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Ice Race Grand Prix: Feuer auf Eis

Im österreichischen Zell am See fand nach 45 Jahren Pause wieder das legendäre Eisrennen statt. Beim Revival des Highspeed-Schneespektakels flogen Motorstars wie Walter Röhrl und Mark Webber um die Ecken. Auch Amateure in ihren heißen Kisten ließen es fliegen.

Walter Röhrl bewegte den Rallye-Prototypen Porsche 718 Cayman GT4

Walter Röhrl bewegte den Rallye-Prototypen Porsche 718 Cayman GT4

Als der Fetzenflieger um die Kurven der Eispiste feuerte, spielte sogar "The Hoff" nur die zweite Geige. "That\'s just a great vehicle", freute sich der Baywatch- und Knight Rider-Star David Hasselhoff. Die Fans sahen es offenbar ähnlich und kamen, um nach 45 Jahren beim Ice GP Race in Zell am See wieder rasante Drifts auf spiegelglattem Eis hautnah zu erleben. Der Audi Formel E-Renner und ein Alfa 8C - die Gegensätze der Mobilität konnten nicht größer sein. Bei manchen Fahrzeugen schlug die Nase Alarm und man fragte sich, welches Gemisch wohl in den Brennräumen verbrannt wurde. Im Dreieck auf dem Flugfeld inklusive Schikane tobten sich Profis und Herrenfahrer gleichermaßen aus. Schnee spritzte, der Geruch von verbranntem Benzin mischte sich mit den Schwaden von heißem Glühwein.

Feuer auf Eis
Walter Röhrl bewegte den Rallye-Prototypen Porsche 718 Cayman GT4

Walter Röhrl bewegte den Rallye-Prototypen Porsche 718 Cayman GT4

Trotz frostiger Kälte bejubelten die Fans jeden Drift frenetisch. Walter Röhrl ballerte in dem Rallye-Prototypen Porsche 718 Cayman GT4 über den See, ehe er in seinem 1985er Audi Sport Quattro, mit dem er sich bei der Rallye Monte Carlo ein packendes Duell mit Ari Vatanen lieferte, im Höllentempo um die spiegelglatten Kurven donnerte. In Sichtweite zur Rennstrecke: Das Schüttgut, die Heimat von Wolfgang Porsche, dem Chef der einflussreichen Automobilfamilie. Malerisch an einem Hang gelegen, daneben eine kleine Kapelle, in der mit einer Sondergenehmigung verstorbene Familienmitglieder begraben werden dürfen. Das Oberhaupt des Clans ließ es sich natürlich nicht nehmen, selbst beim GP Ice Race vorbei zu schauen und hat sicher eine nicht unwesentliche Rolle bei der Wiederauflage des Traditionsrennens gespielt.

Die Ursprünge des Spektakels reichen zurück bis vor den Zweiten Weltkrieg. Bereits 1937 fand auf dem zugefrorenen Zeller See das erste Motorrad-Skijöring statt. Die Wiederauflage 1952 trug schon den Beinahmen Dr. Porsche. Schließlich hatte sich die Ingenieursfamilie während des Kriegs in Zell am See niedergelassen. Noch heute befindet sich das Hauptquartier der von F. A. Porsche ins Leben gerufene Tochterfirma "Porsche Design" in Zell am See. Schon 195 durften Automobile auf dem Eis tanzen. Mit den Jahren entwickelt sich das winterliche Kräftemessen in den österreichischen Alpen zu einem Mekka des Eisrennsports. Tausende Zuschauer pilgerten nach Zell am See, um den wagemutigen Piloten zuzujubeln. Die Geschwindigkeiten steigerten sich mit den PS-Zahlen der Autos: 1973 dominiert der schwedische Eisspezialist Borje Sjöbom mit einer aberwitzigen Durchschnittsgeschwindigkeit von 114,28 km/h das Rennen. Doch die eisige Himmelstürmerei auf dem See nahm 1974 ein jähes Ende, als ein Gemeindemitarbeiter bei Räumarbeiten mit seinem Unimog im Eis einbrach und nicht mehr gerettet werden konnte.

Es dauerte fast ein halbes Jahrhundert, ehe die potenten Verbrennungsmotoren in Zell am See wieder aufheulen durften. Die Neuauflage des Eis-Spektakel auf einem Flugplatz vor der pittoresken Bergkulisse unweit de Großglocknerpasses ließ Autofans mit der Zunge schnalzen: Rallye-Fahrer Jochi Kleint fegte mit dem Doppelmotor-600 PS-Monster Golf II Pikes Peak durch den Schnee. Ein Highlight der besonderen Art stellte der DTM-Renner Audi RS 5 DTM dar. Um die unbändige Power des hochgezüchteten Boliden auf das Eis zu bringen, trieben die Mechaniker sechs Millimeter lange Nägel durch die Laufflächen der Pneus. Größere Spikes waren nicht möglich, sonst hätten die Walzen nicht in die Radkästen gepasst: Resultat: Profi-Pilot Rene Rast konnte den Audi RS 5 DTM nur mit Mühe gerade gehalten und schaute unter dem Gejohle der Zuschauer meistens durch die Seitenscheibe auf die Strecke.

Neben den Zeitläufen der Werksfahrer waren auch rund 130 Amateure, die in verschiedenen Klassen antraten, das Salz in der Suppe bei dem Vollgas-Event. Autos wie ein Lancia Delta Integrale, ein Puch 650 TR, ein Mitsubishi Lancer Evo 4 RS oder ein Trabant 601 wurden mindestens genauso bejubelt, wie die aktuellen Rennsportler. Eine ganz besondere Historie hat der eingangs erwähnte Fetzenflieger. Mit ihm fuhr Otto Mathé, der nach einem Unfall nur noch einen Arm einsetzen konnte, in den 1950er Jahren den Konkurrenten auf dem Eis um die Ohren. Dass diese Spinne auf vier Rädern mit einem Leergewicht von 395 Kilogramm und 130 PS wie gemacht für das Feuern auf dem Eis ist, davon konnten sich die Fans beim Ice GP Race mehr als 60 Jahre nach dem Debüt des eigenartigen Rennwagens überzeugen.

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Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.