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SsangYong Tivoli Diesel: Gelungener Mischling

Mit dem Tivoli will die koreanische Marke SsangYong nun endgültig auf deutschem Boden Fuß fassen. Bei nur zwei Motoren, zwei Getrieben und drei Ausstattungsvarianten spart schon die Konfiguration viel Zeit.

Das Topmodell kostet 26.990 Euro.

Das Topmodell kostet 26.990 Euro.

"Für alle, die alles auf einmal wollen!", heißt der aktuelle Werbeslogan der Marke SsangYong zu ihrem neuesten Modell, dem Tivoli. Schon beim ersten Blick wird klar, dass die Koreaner an dieser Stelle nicht zu viel versprechen. Denn wer kann schon von sich behaupten ein Fahrzeug mit dem Heck eines Lancia Delta und Mini Countryman, sowie einer Front eines VW Tiguan, Suzuki Vitara und Range Rover Evoque zu besitzen? Aber warum auch nicht. Denn die optischen Vorbilder sind ja keine schlechten. Und vielleicht schafft es der 4,20 Meter lange Neuling ja auch nur so einer breiten Masse potenzieller Kunden zumindest optisch aufzufallen und ihnen vielleicht sogar direkt zu gefallen.

Gelungener Mischling
Das Topmodell kostet 26.990 Euro.

Das Topmodell kostet 26.990 Euro.

Umso spannender gestaltet sich ein erster Kontakt mit dem Exoten. Die Ledersitze fühlen sich gut an, sind beheizbar und der Fahrer kann sich sogar über eine Sitzbelüftung freuen. Das Lenkrad ist ebenfalls beheizbar, was sich aktuell wahrscheinlich jeder Autofahrer wünscht. Zudem findet sich auf dem sieben Zoll großen Infotainmentsystem das für viele Kunden wohlbekannte TomTom-Navigationssystem wieder. Die Anzahl der Tasten, Knöpfe und Schalter ist für asiatische Maßstäbe eher untypisch übersichtlich gestaltet, was die Orientierung im Tivoli um einiges vereinfacht. Eine der Tasten dient dazu, die Direktheit des leider nur in der Höhe verstellbaren Lenkrads in drei Stufen zu regeln. An dieser Stelle sei schon verraten, dass, wer davon Gebrauch macht, schnell merken wird, dass die Normal-Einstellung die unnatürlichste ist. Die Optionen Sport und Comfort geben deutlich mehr Rückmeldung und fühlen sich auch wesentlich angenehmer, sprich entweder direkter oder leichtgängiger an. Die Einstellung Normal ist offenbar ein nicht ganz ausgereifter Hybridversuch beider Einstellungen.

Ein kurzer Abstecher auf die Rückbank macht deutlich, dass der SsangYong Tivoli zwar in Südkorea produziert und nach rund vier Monaten nach Bestelleingang in Deutschland ankommt. Er aber glücklicherweise auch den etwas größer gewachsenen Europäern ausreichend Platz bietet. Bis 1,95 Meter Körpergröße ist auch auf den Plätzen im Fond dank eines geschickten Dachhimmeldesigns aufrecht sitzend genug Kopffreiheit vorhanden. Gleichzeitig lässt sich noch die Rückenlehne der Rückbank um 27,5 Grad in ihrer Neigung verstellen. Dass sie sich ganz umlegen lässt hat den Effekt den mit 423 Litern ohnehin schon recht großzügig bemessenen Kofferraum auf bis zu 1.115 Liter zu erweitern - eine ebene Ladefläche inklusive. Sollte auch das nicht ausreichen, können beim selbstzündenden Tivoli bis zu 1,5 Tonnen an den Haken genommen werden.

Eben jener Dieselmotor bildet bereits 50 Prozent des gesamten Motorenspektrums. Denn neben dem 1,6 Liter großen und 115 PS starken Diesel steht nur noch ein Benzinmotor mit demselben Hubraum aber 13 weiteren PS zur Auswahl. Das Besondere an dem neuen Tivoli ist seine Konfigurierbarkeit. Schließt bei vielen Konkurrenten die Auswahl eines Motors entweder eine Getriebe- oder eine Antriebsart aus, können sich die Kunden von SsangYong frei entscheiden. Ab November dann auch im Internet per Online-Konfigurator. Sollen die sechs Gänge manuell oder automatisch eingelegt werden? Diesel oder Benziner? Front- oder Allradantrieb? Alles kann, nichts muss. Das Topmodell ist der 26.990 Euro teure Diesel-Tivoli in der Sapphire-Ausstattung, mit Allradantrieb und einem manuellem Sechsganggetriebe. Sein Preis lässt sich lediglich noch durch das 2.000 Euro teure Sechsstufen-Automatik-Getriebe, ein 1.000 Euro teures Schiebedach, dem 600 Euro teuren TomTom und der 500 Euro teuren Metalliclackierung nach oben hin korrigieren. Wobei vom Schiebdach lieber Abstand genommen werden sollte, da es bei 100 prozentiger Öffnung zwischen Tempo 40 und 80 den Innenraum in einen laut bubbernden Klangkörper verwandelt.

Wird der selbstentwickelte Motor zum Leben erweckt ertönt er anfangs laut nagelnd. Doch schon nach wenigen Metern hat sich das Nagelkonzert beruhigt und er ist kaum noch wahrzunehmen. Selbst auf der Autobahn bei bis zu 175 Kilometern pro Stunde sind weder störende Motoren- noch Abrollgeräusche zu hören. Seine 300 Newtonmeter treiben den 1,5 Tonnen schweren Koreaner auch im fünften Gang noch ausreichend spritzig nach vorn. In flott gefahrenen Kurven neigt er antriebsbedingt zum Untersteuern, was sich per zuschaltbarem Allradantrieb jedoch leicht korrigieren lässt. Die Kräfteverteilung kann situationsabhängig 50:50 betragen. Ebenfalls das Wörtchen kann muss beim Spritverbrauch von angegebenen 4,7 Litern verwendet werden. Theoretisch wären dann sogar genau 1.000 Kilometer Reichweite möglich. Das gilt natürlich nicht für die Kunden, die tatsächlich "alles auf einmal wollen" und ein wenig mehr mit dem Gaspedal spielen.

Was die Kunden hingegen bekommen ist eine komfortable Federung, ein leichtgängiges Getriebe und auch nach längerer Fahrt einen noch immer schmerzfreien Rücken - vorausgesetzt er war es auch zuvor. Das Fehlen eines Spurhalteassistenten oder eines automatischen Einparksystems ist angesichts eines Einstiegspreises in die Welt des Tivoli von 15.490 Euro zu verschmerzen. Zum Ende des Jahrzehnts soll dann doch noch die Motorenauswahl ein wenig erweitert werden. So sollen ein weiterer Turbobenzinmotor, ein Elektro- und ein Hybrid-Tivoli zur Wahl stehen. Bis dahin bleibt jedoch erstmal abzuwarten, ob die in Deutschland angestrebten 1.500 Verkäufe pro Jahr Realität werden.

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Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.