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Ride of Silence: Heute fahren weiß gekleidete Radler durch die Straßen – das steckt dahinter

Jedes Jahr treffen sich Radfahrer in aller Welt zum "Ride of Silence". Mit stillem Protest gedenken sie verunglückter Radler und fordern mehr Sicherheit im Straßenverkehr.

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Die Szene hat etwas Unheimliches: Hunderte Menschen fahren auf ihren Fahrrädern durch die Straßen, die meisten sind in Weiß oder in hellen Farben gekleidet. Schweigend absolvieren sie ihre Route. So war es in den vergangenen Jahren, so wird es wohl auch heute, am Abend des 16. Mai, in vielen Städten aussehen. Jährlich am dritten Mittwoch im Mai treffen sich Radfahrer zum "Ride of Silence", um auf diese Weise für mehr Sicherheit im zu demonstrieren.

Nach Angaben des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs (ADFC), der den "Ride of Silence" in Deutschland organisiert, findet die Aktion in diesem Jahr in mehr als 350 Städten weltweit statt. In Deutschland sind unter anderem Berlin, Hamburg, Köln und Leipzig dabei. Im vergangenen Jahr nahmen allein in Berlin 1250 Radfahrer teil.

"Ride of Silence" für mehr Sicherheit auf dem Rad

Die Organisatoren wollen mit der Veranstaltung auf die Gefahren aufmerksam machen, die Radfahrern im Straßenverkehr drohen. "Während die Zahl der Verkehrstoten insgesamt abnimmt, trifft dies nicht auf die Zahl der getöteten Radfahrenden zu", heißt es in einer Mitteilung des . Im vergangenen Jahr seien in Deutschland 383 Radfahrer ums Leben gekommen, darunter 15 Kinder.

Der "Ride of Silence" soll auch dazu dienen, dieser Toten zu gedenken. So werden an Stellen, an denen sich tödliche Unfälle ereignet haben, weiße "Geisterräder" aufgestellt. "Städte müssen jetzt so umgebaut werden, dass alle sicher und komfortabel zum Ziel kommen können, egal mit welchem Verkehrsmittel", fordert ADFC-Bundesgeschäftsführer Burkhard Stork.

Tödlicher Fahrradunfall in Hamburg

In Hamburg beispielsweise steht der "Ride of Silence" unter traurigen Vorzeichen: Dort kam erst am Montag vergangener Woche eine 33-jährige Radfahrerin ums Leben, als sie an einer vielbefahrenen Kreuzung von einem Lastwagen überrollt wurde. "Noch immer sind Radfahrende zutiefst bewegt und möchten ihrer Trauer, aber auch ihrer Wut darüber Ausdruck verleihen, dass schon wieder ein Mensch sein Leben auf Hamburgs Straßen verlor", stellen die Veranstalter den Aktionstag in diesen aktuellen Kontext.

Die Fahrrad-Aktivisten fordern, Menschen auf Fahrrädern mehr Platz im Straßenverkehr einzuräumen und vor allem Kreuzungen sicherer zu gestalten: "Oberstes Ziel muss sein, dass im Straßenverkehr keine Menschen mehr getötet werden." Dazu schlägt der ADFC zum Beispiel Radwege vor, die mit physischen Barrieren von der Fahrbahn für Autos und Lastwagen abgegrenzt sind. Als Vorreiter gelten in dieser Hinsicht die Niederlande. Dort werden die Belange von Radfahrern schon bei der Straßenplanung berücksichtigt.

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