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NAIAS 2017: Blasse Nummer in Motown

Während in Detroit bei der North American International Auto Show für die Autoindustrie das neue Jahr beginnt, fragt sich der Rest: Was kommt nach dem 20. Januar? Die NAIAS lässt viele Fragen offen.

Toyota Camry 2018 - Bestseller der USA

Toyota Camry 2018 - Bestseller der USA

Die USA stehen in diesem Monat einmal mehr im Fokus der Weltöffentlichkeit. Donald Trump wird am 20. Januar als neuer Präsident der USA vereidigt; nicht ohne kurz vor der Auftaktmesse noch gegen die Autohersteller zu wettern, die im Nachbarland Mexiko ihre Produktionsanlagen erweitern wollen. Zeitgleich finden die von den meisten Amerikanern heiß geliebten Playoffs der Nationalen Football Liga, kurz NFL, statt. In eben jener NFL ist es am vergangenen Spieltag dem Green Bay Packers-Quarterback Aaron Rodgers gelungen, einen sogenannten Hail Mary Pass zu seinem 38 Meter entfernten Mitspieler Randall Cobb zu werfen. Das Besondere daran ist, dass das eiförmige Spielgerät dabei in einer äußerst hohen Flugkurve in die Endzone geworfen wird und Erfolgschancen fast bei null liegen.

Blasse Nummer in Motown
Toyota Camry 2018 - Bestseller der USA

Toyota Camry 2018 - Bestseller der USA

Am Ende kann es eben doch klappen und genau darauf hofft der Automobilhersteller Volkswagen, der zum Jahresstart 2017 insbesondere in den USA den Dieselskandal an sich vergessen machen wollte. Mit nichts kann dies leichter gelingen, als mit neuen Produkten. Und so überrascht es nicht, dass die beiden NAIAS-Neuheiten VW Tiguan (dt. Version Tiguan Allspace) und die sportliche R-Variante des VW Atlas SUV spitz auf den amerikanischen Markt gemünzt sind. Wer weiter in die Zukunft schaut, kann sich für den VW i.D. Buzz erwärmen, einen zweifarbigen Bus-Bruder des im Herbst vorgestellten Zukunftsmodells VW I.D. - natürlich rein elektrisch, komplett vernetzt und autonom fahrend. "Im Jahr 2020 startet die große Elektro-Offensive der Marke Volkswagen mit einer komplett neuen Fahrzeugarchitektur", so Volkswagen-Chef Dr. Herbert Diess, "dann werden wir eine ganz neue Generation voll vernetzter, voll elektrischer Fahrzeuge auf den Markt bringen. Bis 2025 wollen wir eine Million Elektroautos pro Jahr verkaufen." Wirkt alles ein bisschen wie ein automobiler Hail Mary. Wenn dieser Pass ins amerikanische Volk nicht sein Ziel erreicht, sind für Volkswagen nicht nur die Playoffs vorüber.

Aber auch sonst ist die Stimmung in den Cobo-Messehallen überschaubar. Gerade die Anbieter hochpreisiger du exklusiver Fahrzeuge fehlen. Porsche, Maserati, Lamborghini, Jaguar oder Land Rover - niemand wollte nach Motown Detroit. Die deutschen Hersteller trommeln betont leistungsstark und in Sachen Elektrisierung ist abgesehen vom allzu visionären VW Buzz mit in Aussicht gestellten 394 PS und Reichweiten bis 600 Kilometern kaum etwas zu sehen. Ganz im Gegenteil: Die PS-Protze der Leistungsableger AMG (Mercedes), M (BMW) und S (Audi) ziehen die Aufmerksamkeit auf sich, während die E-Mobile fast verschämt am Rand parken.

Die amerikanischen Hersteller bleiben blass. Ford zeigt seinen überarbeiteten Bestseller Ford F-150 und Chevrolet erneuert den Traverse - viel ist das nicht. Immerhin kündigt Ford, nur rund 20 Minuten südlich von Detroit in Dearborn beheimatet, an, dass der legendäre Geländewagen Bronco als Weltauto auf die Bühne zurückkehrt - aber erst 2020. Dabei gibt es in Detroit dieses Jahr einen großen Jahrestag zu feiern, denn die Messe feiert ihr 100jähriges Bestehen. Die einst als große Händlerveranstaltung gegründete Detroit Motor Show mauserte sich über die Jahrzehnte zu einer der wichtigsten Automessen der Welt. Seit 1989 ist sie unter dem noch heute gültigen Namen North American International Auto Show, kurz NAIAS, bekannt.

Mehr als in den vergangenen Jahren geben auf der Detroit Motorshow diesmal die deutschen Hersteller den Ton an. So ist in Detroit zum ersten Mal der neue Fünfer aus dem Hause BMW zu sehen. Komplett vernetzt und optisch kaum verändert soll er die weltweite Oberklasse ebenso erobern wie sein Vorgänger. Bis der 600 PS starke BMW M5 folgt, muss es der M 550i als Topmodel richten - mit 462 PS, doppelt aufgeladenem V8 und Allradantrieb. Nicht weniger imposant präsentiert sich das neue E-Klasse Coupé, dass dem überarbeiteten Mercedes GLA ebenso die Schau stiehlt wie dem AMG GT C 50-Jahre-Edition mit bissiger Kühlermaske. Spektakulärer als alle Neuheiten der vergangenen Jahre präsentiert sich am Audi-Stand mit dem Q8 Concept die längst überfällige neue Designlinie. Bevor der Audi Q8 als Konkurrent für den BMW X6 und den Mercedes GLE Coupé im Frühjahr 2018 in den Handel kommt, muss für SUV-Fans der 354 PS starke SQ5 TFSI oder das A5 Cabrio reichen.

Für mächtig Aufsehen in der Cobo Hall sorgt der Kia Stinger; eine Coupélimousine, mit der die Koreaner von unten an Modellen wie dem BMW 4er Gran Coupé oder einem Audi A5 Sportback kratzen. Der Stinger bietet 255 oder 365 PS, ein cooles Design und wahlweise Hinterrad- oder Allradantrieb. So kann man auch auf der NAIAS glänzen. Ebenfalls schick und edel präsentiert sich der neue Lexus LS, der mit einer Länge von 5,24 Metern zum wiederholten Mal Modelle wie Mercedes S-Klasse, BMW 7er, Audi A8 und Cadillac CT6 angreifen soll. Das Basismodell ist ein 3,5 Liter großen V6-Doppelturbo, der seine 415 PS über ein zehnstufiges Doppelkupplungsgetriebe wahlweise an die Hinterachse oder bei der Allradversion an beide Achsen überträgt.

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Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.