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Witzige Ebay-Anzeige: Dieser Trabi wurde von Schnecken gemeuchelt

Trabi "Erna" fiel einer Schneckenwanderung zum Opfer. Im Schleim der Nacktschnecken überschlug sich der Plaste-Bomber auf der Autobahn – die Reste werden nun versteigert.

Der kleine Trabant hat ganz schön etwas auf die Mütze bekommen.

Der kleine Trabant hat ganz schön etwas auf die Mütze bekommen.

Diesem Trabi wurden die Schnecken zu Verhängnis: Am Morgen des 29. Juni rutschte der Wagen auf einer Schneckenspur aus. Der Stolz der Automobilproduktion der DDA hatte eine Horde Nacktschnecken überfahren, die aus der Böschung auf den Beschleunigungsstreifen der A 33 in Paderborn gekrochen waren. In ihrem Schleim geriet das Ostzonen-Mobil außer Kontrolle und überschlug sich. Der Fahrer blieb trotz fehlendem Airbag unverletzt. 

Größere Schäden am Trabant  

Danach wurde der Besitzer von Erna – so heißt der Trabi nämlich – nicht mehr glücklich mit seinem Mobil. Große Teile der Karosserie aus Plaste wurden bei dem Aufschlag beschädigt. Kaum 14 Tage nach dem Unglück will er sich auf Ebay von Erna trennen: "Am 29.06.2016 morgens gegen 06:45h verstarb dieser Trabant viel zu früh durch eine  Schneckenplage. Da ich leider nicht die Möglichkeit habe ihn (sofern möglich) wieder herzurichten möchte ich mich nun von ihm (bzw ihr, ihr Name ist Erna) trennen," trauert er um seine Erna. Die leidet unter Glasbruch und massiven Karosserieschäden. Bei dem Salto "hat ihr Kleid einige üble Schrammen erlitten." Aber es gibt auch eine gute Nachricht:  Erna läuft noch. Der unverwüstliche Zweitakter sprang munter an. Erna wünscht sich also ein zweites Leben – immerhin hat sie auch noch TÜV. Kann aber umständehalber nicht auf eigener Achse überführt werden.

Der Trabant - Sinnbild der DDR

Als der erste Trabant 1958 im VEB Automobilwerk Zwickau das Licht des real existierenden Sozialismus erblickte, galt er durchaus als moderner, zukunftsweisender Kleinwagen. Großen Seltenheitswert erlangte der Trabi, weil für ihn eine Karosserie aus Kunststoff und nicht aus Metall verwendet wurden. Der Trabant war nicht nur das Fahrzeug, mit dem sich die Bevölkerung der DDR mobilisierte, er wurde auch zum Symbol des Niedergangs der Planwirtschaft. Zur Einführung relativ modern, veraltete der Trabant trotz der Weiterentwicklung im Detail zusehends. Zum Ende seines Staats war der kultige Stinker vollkommen aus der Zeit gefallen. 

Durchaus zu reparieren

Wir meinen: Der Besitzer gibt auf, aber Erna muss nicht sterben. Da Plaste nicht verrostet, lassen sich Ersatzteile für die Karosserie leicht beschaffen. Ganz sparsame Trabantfreunde können die Teile auch mit Faserspachtel kitten und dann lackierfähig machen. Die Dachträger sehen allerdings bedenklich aus. Nur eines muss dem Käufer klar sein: Mit einem modernen Westauto wäre es dank ESP - ein elektronisches System, welches das Schleudern verhindert - nicht zu dem Schnecken-Crash gekommen. Fairerweise muss man allerdings auch berücksichtigen, dass Erna mit einem fähigeren Piloten an ihrem betagten Lenkrad auch keinen Überschlag erlitten hätte. Hätte man in der Schneckenkarawane nur das Gas weggenommen und weder gebremst noch gelenkt, wäre der Trabant wohl unbeschädigt einfach weiter gefahren. 


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Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.
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