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Genfer Autosalon: Voll aufs Gas

Auf dem Genfer Automobilsalon wird der Lust am schnellen Fahren gefrönt. Wie in der Formel 1 nutzen einige der Superrenner zusätzlich die Kraft eines Elektromotors und kratzen so an der 1000-PS-Marke.

In der Formel 1 kämpfen Ferrari und McLaren schon seit Jahren um Punkte. Seit 2009 Jahren auch unterstützt durch das elektrische KERS-System, das pro Runde für 6,6 Sekunden 82-Extra-PS zur Verfügung stellt. Die werden gerne zum Überholen genutzt. Es war ja nur eine Frage der Zeit, bis es zum Stellvertreter-Duell auf der Straße kommen würde. Auf dem Genfer Salon ist es nun soweit: der McLaren P1 und der La Ferrari kreuzen unter dem Deckmantel der Straßenzulassung die Nockenwellen - und das mit elektrifizierter Unterstützung.

Schaut man auf die PS, bewegen sich beide fast auf Augenhöhe: Beides sind Karbon-Boliden. Der Italiener knallt 963 PS auf die Hinterräder, der Brite belässt es bei 916 Pferdestärken. Der Top-Speed der Erzrivalen pendelt sich bei 350 km/h ein, genauso wie das Drehmoment von 900 Nm. Beide erreichen nach 15 (Ferrari) beziehungsweise 17 Sekunden (P1) die 300-km/h-Marke. Schnell genug, um den Fahrer nachhaltig in den Schalensitz zu pressen, der beim roten Renner aus Maranello übrigens F1-mäßig an den Fahrer angepasst wird. Doch im Detail offenbaren sich grundlegende Unterschiede. Während der McLaren-Verbrenner aus acht doppelt aufgeladenen Töpfen mit 3,8 Litern Hubraum sein brabbelndes Stakkato ertönen lässt, sind es beim La Ferrari traditionsgemäß zwölf, deren Klangkörper 6.262 Kubikzentimeter Volumen hat.

Auch die Elektrifizierung läuft unterschiedlich ab: Der P1 verbaut einen Leichtbau-E-Motor mit 179 PS, während die Scuderia mit den Formel-1-Genen spielt und ein HY-KERS (Kinetic Energy Recovery System) installiert. Das besteht aus zwei E-Aggregaten, von denen eines sich um Verbraucher, wie Anlasser, kümmert und eines zwischen Getriebe und Zwölfzylinder steckt. Bei beiden wird die elektrische Kraft dazu genutzt, um die Schwächen der Verbrenner auszugleichen. Beim McLaren ist es das Turbo-Loch, das laut McLaren-Chef Ron Dennis durch die E-Maschine "eliminiert wird" und beim Ferrari wird der Drehzahlkeller des Zwölfenders kompensiert. Nur beim Rekuperieren wählen beide verschiedene Ansätze: Der Brite lädt die Akkus, beim Bremsen, der Italiener macht die ebenfalls, setzt aber noch einen drauf: hat der La Ferrari einen Drehmoments-Überschuss, zum Beispiel, wenn es schnell um enge Kurven geht, wird diese Energie ebenfalls in die Batterie geleitet, die 60 Kilogramm wiegt, und wie die 96 Kilo-Akkus des McLaren am Unterboden platziert sind, um mit tiefem Schwerpunkt eine perfekte Gewichtsbalance herzustellen - das bedeutet beim Ferrari 59 Prozent des Gewichts liegen auf der Hinterachse.

"Das ist der beste Sportwagen aller Zeiten"

Die Aerodynamik ist bei solchen Kraftprotzen genauso wichtig, wie die PS-Power. Ferrari und McLaren setzten auf einen dynamischen, variablen Anpressdruck, der durch ausfahrbare Spoiler generiert wird. Bei so viel Hightech-Rausch kann das britische Understatement schon mal verloren gehen. "Das ist der beste Sportwagen aller Zeiten. Wir werden auf der Nordschleife alle Rekorde brechen und eine Zeit von unter sieben Minuten schaffen", trompetet Ron Dennis. Ferrari hält sich mit solchen Aussagen zurück. Doch die Fakten zeigen das Leistungsvermögen des La Ferrari: Auf der Heimstrecke in Fiorano war der Neue fünf Sekunden schneller als der Enzo und über drei Sekunden schneller als der ebenfalls topmoderne F12 Berlinetta. Das sind auf diesem Kurs Welten. Das Rennen ist eröffnet.

Rare PS-Monster

Wenn man eines der beiden PS-Monster haben will, muss man sich beeilen: Nur 449 Ferrari und 375 McLaren werden gebaut. Exklusiv, keine Frage, aber nichts im Vergleich zum Lamborghini Veneno, der anlässlich des 50-jährigen Geburtstages nur dreimal gebaut wird. Wie sein Namensgeber, der aggressive Stier, der 1924 den berühmten Torero José Sánchez Rodríguez während eines Stierkampfes tödlich verwundete, will der Lambo die Konkurrenz auf die Hörner nehmen. Optisch gelingt ihm das auf jedem Fall: Der Veneno sieht aus wie eine Granate und kann dies auch durch die Fahrleistungen bestätigen: Trotz eines PS-Defizits von 166 beziehungsweise 213 Pferdestärken (La Ferrari), schafft der Lamborghini 355 km/h und bleibt im 100 km/h-Sprint zwei Zehntel unter drei Sekunden. Beim Preis spielt der allradgetriebene Kampfstier mit drei Millionen Euro ohnehin in einer eigenen Liga.

Etwas weniger dürfte das schnellste Auto, das in Spanien gebaut wird, kosten. Der GTA Spano kann aber von den Fahrleistungen mit den berühmten Konkurrenten mithalten. Der aufgeladene V-10-Motor hat einen Hubraum von 8,4 Litern, schafft 900 PS und katapultiert die Flunder aus Valencia mit einem Drehmoment von 1.000 Nm auf über 350 km/h. Mit dem Sprint von null auf hundert in 2,9 Sekunden, gehört der Supersportler mit einem Chassis aus Karbon, Kevlar und Titan zu den schnellsten Autos unserer Tage. Geschalten wird mit einem sequentiellen Siebengang-Getriebe. Und damit der Fahrer auch genau sieht, wen er auf der Autobahn verbläst, ist der Rückspiegel ein Sieben-Zoll-Monitor. Auch ansonsten ist alles an Bord, was sich der verwöhnte Autofahrer in China, den Vereinigten Arabischen Emiraten und Deutschland wünscht: Angefangen von klimatisierten Sitzen bis hin zu variablen Dämpfern.

Mit 573 PS und einem Drehmoment von 620 Newtonmetern muss spielt der Sechsliter-V12 nicht in der ersten Liga des Aston Martin Vanquish Volante nicht in der ersten Liga der Supersportwagen. Doch beim Stil ist das Cabrio aus England ganz weit vorne mit, ebenso wie der Porsche GT 3. Der 315 km/h schnelle 911er läutet das Jubiläumsjahr der Porsche-Ikone ein. Zum ersten Mal setzt Porsche bei einem Serienmodell eine aktive Hinterachslenkung ein. Und das 475 PS kaum reichen, um auf dem Genfer Salon Aufsehen zu erregen, warten alle auf den hybriden Supersportler Porsche 918.

Press-Inform / pressinform

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Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.