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Kei-Cars in Japan: Klein, süß, typisch japanisch

Wer in Tokio, Sapporo oder Kyoto etwas auf sich hält, fährt ein europäisches Luxusauto. Mit Mercedes E-Klasse, BMW 7er, Jaguar F-Type oder Porsche 911 zeigt jeder, dass er es geschafft hat. Doch gerade in den Millionenstädten fährt die breite Masse das genaue Gegenteil: Kei-Cars. Winzig, praktisch und vergleichsweise günstig.

Tokio Motor Show 2013

Tokio Motor Show 2013

Die Jugend in Japan hat nicht mehr so recht Lust auf Autos. Die Straßen platzen aus allen Nähten, Parkplätze sind unbezahlbar und ganz nebenbei ist das Netz an öffentlichen Verkehrsmitteln das beste auf der ganzen Welt. Kein Wunder, dass sich Heranwachsende in Metropolen wie Tokio oder Hiroshima vieles Wünschen, außer einem eigenen Auto. Sie sitzen morgens, mittags und abends in der Metro und starren während der Fahrt versonnen auf das eigene Smartphone. Wer nicht in der U-Bahn oder dem Zug sitzt, gönnt sich zu abendlicher Stunde eine Taxifahrt und genießt den 80er-Jahre-Charme in Modellen wie Nissan Cedric oder Toyota Crown. Wenn schon ein eigenes Auto, dann fällt die Wahl in vielen Fällen auf die allzu beliebten Kei-Cars, die je nach Region in Japan einen Markanteil von 35 bis 60 Prozent haben.

Klein, süß, typisch japanisch
Tokio Motor Show 2013

Tokio Motor Show 2013

Kei-Cars sind mit Abstand die günstigste Möglichkeit, in Japan ein eigenes Auto zu fahren. Kurz nach dem Zweiten Weltkrieg entschieden sich die Japaner eine neue, völlig eigene Fahrzeugklasse einzuführen. 1949 wurden die Kei-Cars, maximal 3,40 Meter lang, 1,48 Meter breit und von einem Motor mit maximal 660 Kubikzentimetern angetrieben, offiziell eingeführt. Die Kleinstwagen sind steuerbegünstigt, mit einem gelben Nummernschild unterwegs und genießen Sonderregelungen, was den Nachweis eines Parkplatzes angeht. Zahlen Kei-Car-Fahrer nur umgerechnet 81 Euro, wird darüber hinaus bis zur Ein-Liter-Marke dreimal so viel fällig. Gleichzeitig fahren sie auf mautpflichtigen Autobahnen günstiger. Wird beispielsweise die 350 Kilometer lange Strecke von Tokio nach Nagoya zur Berechnung herangezogen, zahlen die Kei-Cars nur 43 statt 54 Euro. Noch wichtiger ist aber das Parkplatzproblem. Längst können in Japan nur Autos zugelassen werden, für die auch ein fester Stellplatz zur Verfügung steht - mit der Ausnahme von Kei-Cars.

Einst waren die kleinen Cityautos nur müde Fortbewegungsmittel, mit denen man vergleichsweise günstig, trockenen Fußes von A nach B kam. Über die Jahre wurden die Fahrzeuge einfallsreicher und individueller. Turboaufladungen holen aus den Dreizylindern mittlerweile bis zu 100 PS heraus. Bei den Kei-Cars gibt es zwei Arten. Die einen sind Kleinwagen für solche Japaner, die einen besonders stylishen, urbanen Lebensstil zeigen wollen. Bisweilen sind dies sogar Coupés oder kleine Roadster für maximal zwei Personen. Eines dieser Modelle, der Daihatsu Copen, schaffte es Mitte des vergangenen Jahrzehnts sogar als cooler Exportschlager bis nach Europa. Ähnlich schick und individuell sind Modelle wie der Suzuki Hustler oder der Suzuki Lapin. In Europa nahezu undenkbar: der 52 PS starke Bunny-Wagen Lapin als reines Frauenauto deklariert. Große Augen, satte Rundungen und fesche Farben fallen schon von außen auf. Das eigentlich Weibliche findet allerdings im Innenraum statt. Hier finden sich zwei Schminkspiegel, ein halbes Dutzend Ablagefächer, Handtaschenhalter und eine wohlige Wohnzimmeratmosphäre. Mit dem Drücken des Startknopfes erscheinen ein paar Häschen im Display, die ihre Fahrerin willkommen heißen und sogar zum Geburtstag gratulieren. Der ebenfalls nur rund 700 Kilogramm schwere Suzuki Hustler ist maskuliner und verfügt trotz überschaubarer Dimensionen über Details wie Bremsenergie-Rückgewinnung, ESP, Citynotbremse, Allradantrieb und natürlich ein Navigationssystem. Wem die 52 PS nicht reichen, steigt in die 64 PS starke Sportversion. Noch spektakulärer: der Suzuki Cara und der baugleiche Autozam AZ-1 von Mazda aus dem Jahre 1993 mit Flügeltüren.

Die meisten wollen jedoch nicht unbedingt die eigene Lebensart zur Schau stellen, sondern maximalen Mobilitätsnutzen auf minimalen Raum genießen. So erklären sich die zahlreichen Mikrobusse und -transporter, die die Städte der Innenstädte bevölkern. Sie heißen Daihatsu Tanto, Mazda Scrum oder Suzuki Palette und haben Ausstattungsdetails wie ausklappbare Sitze, große Schiebetüren und eine kaum zu schlagende Variabilität. Große Bildschirme, Soundsystem, Spielkonsolen, WLan-Zugang und eine voll vernetzte Hightech-Navigation haben selbst die kleinsten Kei-Cars an Bord. Schließlich gehören nicht nur in Tokio ein bis zwei Stunden Stau täglich auf dem Weg in die Arbeit dazu. Für umgerechnet 13.000 bis 20.000 Euro gibt es die knapp eine Tonne schweren Allzweckmobile mit Leistungen von 40 bis 70 PS. Längst laufen Planungen, die kommenden Minibox-Vans mittelfristig von einem Elektromotor antreiben zu lassen. Die maximale Reichweite ist angesichts der überschaubaren Distanzen innerhalb der Städte kein Problem.

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Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.
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