HOME

Lektion für Autofahrer: Was passiert eigentlich, wenn Radfahrer so parken wie Autofahrer?

Dauert ja nicht lange – mit der Begründung stellen viele ihr Auto auf dem Gehweg ab. Die Gefährdung der Radfahrer ist ihnen egal. In Köln hat jemand den Spieß umgedreht.

Lustige Idee eines Kommunalpolitikers.

Lustige Idee eines Kommunalpolitikers.

Das Rad mitten auf der Straße abstellen? Eine reizvolle Idee für Radfahrer, die jeden Tag damit konfrontiert sind, dass ihre Wege und Spuren rücksichtslos von Autofahrern zugestellt werden. 

Nur fürs Foto

Meist bleibt das ein Gedankenexperiment. In Köln hat der Kommunalpolitiker Thomas Geffe die Idee einmal umgesetzt: Versehen mit dem Schild "Nur kurz zum Bäcker" ließ er sein Rad auf der Fahrbahn stehen. Sollte man das so wirklich nachmachen, müsste man wohl damit rechnen, nur ein zerstörtes Rad wiederzufinden. Geffe ging es um die Idee. "Das Fahrrad stand da nur ganz kurz für's Foto," erläutert er auf Twitter. 

Dort wurde seine Idee auch sofort aufgegriffen. Man könne ja einmal massenhafte "Bike Park-ins" veranstalten, um auf das Problem aufmerksam zu machen, hieß es. Tatsächlich müssen Autofahrer in Deutschland nur minimale Bußen fürchten. Wenn sie den Radweg zuparken, müssen sie etwa 20 Euro bezahlen. Ähnliche Summen werden fällig, wenn die Parkuhr abgelaufen ist. Die Behinderung und Gefährdung der Radfahrer, die dem Hindernis ausweichen müssen und sich in den Autoverkehr mischen müssen, spielt beim Bußgeld keine Rolle. Erst letzte Woche hat ein Autofahrer einen Radfahrer auf diese Weise umgebracht, als er zuerst illegal parkte und dann auch noch gedankenlos die Tür aufriss und so einen Mann vom Rad holte. Da kann man schon an eine Einseitigkeit der Polizei glauben.

Nicht zur Nachahmung empfohlen

Sollte ein Radaktivist dem Beispiel Geffes folgen und seinen Drahtesel einfach auf einer Hauptstraße abstellen, wäre unser Tipp, dass er kaum mit den 20 Euro des Autofahrertarifs rechnen könnte. Er würde sicherlich wegen §315b des Strafgesetzbuches belangt. Das nennt sich dann "Gefährlicher Eingriff in den Straßenverkehr" - darauf stehen in extremen Fällen fünf Jahre Haft. Und eigentlich scheint der Paragraf für Park-Blockierer gemacht zu sein: "Wer die Sicherheit des Straßenverkehrs dadurch beeinträchtigt, dass er ….Hindernisse bereitet und dadurch Leib oder Leben eines anderen Menschen  gefährdet …. wird mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder mit Geldstrafe bestraft."

Life Hack Fahrradkette ölen


Bei Autofahrern auf dem Radweg wird der Paragraf nicht angewandt, auch wer eine Mülltüte auf dem Radweg ablegt, muss ihn kaum fürchten. Anders sähe es natürlich aus, wenn er die Mülltüte auf die Autospur stellen würde. Eine Änderung dieser Zwei-Klassen-Praxis ist nicht in Sicht. In vielen Städten lagern die Kommunen Material für Absperrungen etc. regelmäßig konsequent auf den Radwegen. 

Räder auf Parkplätzen abstellen

Ganz rechtskonform wäre Geffes Idee also nicht. Aber Radfahrer könnten natürlich konsequent die Parkplätze an der Straße nutzen. Anders als viele Autofahrer meinen, sind die nämlich nicht für Kraftfahrzeuge reserviert. Man sollte nur darauf achten, dass nicht ein Rad einen ganzen Parkplatz blockiert, denn es gilt das Gebot "platzsparend" zu parken. Mit vier Rädern wäre ein Pkw-Parkplatz also optimal genutzt.

Themen in diesem Artikel

Wissenscommunity

Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.