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Roboterautos Tesla-Konkurrent Xpeng will Elon Musk mit Lidar-Ortung abhängen

Xpneg will jedes Jahr ein neues Fahrzeug vorstellen.
Xpneg will jedes Jahr ein neues Fahrzeug vorstellen.
© Xpeng
Xpeng will Vorreiter beim autonomen Fahren sein. Ausgerechnet beim Thema Sicherheit wollen die Chinesen punkten. Neben anderen Sensoren spendieren sie ihren Fahrzeugen einen Lidar-Laser.

Nur in China und in den USA kann man heute schon in ein autonomes Taxi steigen, das den Passagier vollautomatisch an sein Ziel bringt. Teslas Autopilot kann das in der Serie noch nicht, ab er ist kein Geheimnis, dass Elon Musk beim Thema autonomes Fahren ganz vorn dabei sein will, um die Konkurrenz abzuhängen. denn der einstige Vorsprung von Tesla beim E-Auto schrumpft.

Der chinesische Herausforderer Xpeng oder auch Xiaopeng Motors hat nun deutlich gemacht, an welcher Stelle er Tesla packen will: Bei der Ortung.

Xpeng und Tesla verbindet eine Fehde. 2019 verklagte Tesla Dr. Cao Guangzhi. Der ehemalige Tesla-Ingenieur soll Know-how der Autopilot-Funktion gestohlen haben. In der Klage deutete Tesla an, dass Xpeng dieses Know-how verwendet hat. Für Xpeng eine schwierige Situation. Da die Firma nicht beklagt wurde, konnte sich in dem Prozess nicht wehren.

Andere Technik als Tesla

Nun hat Xpeng deutlich gemacht, einen ganz anderen Weg als Tesla beim autonomen Fahren zu folgen. Xpeng wird in seinen Fahrzeugen Lidar-Sensoren von Livox verwenden und damit nicht vor allem auf Kameras setzen. Die Wahl der Sensoren ist entscheidend in diesem Technologierennen. Verschiedene Techniken bei den Sensoren helfen, jede Bewegung auf der Straße präzise einzuordnen. Aber sie kosten Geld, zumal die Systeme auch redundant sein sollen, damit nicht jede kleine Fehlfunktion zum Stillstand führt.

Sicherheit und Kosten

Musk lehnt den Einsatz von Lidar beim autonomen Fahren ab und nannte die Technologie teuer und unnötig. Teslas verlässt sich auf eine kameragestützte Wahrnehmung. Xpeng hingegen spart nicht bei den Sensoren. Die Fahrzeuge sollen bereits Kamera, Radar und Ultraschall nutzen. Nun kommt Lidar 2021 aus Sicherheitsgründen noch hinzu. Lidar-Sensoren tasten die Umgebung rundum mit einem Laserstrahl ab und messen das reflektierte Licht. Durch die Berechnung der Laufzeiten ergeben sich exakte Entfernungsdaten. Die Vorteile: Der unsichtbare Laserstrahl schafft sein eigenes Licht und ist unabhängig vom Umgebungslicht. Die Entfernungsdaten sind stets exakt, sie müssen nicht durch Methoden der Bilderkennung berechnet werden.

Lidar bringt sein eigenes "Licht" mit

Das Lidar soll laut Xpeng "ein höheres Maß an Sicherheitsredundanz bieten", Lidar ermögliche, auch bei Ausfall der primären Systemkomponente weiterzufahren, "indem es eine genauere Abbildung der Straßensituation ermöglicht". Lidar werde "die Zielerfassung, die Messgenauigkeit, die Leistung bei schwachem Umgebungslicht und andere schwierige Wahrnehmungsbedingungen verbessern", so das Unternehmen. Richtig ist daran, dass ein Mix von verschiedenen Sensoren auf jeden Fall mehr Sicherheit bietet. Allerdings muss die zentrale Steuereinheit die unterschiedlichen Signale zu einem schlüssigen Gesamtbild zusammensetzen – eine anspruchsvolle Aufgabe.

Ganz ohne die USA

Die Wahl des Start-ups Livox, das eng mit dem Drohnengiganten DJI verbunden ist, zeigt bereits die Auswirkungen des neuen Fünf-Jahres-Plans in China und der Konfrontation zwischen USA und der Volksrepublik. Peking will sich bei allen zentralen Technologien vor möglichen Sanktionen schützen. Das bedeutet, dass alle technologischen Komponenten im eigenen Land gefertigt werden. Bei der Entwicklung des neuen Reaktortyps CAP 1400 wurde lieber in eigenen Neuentwicklungen investiert, anstatt US-Patente zu nutzen (Lesen Sie hierzu: "CAP 1400 - dieser Atomreaktor soll China klimaneutral machen"). Offenbar ist die Besorgnis begründet. DJI wurde schon auf eine schwarze Liste der US-Regierung gesetzt, um den Zugang zu Schlüsseltechniken aus den USA zu verhindern.

Der Nachteil der brachialen US-Methode liegt auf der Hand: So werden US-Firmen und US-Technik dauerhaft vom chinesischen Markt ausgeschlossen.

Quelle: SCMP

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