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Motorsport Mille Miglia 2021 - die schönste Oldtimerrallye der Welt

39. Mille Miglia 2021
39. Mille Miglia 2021
© press-inform - das Pressebuero
Es gibt zahllose Oldtimerrallyes - in Europa und in der ganzen Welt. Doch keine der Veranstaltungen ist so wie die legendäre Mille Miglia - daran ändert auch die Corona Pandemie nichts. Das Klassikerrennen in der nördlichen Hälfte Italiens begeistert die Massen in aller Welt - und macht sich ganz nebenbei bereit für die Elektromobilität.

Die Pandemie hat der Oldtimerszene in den vergangenen 18 Monaten mächtig zugesetzt. Anders als die Versteigerungen, die zumindest virtuell stattfinden konnten, sieht es mit den beliebten Oldtimerrallyes anders aus. Am Bildschirm geht nichts und die Mille Miglia ist neben dem festen Termin im Jahreskalender seit langem ein italienischer Wirtschaftsfaktor, auf den viele Gemeinden, Tourismusverbände und nicht zuletzt der Veranstalter setzen. Nachdem das letztjährige Rennen durch die Pandemie in den Herbst 2020 wanderte, ging es für die knapp 400 Teams diesmal mit einer leichten Verschiebung von Mai wieder im Frühsommer auf die traditionsreiche Strecke von Brescia nach Rom und wieder zurück. Die ursprüngliche Rennveranstaltung der Mille Miglia wurde von 1927 bis 1957 als offizielles Straßenrennen ausgefahren. Seit 1977 wird die Mille als Gleichmäßigkeitsfahrt für historische Fahrzeuge durchgeführt und ist seither die renommierteste Oldtimerrallye weltweit. Halb Italien auf vier historischen Rädern - und wer will, kann mittlerweile sogar in einem Elektroauto dabei sein.

Nicht nur die italienischen Heimspieler dominierten viele Jahre das rasend schnelle Autospektakel, sondern auch die deutschen Hersteller feierten auf der ursprünglichen Mille Miglia zwischen 1927 und 1957 spektakuläre Erfolge. Bis heute Legende der Überraschungssieg von Rudolf Caracciola im Jahre 1931 in seinem Mercedes SSKL, der die über 1.600 Rennkilometer am 12. / 13. April 1931 zusammen mit seinem Beifahrer Wilhelm Sebastian in 16 Stunden, 10 Minuten und 10 Sekunden bewältigte. Caracciola war der erste nichtitalienische Fahrer, der die Mille Miglia gewann und die 150 anderen Fahrer hinter sich lassen konnte. Der 300 PS starke Mercedes SSKL mit seinem 7,1 Liter großen Sechszylinder-Kompressor schaffte auf der Geraden 235 km/h und düpierte die Konkurrenz.

Stirling Moss hält den wahren Mille-Miglia-Rekord

Doch nicht nur Mercedes drückte der Mille Miglia als Rennveranstaltung seinen Stempel auf. Einer der großen Klassiker auf der historischen Mille ist bis heute der BMW 328, der in den späten 1930er Jahren für Furore sorgte. Bei dem italienischen Autorennen machte er erstmals 1938 mit dem Sieg in der Wertungsklasse für Fahrzeuge mit maximal 2,0 Litern Hubraum auf sich aufmerksam. Zwei Jahre später folgte der Gesamtsieg für Fritz Huschke von Hanstein und Walter Bäumer in dem aerodynamisch verkleideten BMW 328 Mille Miglia Touring Coupé.

Bis heute hält Stirling Moss den wahren Mille-Miglia-Rekord. Gemeinsam mit Denis Jenkinson donnerte der Brite in seinem Mercedes 300 SLR der Baureihe W 196 S durch die nördliche Hälfte Italiens und schuf dabei 1955 in 10:07,48 Stunden einen Rekord für die Ewigkeit. Ihr Durchschnittstempo: unglaubliche 157,65 km/h. Davon können die Teilnehmer der heutigen Oldtimerrallye nur träumen und fast alle haben es vor dem Start schon einmal getan. Denn auch wenn es um Gleichmäßigkeit bei zahllosen Zeitprüfungen geht, wird auf der Mille Miglia betont scharf gefahren und die bisweilen lockeren italienischen Regeln im Straßenverkehr werden für mittlerweile vier Tage außer Kraft gesetzt. Die nahezu gesetzlose Raserei - in Italien lange Jahre nicht nur geduldet, sondern während des Oldtimerrennens zelebriert - ist zu einer überaus flotten Rallye geworden, bei der Oldtimer jedes Mal aufs Neue eine echte Schau sind.

1800 Kilometer 

Ob nun Hochgeschwindigkeitsrennen von einst oder spektakulärste Oldtimerrallye der Welt - am Ende fühlen sich beim Zieleinlauf alle wie Heroen, denn die fast 1.800 Kilometer im ambitionierten Galopp verlangen Mensch und Maschine viel ab. Bei der diesjährigen 39. Auflage siegte die Fahrerpaarung Andrea Vesco und Fabio Salvinelli in einem Alfa Romeo 6C 1750 Super Sport aus dem Jahre 1929 mit der Startnummer 43. Andrea Vesco feierte damit bereits seinen dritten Erfolg bei dem Italien-Klassiker. Im vergangenen Jahr hatte Andrea Vasco das Rennen zusammen mit seinem Vater Roberto gewonnen. Andrea Vesco und Fabio Salvinelli siegten letztlich mit schmalen 56 Punkten Vorsprung vor dem Lancia Lambda Spider Casaro mit der Startnummer 41 ebenfalls aus dem Jahre 1929, der von Andrea Luigi Belometti und Gianluca Bergomi pilotiert wurde. Auf Platz drei ebenfalls ein Lancia Lambda Spider Casaro mit dem Team Gianmario Fontanella und Anna Maria Covelli. In den neuen Kategorien Mille Miglia Experience siegte Kimura Hidemoto and Kawashima Shintaro in einem seltenen Aston Martin V8 Zagato, während die Mille Miglia Green von Stefano Orlandini und Dennis D\'Amico in einem elektrischen Jaguar I-Pace siegreich waren und nach vier Hitzetagen wieder über die Start- und Zielrampe in Brescia fuhren. Von 375 Rennteam sahen trotz glühend heißer Temperaturen 341 die schwarz-weiße Zielflagge.

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