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Radweg an der Elbe: Warum Hamburgs schönster Strand nicht für einen Radweg betoniert werden darf

An einem Platz kommt Hamburg locker zusammen: am Elbstrand in Övelgönne. Ausgerechnet dort soll nun eine Rad-Autobahn gebaut werden. Gernot Kramper ist Radpendler und hält das für eine ganz dumme Idee.

Visualisierung des Weges vom Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Club

Visualisierung des Weges vom Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Club

Hamburg will eventuell einen Radweg bauen und das Geschrei ist groß. Das ist nichts Ungewöhnliches – gegen Radwege, Radspuren oder auch nur Abstellmöglichkeiten für Fahrräder wird in Deutschland immer gemeckert. Ich fahre diesen Weg an der Elbe jeden Tag zweimal mit dem Rad entlang. Und als Rad-Pendler sage ich: Dieses Projekt ist eine ganz dumme Idee.

Wieso? Weil kaum jemand diesen Weg braucht. Heute, am Freitag, bin ich die 15 Kilometer von Blankenese in die Innenstadt dort entlang gefahren. Als einziger Radfahrer in der Rushhour. Das ist kein Zufall, dafür gibt es Gründe.

Das Projekt

Doch worum geht es eigentlich? Diesem Radweg sollen einmal nicht Parkbuchten für Pkw zum Opfer fallen, sondern ein Strand. Es ist keineswegs der einzige Strand in Hamburg, doch es ist der Strand, der der City am nächsten ist. Aus den In-Vierteln Ottensen, St. Pauli  und der Schanze kann jeder mit dem Rad hinkommen. Außerdem hält ein Bus. Wer mag, kann sogar stilecht mit einem Boot des öffentlichen Nahverkehrs anlanden.

Im Prinzip könnten die Hamburger in der Elbe sogar baden, die meisten wollen das lieber nicht. Sie kommen wegen der Sonne – und zum Biertrinken. An den – wenigen – sonnigen Abenden gleicht der etwa 700 Meter lange Strand einer Party-Zone. Locker, urban und gar nicht zugeknöpft. Hamburg, wie es am schönsten ist. Mitten durch dieses Idyll von Kinder-Sandburgen und Astra-Knollen soll nun ein Weg gebaut werden. Und wenn schon ein Weg, dann offenbar ein richtiger: Anstatt eines zwei Meter breiten Radwegs soll es ein Sechs-Meter-Boulevard werden.


Einzige Lücke des Fernweges

Und es gibt auch einen Grund dafür:  Man kann den gesamten Lauf der Elbe über 1000 Kilometer mit dem Rad entlang fahren – nur nicht in Övelgönne am Party-Strand. Dort wird verschämt für den Radwanderweg eine "Schiebestrecke" von einem Kilometer angezeigt. Was nur verstecken soll, dass es eben gar keinen Radweg gibt. Dort existiert ein schmaler Fußweg, an dem Radler gefälligst schieben sollen. Für Radtouristen mag das einmal im Leben noch zumutbar sein, für den täglichen Weg zur Arbeitsstelle ist es das nicht. Und ich gebe zu: Ich fahre da verbotenerweise mit dem Rad entlang. An Tagen wie heute macht das auch wenig, denn voll wird es nur in den Sommerwochen. Dann muss man absteigen oder eine andere Strecke wählen.

Kein Radweg in den Westen

Das Problem ist bloß: Es gibt keine andere Strecke. Hamburgs Verkehrsplaner quälen gern Radfahrer – mit Methode. Die einzige Straße in den Hamburger Westen ist die Elbchaussee. Eine Hauptverkehrsstraße ohne Radweg und ohne Radspur. Auf dieser Hamburger Edelmeile können sich nur ganz tollkühne Biker wagen. Personen mit schwachen Nerven, ältere Mitmenschen oder Kinder sollten die Strecke zwingend meiden. Seit Jahren verspricht der Hamburger Senat die gefährliche Strecke für Radfahrer zu verbessern. Seit Jahren geschieht nichts.

