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Automarkt USA: Größer, stärker und gewaltiger - Pick Ups statt Elektro

Auch in den USA redet alles von Elektroautos, doch der wahre Automarkt sieht anders aus. Elektromodelle oder reine Hybridmodelle schafften es nicht einmal unter die zehn meistverkauften Autos.

Chevrolet Silverado

Chevrolet Silverado

Tesla ist in aller Munde - das gilt jedoch allenfalls für Kalifornien. Und der starke Anstieg der elektrifizierten Fahrzeuge - speziell aus dem Hause Tesla - wird durch einen Rückgang der Hybridmodelle geschwächt. Von einem elektrische Durchbruch bisher keine Spur, denn der amerikanische Automarkt wird mit seinen insgesamt 17 Millionen Neuzulassungen unverändert von den mächtigen Pick Ups dominiert, die hier schlicht Full Size Trucks heißen. "Das dritte Jahr in Folge war das vierte Quartal das stärkste innerhalb der letzten zwölf Monate", so Christopher Hopson, bei IHS für den nordamerikanischen PKW-Marktmanager verantwortlich. Europäische Modelle spielen unter den meistverkauften Fahrzeugen keine Rolle und für kleine Fahrzeuge ist das Interesse ohnehin sehr überschaubar. Auch die erfolgreichen asiatischen Marken produzieren ihre Fahrzeuge von Ausnahmen abgesehen in den USA.

Automarkt 2018 in den USA: Pick Ups statt Elektro
Chevrolet Silverado

Chevrolet Silverado

Unter den 15 meistverkauften Autos der USA war in 2018 weder ein reines Hybridmodell noch ein Elektroauto zu finden. Stattdessen räumt Ford mit seiner imposanten F-Serie den Markt ab. Mit knapp 910.000 verkauften Modellen - insbesondere dem Bestseller F-150 - führt Ford die Verkaufsstatistik mit deutlichem Vorsprung an; ein Zuwachs von immerhin 1,4 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Doch bei dem Autobauer aus Dearborn / Michigan gab es abgesehen von dem auf Platz 11 der Verkaufskiste platzierten Escape (baugleich mit dem europäischen Kuga) bevorzugt schlechte Nachrichten. Die Amerikaner strichen das eigene Modellportfolio für die nächsten Jahren weithin zusammen. Außer der Sportwagenikone Mustang soll es mittelfristig nur noch SUVs und Pick Ups geben.

Auch auf Platz zwei und drei der amerikanischen Hitliste finden sich zwei Full Size Trucks, gigantische Pick Ups mit deutlich mehr als zwei Tonnen Gewicht und V6- sowie V8-Benzinern. Auf Platz zwei liegen die GM-Modelle des Chevrolet Silverado sowie des edlen Schwestermodells GMC Sierra, die zusammen rund 806.000 Fahrzeuge verkauften. RAM, die Pick-Up-Marke aus dem Hause Fiat Chrysler, konnte zwar um sieben Prozent zulegen und sicherte sich die imageträchtige Auszeichnung Truck of Year, aber blieb mit 537.000 Verkäufen deutlich zurück auf Rang drei. Beachtenswert, dass sich die neu eingeführten Dieselmotoren, mit mächtigem Drehmoment, viel Leistung und sparsamem Verbrauch zunehmend in Szene setzen konnten. Da gilt insbesondere für die kleinen Pick Ups der Fünf-Meter-Klasse wie Toyota Tacoma, Chevrolet Colorado oder Ford Ranger.

Auf Platz vier der US-Statistik befand sich im vergangenen Jahr mit dem Toyota RAV4 der meistverkaufte SUV. Mit einem Zuwachs von fünf Prozent und einer Verkaufszahl von über 425.000 Modellen (darunter auch Hybriden) distanzierte er auch Konzernbrüder wie den Camry (Platz sieben / 343.000 Autos) oder den Corolla (Platz zehn / 303.000 Autos) deutlich. Auf den Plätzen fünf und sechs zwei direkte Wettbewerber aus der SUV-Mittelklasse mit dem Nissan Rogue (412.000 Autos) sowie dem Honda CR-V (378.000 Autos), die beide ebenfalls als Hybridmodelle verfügbar sind. Toyota konnte mit dem Pick Up Tacoma und dem Highlander zwei weitere Modelle unter den 15 meistverkauften Modellen platzieren. US-Gigant General Motors hatte ebenso wie Ford überwiegend mit schlechten Nachrichten und dem Wegbrechen der Limousinenverkäufe zu kämpfen. Immerhin landete der Chevrolet Equinox noch auf Platz acht. Die ersten 15 der Statistik wurden vom rustikalen Evergreen Jeep Wrangler abgerundet, der sich mit 240.000 Fahrzeugen hauchdünn vor seinen Konzernbrüdern Jeep Cherokee und Grand Cherokee platzieren konnte. Immerhin wurden fast zwei Dutzend von Modelle auf dem US-Markt mehr als 200.000 Mal verkauft.

Tesla spielte auf dem amerikanischen Automarkt absolut gesehen keine große Rolle. Auch wenn der Autobauer aus Fairmont seine Produktion deutlich steigern und insbesondere mit seinem elektrischen Volumenfahrzeug Tesla Model 3 zulegen konnte, lag der Viertürer, der bislang nur in mittleren und höheren Ausstattungsvarianten verfügbar ist, nur im Mittelfeld. Insgesamt wurden vom Tesla Model 3 knapp 140.000 Fahrzeuge verkauft; über 25.000 davon allein im Dezember. Sollte sich dieser Trend fortsetzen, kann der elektrische Hoffnungsträger in 2019 allein in den USA mehr als 300.000 Fahrzeuge verkaufen. Das hätte in diesem Jahr immerhin für Platz zehn gereicht. Zudem will Tesla ab diesem Frühjahr auch die seit mehr als einem Jahr darbenden Kunden in Europa und China mit den lange vorbestellten Model-3-Versionen versorgen. Längst hat die elektrische Limousine weltweit die anderen Elektrofahrzeuge wie Nissan Leaf, Renault Zoe oder BM i3 hinter sich gelassen und ist das erfolgreichste Auto mit einem Stecker; konnte somit auch alle Plug-in-Hybriden distanzieren. Der Gesamtmarkt in den USA soll in 2019 ungefähr auf dem gleichen Niveau wie 2018 bleiben. IHS-Analyst Christopher Hopson: "IHS Markit prognostiziert Autoverkäufe für 2019, die ungefähr 16,8 Millionen Fahrzeuge erreichen werden."

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Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.