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96. Pikes Peak International Hill Climb: Deutsches Elektroauto bricht legendären Gipfelrekord

Es ist eine Zeitenwende: Ein Elektroauto hat den Rekord auf dem legendären Bergrennen Pikes Peak gebrochen. Eine Ära geht zu Ende. Unwahrscheinlich, dass sich ein der Verbrenner jemals wieder an die Spitze stellen wird.

Pikes Peak 2018

Pikes Peak 2018

Es erscheint nicht nur am Fuße des Berges wie eine Herkulesaufgabe: den 4.300 Meter hohen Pikes Peak in Höchstgeschwindigkeit zu bezwingen. Mehr als 1.400 Höhenmeter, 156 Kurven auf gerade einmal 20 Kilometern, keine Sicherheitsbarrieren, sondern wilde Tiere, tiefe Abgründe und eine Wetterlage, die sich in Minuten um 180 Grad wenden kann. Es ist nicht so, dass das erstmals im Jahre 1916 ausgefahrene Rennen hinauf auf den Pikes Peak nicht schon spektakulär genug wäre. Doch der vierte Sieg von Langstreckenprofi, Le-Mans- und Nürburgring-Sieger Romain Dumas ist der erste Gesamtsieg in einem rein elektrisch angetriebenen Auto. Als erster Fahrer überhaupt knackte Dumas in seiner grauen Elektroflunder die Acht-Minuten-Marke und sorgte für das, von dem alle Anhänger der elektrischen Idee seit Jahren träumen: vom Sieg des Elektroantriebs über die Verbrenner.

Sturm auf den Gipfel
I.D. R Pikes Peak

I.D. R Pikes Peak

"Wahnsinn! Mit diesem Ergebnis haben wir unsere hohen Erwartungen noch übertroffen. Seit den Testfahrten in dieser Woche wussten wir, dass es möglich ist, den Allzeit-Rekord zu knacken. Dazu musste alles perfekt funktionieren - von der Technik bis zum Fahrer. Und das Wetter musste auch mitspielen", so der freudige Romain Dumas auf dem Berggipfel, "dass alles so perfekt ineinandergreift, ist ein unglaubliches Gefühl, und der neue Rekord am Pikes Peak ist das Tüpfelchen auf dem i. Ich kann noch gar nicht glauben, dass jetzt Volkswagen und mein Name hinter dieser unglaublichen Zeit stehen. Der I.D. R Pikes Peak ist das beeindruckendste Auto, das ich je im Wettbewerb gefahren bin. Durch den Elektroantrieb ist vieles anders und ich habe in dem Projekt viel gelernt."

Das Neue gegen das Alte

Die 96. Auflage des Pikes Peak International Hill Climb war mehr als das spektakulärste Bergrennen der Welt. Es war ein Rennen neue gegen alte Welt, automobiles morgen gegen das allzu bekannte gestern, alternative Antriebsvision gegen Echtzeit. Am Ende wurde es nach exakt 7.57.148 Minuten eine grandiose Rekordfahrt für Romain Dumas und viel mehr als irgendein Rennerfolg für Volkswagen. Denn eines war bereits im Vorfeld klar: Volkswagen wollte mit einem Triumph nicht weniger als die Automobilwelt auf den Kopf stellen. Auch wenn das Team um VW-Motorsportdirektor Sven Smeets vor dem Start noch allzu tiefgestapelt hatte und sich offiziell nur zum Ziel gesetzt hatte, den Rekord für Elektrofahrzeuge zu unterbieten. Hinter den Kulissen stand nicht allein der Elektrorekord von 8:57.118 Minuten für die 20 Kilometer lange Strecke auf dem Masterplan. Das schwerste, spektakulärste und älteste Bergrennen der Welt sollte erstmals nicht nur von einem Elektroauto gewonnen werden, sondern es galt, mindestens die einzigartigen 8.13.878 Minuten von 2013 zu knacken, mit denen der neunmalige Rallyeweltmeister Sebastien Loeb in einem Peugeot-Rennwagen einen Bestwert gesetzt hatte, an dem sich bisher alle die Zähne ausgebissen hatten. Wenn alles klappte, hatten Berechnungen eine Zeit zwischen 7:48 und knapp 8:00 Minuten ergeben, die Pikes-Peak-Experte Romain Dumas in einem IW I.D. R trotz leichter Probleme bei Sicht und dem Anbremsen einiger Kurven unter großem Jubel erreichte.