Hamburch #hamburg#elbe#strandperle#thegoodlife

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Autobahn ohne Nutzer

Dafür soll jetzt der Strandweg kommen. Und mal ehrlich: Für mich wäre das eine große Verbesserung. Für mich und zwei oder drei Dutzend andere Radfahrer, denn mehr werden dort nie in die Stadt reinpendeln. Das liegt an der Lage des Weges. Verkauft wird das Projekt, als würde nur ein Kilometer Weg am Strand der Stadt eine Radfahr-Autobahn bescheren, die 20 Kilometer lang von Wedel bis nach Altona reicht. Stimmt. Nur: Es ist eine Autobahn, die niemand nutzen wird. Die Lage des Elbwegs ist zwar idyllisch, aber als täglicher Verkehrsweg ungeeignet.

Hindernis Elbhang

Es gibt kaum Anwohner, die auf den Weg einfahren könnten. Auf der einen Seite ist die Elbe, auf der anderen erhebt sich der Elbhang. Auf den zehn Kilometern zwischen Altona und Blankenese gibt es nur eine Einfahrt, die man ohne kernigen Anstieg bewältigen kann. Teufelsbrück – dort wohnt allerdings niemand, gegenüber befindet sich der Jenischpark, ein riesiges Areal aus Wald und Grün. In Blankenese kann man mit drei Straßen den Elbhang erklimmen – die Steigungen liegen zwischen 9 und 16 Prozent. Das ist nur etwas für sportliche Fahrer. Ein Hollandrad würde am Waseberg nach hinten überkippen. Zwischen den Stationen Altona – Teufelsbrück – Blankenese gibt es in zwei Kilometer Abstand zusätzlich ein paar Stiegen – sie sind so teil, dass man nicht einmal bergab fahren kann. Eine unglaubliche Plackerei, sein Rad da rauf zu tragen.

Kurzum: Die einzige sinnvolle Nutzung ist es zwischen Wedel und Blankenese aufzufahren und dann 15 bis 20 Kilometer zu radeln. Wer das schafft, den stören auch die Steigungen nicht. Aber wir Langstreckenradler sind eine kleine Gruppe.

Niemand wohnt direkt an der Elbe

Dabei spricht nicht nur der Hang gegen die Strecke. Das zweite Problem ist: Direkt an der Elbe wohnen nur ein paar Millionäre – alle anderen müssen für diese Route Haken schlagen. Sie müssen zuerst an die Elbe fahren und dann wieder landeinwärts abbiegen, um zu ihrem Ziel zu kommen. Das lohnt sich aber meistens nicht. Unzählige Schüler pendeln aus Blankenese zu den Schulen am Jenischpark. Nicht ein einziger wählt die schöne und verkehrssichere Elbstrecke. Im Vergleich zu einem direkteren Weg ist das nämlich ein Umweg von zwei bis drei Kilometern.

Elbchaussee wäre attraktiver

Sollte das Unwahrscheinliche geschehen und die Freie und Autostadt Hamburg tatsächlich eine durchgehende Radspur auf der Elbchaussee zustande bringen, würde ich nicht mehr an der Elbe fahren. Denn auf der asphaltierten Straße bin ich mit dem Rad schneller. Und anders als das Wort Elbradwanderweg suggeriert, gibt es auf der ganzen Strecke keinen Meter Radweg am Fluss. Es ist eine Mixed-Zone, rechtlich gesehen also ein Fußweg, auf dem Radler nur geduldet sind.

Weg im fürchterlichen Zustand

Der Zustand des Weges ist idyllisch unperfekt, zum Radfahren mit Tempo 25 aber nur bedingt geeignet.

Teilweise ist der Weg funzelig, streckenweise gar nicht beleuchtet. Der matschige Untergrund ist nicht befestigt, voller tückischer Löcher und tagelang stehender Pfützen – ohne Sinn fürs Outdoor-Abenteuer, wasserdichte Kleidung und Gamaschen über den Schuhen kann man ihn an den regnerischen Tagen (und davon hat Hamburg mehr als genug) nicht befahren. 

So erklärt es sich auch, dass ich als einziger Fahrer am Freitag in der Rushhour dort den Blick auf die Elbe genossen habe. Und an all diesen Faktoren wird der Abschnitt über den Strand nichts ändern.

Es lohnt sich einfach nicht. Für ein paar Rad-Fanatiker, die sich nicht abschrecken lassen, sollte niemand den Hamburgern ihren Party-Strand nehmen.

Wissenscommunity

Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.
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