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Seat Papa-Mobil: Als der Papst Seat fuhr

Im Oktober und November 1982 besuchte Papst Johannes Paul II Spanien. Dass der Heilige Vater dann bei seinen Besuchen mit einem umgebauten Seat Marbella fuhr, hatte aber ganz irdische Gründe.

Es ist der Herbst 1982. Der Papst-Hype ist ungebrochen. Der jugendlich wirkende Pole mit dem Geburtsnamen Karol Józef Wojtyła zieht die gläubigen Katholiken in den Bann. Jetzt steht Spanien auf dem Terminplan des unternehmungslustigen Papstes. Wie bei solchen Besuchen üblich, reisen vorher Beauftragte aus dem Vatikan an, um alle Unwägbarkeiten zu beseitigen und dem obersten Katholiken einen reibungslosen Besuch zu garantieren.

Seat Papa-Mobil: Als der Papst Seat fuhr
An diesem Gestell konnte sich der Papst festhalten

An diesem Gestell konnte sich der Papst festhalten

Als die Männer in den Schwarzen Roben und den ernsten Gesichtern die geplanten Stationen der Papst-Reise unter die Lupe nahmen, entdeckten sie ein Problem. Der Heilige Vater sollte mit dem Papa-Mobil in die Stadien der beiden Fußballvereine FC Barcelona (Camp Nou) und Santiago Bernabeu (Real Madrid) einfahren und dort mit Jugendlichen zusammentreffen und eine Messe zelebrieren. Ein Jahr nach dem Attentat, das von Mehmet Ali Ağca verübt wurde, durfte nichts schiefgehen. Johannes Paul II sollte -umringt von Sicherheitsleuten - keinen Meter zu Fuß gehen. Dafür gab es das schneeweiße Papa-Mobil.

Beim Inspizieren der beiden Fußball-Tempel stockte der Kommission der Atem. Die Einfahrt, die zum Spielfeld führte, waren für das Standard-Automobil des Papstes, einen den Mercedes 230 G der mit etlichen Sicherheits-Features ausgestattet war, nicht hoch genug. Nun war guter Rat teuer. Bis zum Besuch des Oberhauptes der katholischen Kirche waren es nur noch wenige Wochen. Ersatz musste her - und zwar schnell. Also fragte man bei Seat an, ob der der spanische Autobauer den Organisatoren aus der Patsche helfen könne.

Das "Si" kam prompt. Viel Zeit war nicht mehr. Also machten sich die Ingenieure mit Maßband und Zeichenblock auf den Weg, um die Einfahrten in die Fußball-Tempel zu vermessen. Viel Platz war wirklich nicht. Die Lösung für das "Papamóvil" war eine pragmatische. Ein Prototyp, der für interne Fabriktouren genutzt wurde, sollte zum Gefährt umgebaut werden, das den Papst transportiert.

Die Basis für das Papa-Mobil war ein Seat Marbella, also im Grunde ein Fiat Panda. Der Antrieb war der bekannte 45-PS-Motor mit 903 Kubikzentimeter Hubraum und einer Höchstgeschwindigkeit von 138 km/h. Gut, die war bei einem Papstbesuch nicht ganz so entscheidend, da sich das Gefährt die meiste Zeit ohnehin nur in Schritt-Geschwindigkeit fortbewegen würde. Wichtiger war da schon das manuelle Schalt-Getriebe, das reibungslos und vor allem geschmeidig funktionieren musste, damit die Fahrt auch dem Ansehen des hohen Gastes entsprechend war. Ein Papst in einem ruckelnden Vehikel, der sich festhalten muss, wäre wohl kein besonders erbaulicher Anblick für die Gläubigen sein.

Die Zeit drängte. Innerhalb von 15 Tagen verwandelten die Seat-Ingenieure den Seat Marbella in ein volltaugliches Papa-Mobil. Das Lenkrad und die einfachen Armaturen unterschieden sich nicht von dem Serienfahrzeug, aber das das Interieur war komplett in weiß gehalten. Sogar den dünnen Sitze verpasste man einen edlen weißen Bezug. Also war das "Papamóvil" ein Marbella-Panda-Pickup, bei dem an den Wänden der Ladefläche ein Gestell angeschweißt wurde, an dem sich der stehende Heilige Vater festhalten konnte. Da das Dach fehlte, mussten die Karosserie und vor allem die Bodengruppe verstärkt werden. Trotzdem wog das Papa-Mobil nur 695 Kilogramm.

Auch an eine ausziehbare Trittfläche, die hinten am Vehikel angebracht war, hatten die Techniker gedacht. So konnte der Papst ohne große Probleme seinen Stehplatz erreichen. Die umklappbare Windschutzscheibe garantierte eine freie Sicht und der Innenspiegel war unten am Armaturenbrett angebracht. Auf der Motorhaube wehten die spanische Flagge und die orangene-weiße des Vatikans. Wenn man das Seat-Papa-Mobil mit seinem zeitgenössischen Mercedes-Pendant verglich, war das spanische Modell doch eine sehr zweckmäßige Version des Fahrzeugs. Keine schusssichere Plexiglasscheibe schützte Johannes Paul II. Doch das 3,38 Meter lange und nur 1,70 Meter hohe Gefährt verrichtete seine Arbeit zuverlässig und transportierte den hohen Gast durch die Menschenmengen. Das "Papamóvil" blieb ein Einzelstück, das heute im Seat-Museum in der Zona Franca in Barcelona steht.

Press-Inform / pressinform

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Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.