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Kia Sportage 1.6 T-GDI DCT AWD Europe first

Kia Sportage MJ 2022
Kia Sportage MJ 2022
© press-inform - das Pressebuero
Der neue Kia Sportage punktet mit einem modernen Innenraum, großen Displays und vielen Assistenzsystemen. Allerdings ist beim Fahrwerk noch Feinarbeit nötig.

Wenn man von einem automobilen Haifischbecken spricht, kommt einen sofort das Kompaktsegment in den Sinn. Handelt es sich dann noch um einen Crossover, haben die Konkurrenten besonders scharfe Zähne. Schließlich winken in dieser Klasse satte Verkäufe, aber nur, wenn das Preis-Leistungs-Verhältnis stimmt und wenn man zu viel ins Auto packt, wird das Paket zu teuer und man driftet schnell ins Premium-Segment ab. Genau in diesem anspruchsvollen Umfeld, in dem sich Wettbewerber wie der Skoda Karoq, der Mazda CX-5 oder der VW Tiguan tummeln, hat sich der Kia Sportage etabliert. Ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis war bisher die Erfolgsformel. Das soll auch bei der fünften Generation, die ab Januar beim Händler steht, so bleiben, aber die Zeiten der Billigheimer-Attitüde sind längst vorbei.

Damit die Koreaner mit dem neuen SUV möglichst viel von dem Rahm der hochgelegten Vehikel der Golfklasse abschöpfen, bieten sie beim Sportage eine umfangreiche Palette an Antriebskombinationen an. Von Diesel bis hin zu Ottomotoren, die mit einem manuellen Getriebe, einer Automatik oder einem Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe kombiniert werden können. Die Plug-in-Hybridversion kommt erst im Frühjahr 2022, der Vollhybrid gar nicht nach Deutschland, also haben wir uns für den Milhybrid-1.6 T-GDI-Benziner mit 132 kW / 180 PS samt Siebengang-DCT entschieden. Vor der Testfahrt haben uns die Kia-Verantwortlichen noch eingeschärft, dass der Sportage Generation 5 speziell für Europa entwickelt wurde, was sich vor allem beim Fahrwerk bemerkbar machen soll, das mehr Sportlichkeit erlaubt, ohne den Komfort aufzugeben. Nicht die einfachste aller Abstimmungsaufgaben.

Das betont futuristische Antlitz mit der riesengroßen Tigernase (BMW lässt grüßen) und dem v-förmigen Tagfahrlicht trifft nicht ganz unseren Geschmack, der Innenraum dagegen umso mehr. Das Interieur mit den beiden 12,3 Zoll großen Displays und der breiten Mittelkonsole übernimmt Elemente des Stromers Kia EV6, was ja nicht die schlechteste Referenz ist. Zumal beim neuen Sportage ein paar praktische Details dazukommen. Zum Beispiel schnalzen die Rahmen der beiden Becherhalter in der Mittelkonsole erst auf Knopfdruck heraus. Sind diese versenkt, finden auch größere Teile Platz. An den Rücklehnen der Sitze befinden sich Kleiderbügel Platz, in deren obere Einbuchtung auch Tablets passen könnten. Jedenfalls merkt man, dass die Koreaner sich auch bei den Dienstwagenfahrer beliebt machen wollen.

Platz war beim Kia Sportage auch bisher ohnehin kein großes Thema. Also war es nicht nötig, Wachstumshormone zu spritzen. In der Länge legt der Crossover um drei Zentimeter auf 4.515 Meter, in der Breite um einen Zentimeter auf 1,865 Meter genauso wie beim Radstand, der auf 2,68 Meter wächst, zu. Allerdings haben die Koreaner bei der Raumökonomie eine ganze Schippe draufgelegt. Hinten hat man auf den viel Platz und dass die Lehnen der Rückbank per Hebel nach vorne schnellen, zahlt ebenfalls in die Bequemlichkeitsrechnung ein. Der Ladeboden steigt allerdings leicht an. Dafür ist das Kofferraumvolumen mit 562 bis 1.751 Litern mehr als ordentlich.

Bei der Konnektivität und dem Infotainment spielt der Sportage ohnehin ganz vorne mit. Eigene App, Einbindung des Smartphones via Apple CarPlay oder Android Auto und viele hauseigene Apps, die per Berührung aktiviert werden. Apropos: Die schmale Touchscreenleiste unter dem großen Monitor für schnellen Zugriff beim Klima und anderen Funktionen per Direktwahl ansteuern lassen, vereinfacht die Bedienung. Bei den Assistenzsystemen bietet sich der Sportage angesichts des Segments, in dem er angesiedelt ist, einiges. Allerdings ist ein Head-up-Display weder für Geld noch für gute Worte zu bekommen. Dafür sind unter anderem ein Toter Winkel Assistent, Querverkehrserkennung inklusive Abbiegefunktion und Rundumkamera an Bord. Der adaptive Tempomat reagiert auf vorausfahrende Fahrzeuge und bremst zuverlässig ab. Etwas kniffliger ist es, den flexiblen Beschleunigungsregler so zu konditionieren, dass er auch auf die Geschwindigkeits-Verkehrsschilder reagiert, die auch im Display angezeigt werden. Sobald eine Geschwindigkeitsbegrenzung angezeigt wird, muss man den Tempomat auf diese Zahl einstellen, dann funktioniert es.

Bleibt zuletzt noch das Fahren, das ja jetzt europäisiert sein soll. Bei den Reglern hat man schon mal ganz genau hingeschaut. Die automatische Schaltung wird per Drehregler aktiviert, genauso wie die Fahrmodi Eco, Normal und Sport. Die Offroad-Ergänzungen Snow (Schnee), Mud (Schlamm), Sand sind dem Plug-in-Hybriden vorbehalten, auch wenn unser Sportage mit Allradantrieb um die Kurven rollt. Dynamiker ist der 1.648 Kilogramm schwere Crossover keiner. Nach neun Sekunden ist Landstraßentempo erreicht und bei 201 km/h ist Schluss. Beim Verbrauch gibt Kia 6,9 Liter pro 100 Kilometer. Wir brauchten bei unserer ersten Testfahrt 7,9 l/100 km. Die Unterschiede zwischen den Fahrprogrammen sind spürbar. Zwar ist der Komfort immer gegeben, aber im Bestreben, dem SUV mehr Dynamik einzuhauchen, haben die Techniker das Fahrwerk unharmonisch abgestimmt. Die adaptiven Dämpfer sind straffer eingestellt und vermitteln mehr Dynamik, aber die Karosserie wippt bei langen Wellen nach. Am besten klappt das Zusammenspiel noch im Sport-Fahrprogramm. Bleibt noch der Preis: Der neue Kia Sportage kostet mindestens 27.790 Euro, die gefahrene Version mit Doppelkupplungsgetriebe, Allradantrieb und GT-Line schlägt mit 45.490 Euro zu Buche. Zum Vergleich: Der VW Tiguan beginnt bei 29.855 Euro.

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