Berg der Legenden

Der Pikes Peak und sein Bergrennen er Pikes Peak International Hill Climb ist ein Berg der Legenden. Das Wetter auf der Bergpiste lässt sich kaum vorhersagen. Strahlende Sonne, kühler Wind, Eisregen, Hagel und Nebel - alles das hat es schon auf den 20 Kilometern hinauf zum Pikes Peak gegeben. Bis heute ist der Sieg von Walter Röhrl in einem dauerdriftenden Audi Quattro unvergessen, letztmals auf einer nur teilweile asphaltierten Strecke. Beinahe hätte Jochi Kleint in einem von zwei Motoren angetriebenen VW Golf Röhrl noch abgefangen, doch der 380 PS starke Bimotor-Golf bliebt kurz vor dem Ziel liegen. Unvergessen die zahllosen Siege der amerikanischen Unser-Rennfamilie oder Nobuhiro Tajima, der 2011 erstmals unter der Neun-Minuten-Marke blieb. Nach der Rekordfahrt von Sebastien Loeb lieferten sich Rhys Millen, Nobuhiro Tajima, Paul Dallenbach und eben Romain Dumas harte Kopf-an-Kopf-Rennen. "Die Strecke erinnert mich an die Nordschleife des Nürburgrings. Aber sie ist gefährlicher", so Romain Dumas, der das Rennen bereits 2014, 2016 und 2016 jeweils in einem Norma RD Limited gewinnen konnte.

Diesmal also ein Sieg in einem Elektroauto für Dumas. Eine 5,20 Meter lange Rennflunder, deren knapp 1.100 Kilogramm Renngewicht vom Abtrieb noch übertroffen werden. 500 kW / 680 PS und 650 Nm maximales Drehmoment sorgen für eine spektakuläre Beschleunigung von 0 auf 100 km/h in 2,25 Sekunden. Wichtiger als die Höchstgeschwindigkeit von 240 km/h ist der Elektroantrieb, denn die Verbrennungsmotoren verlieren beim Hill Climb nahe Colorado Springs gigantisch an Leistung. Beim Start in 2.862 Metern Seehöhe haben die Verbrennungsmotoren kaum mehr als 70 Prozent ihrer Nominalleistung. Am Ziel in mehr als 4.300 Metern sind es nicht einmal mehr 60 Prozent. Kein Problem für die Elektromotoren, die keine Luft verdichten müssen, um ihre Leistung zu generieren. "Natürlich beeinflusst die dünne Luft auch bei uns das Verhalten der Aerodynamik, der Reifen und der Bremsen", so Sven Smeets, "aber wir haben immer unsere volle Motorleistung."

Alles andere als ein Serienauto

Der VW I.D. R hat mit den kommenden I.D. Modellen nicht mehr als den Namen gemein. Entwickelt wurde der Rennwagen vom ehemaligen Volkswagen-Rallyeteam in gerade einmal neun Monaten. Die Akkutechnik ist nicht mit der eines normalen Elektroautos vergleichbar. Die Kraftverteilung zwischen beiden Achsen ist nahezu voll variabel. Anders als bei einem Elektroauto geht es beim I.D. R nicht um die maximale Reichweite, sondern um eine größtmögliche Leistungsentfaltung ohne jede Verzögerung. Am Ende der 20 Kilometer war das im Boden verbaute Akkupaket mit seinen 43 kWh nahezu leer. Rund ein Fünftel seiner Leistung holte sich der Elektrorenner dabei durch regeneratives Bremsen in den engen Kehren zurück. "Die Ladezeit liegt bei gerade einmal 20 Minuten. Das regelt das Reglement, denn bei einem Neustart müssen die Fahrzeuge in 20 Minuten wieder rennfertig sein", erläutert der technische Direktor Francois-Xavier Demaison.

Bereits im Training hatte Dumas mit seinem VW I.D. R eine imposante Bestmarke gesetzt. Während die konventionell angetriebenen Rennwagen mit brüllendem Klang auf 20 Kilometern beinahe 1.500 Höhenmeter mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von rund 130 km/h überwinden und dabei 156 Kurven Dank des üppigen Spoilerornats mit maximaler Geschwindigkeit durchpflügen, war die Elektroflunder aus Hannover alles andere als lautlos. Um zu verhindern, dass wilde Tiere und unaufmerksame Zuschauer auf die seit Ende der 80er Jahre komplett asphaltierte Bergpiste irrten, heulte der I.D. R wie ein amerikanischer Feuerwehrwagen. So wie das Training endete, so zeigte sich schließlich der Ausgang des Rennens. Romain Dumas siegte mit sehr deutlichem Vorsprung vor dem europäischen Bergspezialisten Simone Faggioli im Norma M20 SF PKP mit Verbrennungsmotor, der 8.37 Minuten benötigte.

Pressinform

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Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.