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Nächstes Jahr hat es sich ausgeröhrt: James Bond wird jetzt Öko - warum sein neuer Dienstwagen ab sofort summt

Gasgeben wird für James Bond im 25. Film eine neue Dimension haben. Wenn 007 am Steuer seines künftigen Dienstwagens los brettert, um die Welt zu retten, dann steigt nicht nur in dem Elektro-Aston Martin die Spannung.

Von Harald Kaiser

James Bond

In "Skyfall" 2012 fuhr James Bond alias Daniel Craig einen Aston Martin DB5

Picture Alliance

Bald hat es sich ausgeröhrt. Von nächstem Jahr an soll nur noch gesummt werden, wenn James Bond am Steuer seines Dienstwagens auf Schurkenjagd geht oder vor den bösen Buben fliehen muss. Das erledigt der Geheimagent ihrer britischen Majestät zwar stilgerecht wieder in einem Aston Martin, also wie immer very british, aber einem mit Elektroantrieb.

Dem Vernehmen nach wird es wohl kein Coupé sein, sondern die Limousine Rapide. Und anstelle des großen S hinter der Modellbezeichnung wird dann ein E für Elektroantrieb stehen. Derzeit laufen die Arbeiten am 25. Bond-Streifen, der unter dem Arbeitstitel „Shatterhand“ gedreht wird. Aston Martin sieht Elektroluxusautos als einen wesentlichen Teil seines künftigen Angebots. Wobei sich die Herrschaften aus good old England sputen müssen, denn Konkurrent Porsche wird mit seinem Elektro-Taycan wohl schon Anfang 2020 auf den Straßen sein.

Das Konzept des Rapide E hat Aston Martin zusammen mit dem aus dem Motorsport bekannten Unternehmen Williams Advanced Engineering entwickelt. Derzeit wird ausgelotet, ob sich eine Serienproduktion des Elektroautos lohnt. Ziel sei es, Sportwagen mit niedrigem Schadstoffausstoß zu entwickeln, sagte Aston-Martin-CEO Andy Palmer. Also weg vom fetten Sechsliter-Zwölfzylinder mit 558 PS, der soff wie zehn Matrosen, und hin zur umweltsauberen 007-Rakete – natürlich wieder mit irren HighTech-Spielereien, ohne die bekanntlich kein Bond-Mobil auskommen kann.

Neuer James-Bond-Regisseur ist Umweltaktivist

Die Initiative, dass Bond-Darsteller Daniel Craig demnächst wohl mit einem Rapide E über die Leinwand brettern wird, geht auf Regisseur Joji Fukunaga zurück, der sich auch als Umweltaktivist versteht. Das Boulevardblatt The Sun berichtete, dass er den Herrschaften in Gaydon, wo die Aston Martin-Zentrale angesiedelt ist, wohl solch einen Schlitten für die Filmaufnahmen aus den Rippen geleiert habe. Dem Bericht der Sun zufolge war das Bond-Team lange vor dem Umstieg auf ein Elektroauto zurückgeschreckt. Man befürchtete, Bond würde als zu politisch korrekt wahrgenommen. Aber schließlich seien Craig und die Produzenten mit der Vision ihres Regisseurs mitgezogen. Angeblich hatten alle das Gefühl, dass es die richtige Zeit ist, 007 in ein emissionsfreies Gefährt zu setzen.

Sollte aus dem Rapide E eine Serie werden, was derzeit noch unklar ist, dann aber nur eine Kleinststückzahl. Denn angeblich will Aston Martin, sofern dafür grünes Licht gegeben wird, nur 155 Stück bauen und jedes edle Stück für umgerechnet knapp 300.000 Euro an den wohlhabenden Autofreak bringen. Das Konzept indes ist nicht wirklich neu, es wurde bereits 21. Oktober 2015 vorgestellt. Damals klopfte man sich in der Pressemitteilung mächtig auf die Brust und schrieb, dass die wirklich Erlauchten der Präsentation beiwohnten. Hier ein Ausriss aus dem Originaltext: „Aston Martin is today showcasing a fully electric concept of its Rapide S four-door sports saloon outside Lancaster House in London – the venue for a meeting between Their Royal Highnesses Prince William, Duke of Cambridge; Catherine, Duchess of Cambridge and President of The People’s Republic of China, Xi Jinping.“

