HOME

VW Caddy Allrad: Späte Einsicht

Wieso er erst jetzt auf den Markt kommt, weiß so recht niemand - auch nicht in Wolfsburg. Klar aber ist: Der VW Caddy wird in den Alpenregionen künftig noch mehr Freunde finden. Ab sofort gibt es ihn als Allradantrieb.

Immer gut, wenn man der einzige auf dem Markt ist. Renaults Kangoo gibt es mittlerweile nicht mehr als 4x4-Version. Und das Sperrdifferential beim Peugeot Partner kann allenfalls als Notbehelf dienen. Also ist der neue VW Caddy 4motion im unwegsamen Geläuf derzeit allein mit vier angetriebenen Rädern unterwegs.

Rustikaler Ableger

Wer in den europäischen Bergregionen Gewerbetreibende, Post oder Kurierdienste fahren sieht, der weiß wie groß die Nachfrage nach einem derartigen Allrad-Lastesel ist. Viele Jahre galt die allradgetriebene Billig-4x4-Version des Fiat Panda aus dem Hause Puch als beliebtes Fortbewegungsmittel, um vor allem im Winter unbefestigte Straßen und Feldwege zu erklimmen. Diesen Kultstatus allerdings hat der aktuelle Panda 4x4 bisher nicht erlangt. Zudem wollen viele Kunden mehr Nutzwert.

So bekommt der 4,40 Meter lange VW Caddy im fünften Jahr nach seiner Markteinführung nun einen rustikalen Ableger. Anders als Lifestyle-Allradler und diverse Crossover seiner Zunft verzichtet er auf auffällige Planken oder wilde Schürzen. Er bleibt was er ist: ein echter Caddy.

Da sich mehr als 80 Prozent aller gewerblichen Caddy-Kunden für die Dieselversion 1.9 TDI entscheiden, haben sich die Nutzfahrzeuge-Leute im Hause Volkswagen das 4x4-Modellprogramm besonders leicht gemacht. "Wir bieten den VW Caddy zunächst nur mit dem 105 PS starken Volumen-Diesel an", sagt VW-Sprecher Jens Bobsien. "Der Allradantrieb kostet dabei einen Aufpreis von 3.200 Euro inklusiv Steuer."

Damit liegt man sogar deutlich über dem Aufpreis, der für Mittelklassefahrzeuge in Sachen 4x4 aufgerufen wird. Hier muss man für 4matic, quattro oder xDrive zumeist kaum mehr als 2.500 Euro Aufpreis bezahlen. "Doch unser Mehrpreis schließt ein Sechsgang-Getriebe, Berganfahrhilfe, Diesel-Partikelfilter und ESP mit ein", relativiert Bobsien das üppige Aufgeld. So kostet der immer noch karg ausgestattete VW Caddy Life 4motion als Fünfsitzer mindestens 23.460 Euro. Der Kastenwagen startet bei 21.913 Euro.

Beim 4motion-Allradantrieb setzen die Hannoveraner auf das gleiche Modul, das auch dem Golf oder Tiguan das Erklimmen von rutschigen Steigungen ermöglicht. Das aktuelle Haldex-System der Generation vier liefert die Kraft bei normaler Fahrt zu nahezu 100 Prozent an die Vorderachse. Erst wenn die Räder vorn durchdrehen, macht die Kupplung zu und transferiert die überschüssige Leistung an die hinteren Räder. Maximal ebenfalls bis zu 100 Prozent. Netter Nebeneffekt des 4x4-Antriebs: Die wenig komfortable Starrachse hat ausgedient.

Sparsam, solide und lautstark

Leider nicht serienmäßig ist der sinnvolle Unterfahrschutz aus Stahlblech für Motor und Getriebe. Trotzdem bleibt der immerhin 1,7 Tonnen schwere Caddy 4motion der bekannt solide Lastesel. Mit einem zulässigen Gesamtgewicht von knapp 2,3 Tonnen liegt die Nutzlast je nach Ausstattung zwischen 500 und 580 Kilogramm. Das Ladevolumen ist mit 3,2 Kubikmetern unverändert.

Mit dem 105 PS starken TDI-Aggregat hat man den gewohnt soliden, sparsamen und lautstarken Begleiter. Der Durchschnittsverbrauch liegt bei 6,7 Litern auf 100 Kilometern. So kostet der Allradantrieb rund einen halben Liter Diesel. Bei dem Tankvolumen von 60 Litern lassen sich Reichweiten von bis zu 900 Kilometern aber auch dann ohne Tankstopp realisieren. Knapp 170 km/h sind allemal drin und das maximale Drehmoment von 250 Nm sorgt dafür, dass es auch aus dem Drehzahlkeller und unter Beladung munter bergan geht.

Das scheint bereits zum Marktstart bei den Kunden anzukommen. Die Schweizer Post hat schon die ersten Fahrzeuge geordert und weitere gewerbliche Kunden klopfen an. Eben besser spät als gar nicht.

Stefan Grundhoff / Press-Inform
Themen in diesem Artikel

Wissenscommunity

Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.