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Fahrbericht: VW Crafer: Crafts-Man

Mit dem neuen Crafter will VW bei Lieferdiensten und Handwerkern punkten. Dazu haben ihm die Wolfsburger auch eine üppige Ladung an Assistenzsystemen gegönnt.

Es wird den Volkswagen Crafter auch als Pritschenwagen geben

Es wird den Volkswagen Crafter auch als Pritschenwagen geben

Diesmal ist es ein Eigengewächs. Anders als sein Vorgänger, der in enger Zusammenarbeit mit Mercedes-Benz entwickelt und gebaut wurde, ist der neue Crafter ein eigenständiger Volkswagen. "Und wir alle sind verdammt stolz auf ihn," sagt Eckhard Scholz, Chef der VW-Nutzfahrzeugsparte. Selbst entwickelt, selbst gebaut: Im polnischen Wrzesnia haben die Wolfsburger einen komplett neuen Produktionsstandort hochgezogen, in dem ausschließlich der Crafter vom Band läuft.

Crafts-Man
Es wird den Volkswagen Crafter auch als Pritschenwagen geben

Es wird den Volkswagen Crafter auch als Pritschenwagen geben

Der Transporter, den es als Kastenwagen und mit Pritsche, in mehreren Längen und Höhen sowie front-, heck- und allradangetrieben geben wird, passt bestens in einen boomenden Markt, ist man sich bei VW sicher. Schon allein der Internet-Versandhandel treibe das Segment an: Seit 2010 habe sich der Umsatz der Web-Versender fast verdoppelt, sagt Scholz. "Und beinahe die Hälfte der Sendungen wird wieder retour zurückgeschickt." Reichlich Fahrten also.

Auch, wenn man es dem Crafter von der Seite auf den ersten Blick kaum ansieht: Der Lastesel wurde von Grund auf umgemodelt. Die Front mit den verchromten Querlamellen erinnert an das aktuelle Markengesicht etwa bei Passat, Jetta, Caddy, Sharan oder Multivan. Dabei haben es die Designer dank einer Optimierung bis hin zu den Seitenspiegeln geschafft, ihn mit einem Cw-Wert von 0,33 besonders windschlüpfrig zu machen. Entsprechend gering fallen auch die Windgeräusche aus. In der Fahrerkabine erkennt man schnell, das viele Schalter und Knöpfe aus dem großen VW-Regal stammen. Das Lenkrad etwa hat einen großen Einstellbereich in Tiefe und Neigung und ist Pkw pur, die Klimaanlage und der große Bildschirm in der Mittelkonsole kommen einem sehr bekannt vor, ebenso der ergonomisch hoch montierte Schalthebel. Der Kunststoff ringsum macht einen robusten Eindruck und ist pflegeleicht.

Natürlich sitzt man im Crafter nicht wie in einem Pkw - aber es liegen Welten zwischen diesem Arbeitsplatz und dem in den Transportern früherer Tage. Es gibt reichlich rutschfeste Ablagen für Handy, Ordner, Laptop, Paketscanner, Wasserflaschen & Co. Der üppige Fahrersitz bietet optional das Gütesiegel der "Aktion gesunder Rücken", ist vielfach einstellbar und auf Wunsch auch als Schwingsitz zu haben. Nur die Pedale könnten weiter auseinander liegen: Mit breiten Arbeitsschuhen verkabbelt man sich leicht zwischen Gaspedal und Bremse. Unter der Doppelsitzbank für den Beifahrer gibt es weiteren Stauraum.

Dass die Designer auch an Details gedacht haben, zeigt die Trennwand zum Laderaum: Das Fenster darin ist leicht schräg gestellt, so dass sich darin nächtens keine hellen Scheinwerfer mehr spiegeln und den Fahrer irritieren können. Ein weiteres Beispiel für das Mitdenken der Designer: In die Frontschürze haben sie Fußauftritte integriert, über die man zum Reinigen besser an die Frontscheiben kommt. Über die funkgesteuerte Zentralverriegelung läßt sich die Fahrerkabine separat verschließen, über eine Taste im Cockpit komplementär dazu nur der Laderaum. Neben einer optionalen 230-Volt-Steckdose im Fahrersitz, die 300 Watt zur Verfügung stellt, gibt es allein im Cockpit zwei bis drei weitere 12-Volt-Steckdosen.

Wichtig bei einem Nutzfahrzeug wie dem Crafter: Vielfalt und Variabilität. Entsprechend wird es ihn in drei Längen, drei Höhen und in vier Grundmodellen geben. Der Pritschenwagen ist mit Einzel- und Doppelkabine zu haben, dazu kommen weitere Karosserievarianten. Im Kastenwagen finden sich unter der Holzverkleidung Befestigungspunkte für Regale und andere Einrichtungen - beim Innenausbau muss man also nicht mit Bohrer und Säge ran als Blech und kann zum Beispiel bei einem Verkauf alle Einbauten auch schnell und unkompliziert entfernen. Das erhöht den Wiederverkaufspreis. Die seitlich Schiebetür öffnet sich auf 1,3 Meter Breite - zusammen mit der Ladekantenhöhe von 570 mm gut für stressfreies Beladen. Die Hecktüren lassen sich im Winkel von 270 Grad öffnen. Je nach Version bietet der Crafter als Kastenwagen zwischen 9,9 und 18,4 Kubikmeter Platz. Das reicht je nachdem für vier bis sechs Europaletten. Maximale Ladehöhe: 2.196 mm.

Eigens für den Crafter entwickelt wurde der TDI-Motor mit zwei Litern Hubraum und dem treffenden Namen "EA 288 Nutz". Ihn gibt es in drei Leistungsstufen mit 102 PS, 140 PS sowie als Bi-Turbo mit 177 PS. Gestartet wird mit Frontantrieb, später sollen dann Heckantrieb mit Zwillingsbereifung und Allradantrieb folgen. Standard ist ein präzise arbeitendes Sechsgang-Handschaltgetriebe, aber auch eine Automatik ist im Angebot. Mit dem 103 kW/140 PS-Motor ist der Dreitonner auch beladen agil und flott unterwegs bei einem offiziellen Verbrauch von 7,4 Litern auf 100 Kilometer (Kastenwagen). Real liegt der Verbrauch mit gut acht Litern nur unwesentlich höher. Der Motor selbst bleibt akustisch immer präsent, wird aber nie unangenehm laut. Die Federung ist für einen Transporter durchaus komfortabel - lediglich unbeladen poltert er bei Bodenwellen gelegentlich unwillig los.

Auch in Sachen Elektronik und Helferlein hat VW den Crafter aufgerüstet. Neu ist zum Beispiel die elektromechanische Lenkung: leichtgängig und präzise genug, um den als Kastenwagen selbst in der kürzesten Version fast sechs Meter langen (bis 7.391 mm Länge sind möglich) und über 2,4 Meter breiten Nutzlastspezialisten gut durch zu den Alltag zu bringen. Dazu kommen Tempomat mit automatischer Distanzregelung (ACC), ein Assistent zum Rangieren mit dem Anhänger, Park- und Fernlichtassistent, Rückfahrkamera, Spurhalteassistent, elektronische Erkennung von seitlichen Hindernissen, eine Schnittstelle für das Flottenmanagement, und, und, und. Für den neuen VW Crafter sind mindestens 33.677 Euro fällig - dann mit mittlerem Radstand, normalhohem Dach und 102 PS starkem Diesel samt Frontantrieb und Sechsgang-Handschaltung. Marktstart ist im März 2017.

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Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.