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Ausblick Rolls-Royce Phantom VIII: Ihre Majestät naht

Rolls-Royce, erlauchteste aller irdischen Automarken, bereitet sich auf die Ankunft des neuen Königs vor. Im kommenden Frühjahr wird es soweit sein und der mittlerweile ausgelaufene Phantom VII bekommt einen standesgemäßen Nachfolger.

Rolls Royce Phantom I von 1927

Rolls Royce Phantom I von 1927

Bereits Ende Juli feiert der neue Rolls-Royce Phantom VIII seine offizielle Weltpremiere. Die bestens betuchten Kunden müssen sich derweil noch ein paar Monate in Geduld üben; erst im kommenden Frühjahr rollt der Phantom der Generation VIII zu den Händlern und schließlich in die mit Beeten umsäumten Auffahrten der Kunden. Der Charakter des britischen Topmodells dürfte sich kaum ändern und auch das Design wird seinen zeitlosen Charakter behalten. Im Vergleich zum Vorgänger (5,83 und 6,10 Meter lang) soll die kommende Phantom-Generation ein paar Zentimeter kürzer geworden sein, jedoch im Innenraum an Platz und insbesondere Komfort gewonnen haben. Das Komfortniveau soll insbesondere durch eine weiterentwickelte Luftfederung und zusätzliche Dämmmaterialien weiter steigen. Das Gesicht wird von einem mächtigen Kühlergrill mit senkrechten Alustreben sowie vollvariablen LED-Scheinwerfern dominiert. Modernste LED-Lichtelemente strahlen auch am Heck, das sich wie beim Vorgänger leicht verjüngen wird. Neu ist die über die Heckscheibe leicht nach hinten abfallende Dachlinie, die den mächtigen Phantom VIII etwas graziler erscheinen lässt. Unverändert öffnen die Fondtüren gegenläufig. Die neuesten Fahrerassistenzsysteme hat man sich aus 5er und 7er BMW nach Goodwood geholt und in das neue Prunkstück implantiert. Da die Rolls-Royce Phantom jedoch vorrangig im Chauffeurbetrieb unterwegs sind, profitiert davon in erster Linie der Angestellte hinter dem Volant. Der Kunde wird von dem Zugewinn an Komfort und Sicherheit kaum etwas spüren. Die Passagiere können sich stattdessen an einem nahezu frei individualisierbaren Bereich im Armaturenbrett freuen. Hier passen sich oberhalb des Handschuhfachs zukünftig weit mehr als nur das Firmenwappen oder Intarsien einarbeiten.

Ihre Majestät naht
Rolls Royce Phantom I von 1927

Rolls Royce Phantom I von 1927

Gesetzt ist der 6,7 Liter große V12-Turbo, der statt der bisherigen 460 über 600 PS leisten dürfte. Auch wenn angesichts von Motorleistung und Drehmoment der Druck in Richtung Allradantrieb stieg, entschied man sich diesen zunächst außenvorzulassen. Das gilt auch für eine Hybridvariante oder gar einen leistungsstarken Achtzylinder. Wer eine Staatskarosse wie den kommenden Rolls-Royce Phantom fährt, ist auch weiterhin obligatorisch mit einem Dutzend Brennkammern unter der langen Motorhaube unterwegs. Die kaum spürbaren Gangwechsel übernimmt eine speziell abgestimmte Achtgang-Automatik aus dem Hause ZF. Zwei Radstände gibt es wie auch beim Vorgängermodell; jedoch bekommen die beiden Phantom-Derivate Coupé und Drophead Coupé keine Nachfahren. Im Vergleich zum bisherigen Modell ist der neue Rolls-Royce Phantom VIII nicht nur etwas kürzer, sondern insbesondere leichter geworden. "Jeder neue Phantom ist ein historisch wichtiger Moment in der Geschichte des Automobils, und wir arbeiten hart an der Perfektion des neuen Phantom VIII", legt Rolls-Royce-Chef Torsten Müller-Ötvös die Messlatte an den Nachfolger hoch.

Für die, die automobil nur das Beste wollen, war der Rolls-Royce Phantom seit 1925 das angemessene Beförderungsmittel; mehr denn je mit der vergangenen Generation. Sei es für die Gäste des Sieben-Stern-Hotels Burj Al Arab oder einem der besten Häuser in Hongkong, dem dortigen Peninsula Hotel - jeder gefahrene Meter wurde zum Genuss. Doch für die siebte Generation des Oberschicht-Luxusgleiters schloss sich 2016 das Manufakturtor zum letzten Mal. Mit dem Ende der Fertigung ging eine Ära zu Ende. Seit 2003 erfreuten sich die Schönen und Reichen an dem 2,5 Tonnen schweren Flaggschiff, das mit einer Länge von 5,84 Metern und einem Radstand von 3,57 Metern den Begriff Innenraum neu definiert. In der 6,09-Meter-Langversion liegen die beiden Achsen noch einmal 25 Zentimeter weiter auseinander.

Um die Einführung der achten Generation stilecht vorzubereiten, wird parallel zur Weltpremiere des neuen Modells in London eine Ausstellung mit den bisherigen acht Generationen aus 92 Jahren Geschichte unter dem Titel "The Great Eight Phantoms" eröffnet. Seit seinem Debüt im Jahr 1925 wurde der Rolls-Royce Phantom immer wieder Zeuge bedeutender historischer Momente, in denen die Welt maßgeblich geprägt wurde. In ihm saßen Könige genauso wie Film-Bösewichte, die Beatles auf dem Weg zum Buckingham Palace oder die Staatsgäste Churchill und Eisenhower bevor Feldmarschall Montgomery sie empfing. Bei einem prestigeträchtigen Event lassen sich Stars und Sternchen nur allzu gerne in einem Rolls-Royce Phantom vorfahren. Der älteste in Mayfair / London ausgestellte Rolls-Royce ist der Phantom I von Fred Astaire aus dem Jahr 1927 - eine Leihgabe des Petersen Museums in Los Angeles.

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Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.