziges Fahren.

Auch der Preis macht den Altea zu einem bedenkenswerten Angebot. Die Basisausführung mit 1,6-Liter-Benzinmotor und 102 PS steht mit 17.532 Euro in der Liste. Für den "kleinen" 1,9-Liter-TDI muss man mindestens 20.097 Euro hinlegen. Doch dabei wird es kaum je bleiben: Konzerntypisch hat auch Seat eine üppige Liste gegen Geld erfüllbarer Sonderwünsche im Prospekt - von den Parksensoren (334 Euro) über das weiter straffende Sport-up-Paket (821 Euro) bis zum Bi-Xenon-Licht für 1010 Euro. Dennoch ist der Altea auch im Konzernvergleich noch günstig: Ein vergleichbarer Diesel-Touran von VW kostet fast 3.000 Euro mehr - und bietet zumindest von außen betrachtet eine auch nicht ansatzweise so emotionale Optik.

Pressinform / PRESSINFORM

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Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.