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Deutscher Verkehrssicherheitsrat: Kommt jetzt Tempo 80 auf der Landstraße?

Der Deutsche Verkehrssicherheitsrat fordert ein Tempolimit von 80 km/h auf Landstraßen. Außerdem sollen die Landstraßen sicherer werden, an Alleen würde dann die Axt angesetzt werden.

2013 starben 1934 Menschen auf Landstraßen.

2013 starben 1934 Menschen auf Landstraßen.

Deutschland soll auf die Bremse treten: Um die hohe Zahl von tödlichen Unfällen auf Landstraßen zu senken, soll dort vermehrt das Tempo 80 eingeführt werden. Zumindest wenn die Straßen weniger als sechs Meter, das fordert der Hauptgeschäftsführer Deutschen Verkehrsgerichtstag, Christian Kellner.

2013 starben 1934 Menschen bei Unfällen auf Landstraßen. 2014 könnte es sogar noch etwas mehr gewesen sein. Vielen Autofahrern wird eine überhöhte Geschwindigkeit zum Verhängnis, denn die Landstraßen sind schmal und kurvig. Für die Höchstgeschwindigkeit von 100 Stundenkilometern seien sie nicht gebaut, sagt Kellner. "Für Straßen, die weniger als sechs Meter breit sind, sollte es deshalb ein Tempolimit von 80 Stundenkilometern geben", fordert Kellner.

Auf schmalen Straßen Tempo 80

Zustimmung erhält er von Kay Nehm, dem Präsidenten des Verkehrsgerichtstages. "Um die Unfallzahlen auf Landstraßen zu senken, muss man mehr Geschwindigkeitsbeschränkungen einführen." Das sei sinnvoll, findet auch Hannelore Herlan von der Deutschen Verkehrswacht. Für Unfallforscher Siegfried Brockmann steht fest: "Auf schmalen Landstraßen sollte grundsätzlich höchstens Tempo 80 erlaubt sein." Das gelte auch für Alleen. Brockmann warnt: Gerade Bäume werden von Autofahrern unterschätzt. "Etwa 20 Prozent aller Verkehrstoten sterben an Bäumen", sagt Kellner.

Auch mehr Überholverbote könnten zur Sicherheit beitragen, meint Kellner. Dabei wäre für ihn die ideale Landstraße dreispurig. "Wenn mal die eine und dann die andere Seite überholen kann, ist der Überholdruck nicht da." Für die dritte Spur - wo es geht - plädiert auch der ACE Autoclub Europa: "Diese Spuren verhindern tödliche Überholmanöver mit Frontalcrashs", sagt Sprecher Rainer Hillgärtner. Allerdings seien die deutschen Landstraßen vom Idealzustand ziemlich weit entfernt. Der ACE fordert deshalb eine "Investitionsoffensive für mehr Sicherheit". Wirksame Unfallverhütung setze nämlich nicht nur regelkonformes Fahrverhalten und angepasstes Tempo voraus, sagt Hillgärtner. Auch auf die Qualität der Straßen komme es an. "Nachhaltig sanieren, das ist das Gebot der Stunde." Ein Beispiel seien die Bankette, die besser befestigt sein müssten, sagt der ACE-Sprecher. "Wer nur für wenige Zentimeter von der Fahrbahn abkommt, fährt häufig in Furchen und wird dann mit einem Überschlag auf den Acker bestraft." Die Lösung: unfallträchtige und kritische Abschnitte der Landstraßen regelmäßig inspizieren - und entschärfen.

Die Natur wird leiden

Aber eins ist klar: Die Vorschläge bremsen nicht nur die Autofahrer aus, sie rauben der Natur auch viel Fläche. Genau genommen sollen die Landstraßen deutlich breiter werden. Die Fahrbahnen sollen wachsen und der Seitenstreifen soll frei von Bäumen werden. Für die Allee kann das nichts Gutes bedeuten.

Kra mit DPA

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Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.