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Falscher Verdacht gegen Handwerker Firmenwagen macht US-Klempner zum "Terroristen"


Was passiert, wenn der alte Firmenwagen in einem Video von islamistischen Terroristen auftaucht? Dann wird man auch für einen Terroristen gehalten - so erging es einem Klempner aus Texas.

Ein US-amerikanischer Klempner wird am Telefon beschimpft, über E-Mail bedroht - weil alle Welt ihn für einen gefährlichen Dschihadisten hält. Mark Oberholtzer ist alles andere als das. Seit 32 Jahren führt er den Betrieb Mark-1 Plumbing in Texas City. Berühmt wurde er über Nacht - ungewollt -, als Videos auftauchten, die seinen früheren Pick-up in Syrien zeigten. Die Islamisten der Ansar al-Deen-Front haben seinen alten Ford F-250m mit einem leichten Luftabwehrgeschütz ausgerüstet - auf dem Video ist es bei einem Feuerüberfall zu sehen.

Der Klempner-Ford im Einsatz

So weit, so schlecht. Das Problem für Oberholtzer: Die Milizionäre waren zu faul, die Werbe-Folien mit dem Namen seines Klempnerbetriebes von dem Pick-up zu entfernen. Deutlich lesbar steht auf der Seite des Trucks: "Mark-1 Plumbing" - inklusive Telefonnummer und Kontaktdaten des Klempners. So begann das Telefon des ahnungslosen Oberholtzer zu glühen.
Dem lokalen Blatt, den "Galveston County - The Daily News", sagte er, dass das Fahrzeug aus dem Video sein Wagen sei, er aber keine Ahnung habe, wie der Pick-up nach Syrien gekommen ist. Er habe den Wagen vor etwa drei Jahren an einen Autohändler verkauft und sich keine Gedanken darüber gemacht, wer die Werbefolie entfernen würde. "Das sollte der Händler machen und jetzt sieht es so aus, als habe er es nicht gemacht. Keine Ahnung, wie der Wagen nach Syrien gekommen ist."

Mit den Folien in den Export

Der Ford-Händler, der den Wagen gekauft hatte, fühlt sich ebenfalls nicht verantwortlich. Die Papiere des Pick-ups seien gleich an eine Auktionsfirma weitergeleitet worden. "Wir haben den nur durchgereicht." Wenn sie den Ford verkauft hätten, hätten sie auch die Logos entfernt. Wenn der Wagen aber nicht an einen Endkunden, sondern an einen weiteren Händler gehe, müsse der sich darum kümmern.

Oberholtzer will nur, dass der Spuk ein Ende findet. Zu den Anrufen sagte er den "Galveston News" nur knapp: "Manche Leute können ganz schön eklig werden."

Weil das Ganze seinem Geschäft erheblich geschadet habe, hat Oberholtzer den Ford-Händler jetzt verklagt. In der Klage heißt es: Die langjährige Sekretärin habe zu viel Angst, zur Arbeit zu kommen. Nachdem er Morddrohungen erhalten hatte, musste Oberholtzer seine Familie evakuieren und hat sie an einem geheimen Ort in Sicherheit gebracht. Besorgt suchte Oberholtzer die Hilfe von FBI und der Homeland Security. Der Rat der Behörden lautete: Er solle sich bewaffnen, denn "dort draußen laufen jede Menge Verrückte herum".


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