Ähnlich imposant wie die Liste dieser Herrschaften ist auch der Antrieb des Rapide E: Der oder die Elektromotoren sollen es auf eine Leistung von umgerechnet 610 PS bringen. Was ziemlich sicher bedeutet, dass der Hobel abgeht wie Schmitz’ Katze. Die Mordspower dürfte zweifellos nicht nur für die diversen heißen Film-Stunts nötig sein, sondern auch für den vergleichsweise schnöden Verkaufsmarkt, sofern die Luxuskalesche jemals in die Hände von Kunden gelangen sollte. Denn, wie gesagt: Porsche rüstet den elektrischen Taycan mit nicht viel schlapperen 600 PS aus. Bei den Akkus allerdings ist Aston Martin zumindest auf dem Papier im Hintertreffen. Die Power soll nur für 320 Kilometer reichen. Der Porsche hingegen muss angeblich erst nach 500 Kilometern wieder an die Steckdose.

Ein chronologischer Blick zurück, welche Dienstwagen Bond in den bisherigen 24 Filmen (oft zu Schrott) fuhr:

  • 1. Sunbeam Alpine Series II in „James Bond jagt Dr. No“ (1962),
  • 2. Bentley 31/2 Litre in „Liebesgrüße aus Moskau“ (1963),
  • 3. Aston Martin DB5 in „Goldfinger“ (1964),
  • 4. Aston Martin DB5 in „Feuerball“ (1965),
  • 5. Toyota 2000 GT in „Man lebt nur zweimal“ (1967),
  • 6 .Aston Martin DBS/Mercury Cougar in „Im Geheimdienst Ihrer Majestät (1969),
  • 7. Ford Mustang Mach 1/Triumph Stag in „Diamantenfieber“ (1971),
  • 8. Chevrolet Bel Air/Chevrolet Impala/AEC Routemaster in „Leben und sterben lassen“ (1973),
  • 9. AMC Hornet/AMC Matador in „Der Mann mit dem goldenen Colt“ (1974),
  • 10. Lotus Esprit/Ford Taunus TC in „Der Spion, der mich liebte“ (1977),
  • 11. Rolls Royce Silver Shadow I/Hispano Suiza in „Moonraker“ (1979),
  • 12. Lotus Esprit/Citroen 2CV/Peugeot 504 in „In tödlicher Mission“ (1981),
  • 13. Alfa Romeo GTV6/Mercedes 250 SE in „Octopussy“ (1983),
  • 14. Rolls Royce Silver Cloud II/Renault 11/Chevrolet Corvette in „Im Angesicht des Todes (1985),
  • 15. Aston Martin V8 Volante und Vantage/Audi 200 quattro und Avant quattro in „Der Hauch des Todes“ (1987),
  • 16. Rolls Royce Silver Shadow II/Maserati Biturbo in „Lizenz zum Töten“ (1989),
  • 17. Aston Martin DB5, BMW Z3, Ferrari F355 in „GoldenEye“ (1995),
  • 18. BMW 750iL/BMW R1200C (Motorrad) in „Der Morgen stirbt nie“ (1997),
  • 19. BMW Z8/Land Rover Discovery in „Die Welt ist nicht genug“ (1999),
  • 20. Aston Martin V12 Vanquish/Ford Thunderbird in „Stirb an einem anderen Tag (2002),
  • 21. Aston Martin DBS und DB5/Ford Mondeo in „Casino Royale“ (2006),
  • 22. Aston Martin DBS/Range Rover Sport/Land Rover Defender in „Ein Quantum Trost“ (2008),
  • 23. Aston Martin DB5/Jaguar XJ/Honda CRF250R (Motorrad) in „Skyfall“ (2012),
  • 24 Aston Martin DB10/DB5 in „Spectre (2015).

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Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.