HOME

Auto-Rabatte: Kompaktklasse für die Hälfte

Die Abwrackprämie ist ausgelaufen, doch die Autobauer liefern sich weiter eine harte Rabattschlacht. Nach dem Boom der Kleinwagen gibt es jetzt vor allem in der Mittelklasse spektakuläre Schnäppchen.

Von Gernot Kramper

Kaum ist der Run der Deutschen auf die Abwrackprämie beendet, spürt der Autohandel, dass der Boom in diesem Jahr nur durch die Prämie initiert und nicht von langer Dauer war. Denn die Auftragsbücher werden immer leerer.

Im gleichen Tempo wie die Verkäufe zurückgehen, kommen die Rabatt-Aktionen wieder ins Angebot. Hatte die bekannte Forschungstelle CAR der Universität Duisburg-Essen im September noch 277 Nachlassaktionen der Autobauer gezählt, stieg diese Zahl im Oktober um 29 auf 306 an. Ausgewertet werden dabei nur die von den Autobauern offiziell beworbenen Rabattaktionen wie Sondermodelle, Sonderzinsen, Barrabatte, Eintauschprämien usw. Die Preisnachlässe der lokalen Händler kommen in vielen Fällen also noch dazu.

Das Ansteigen der Schnäppchenaktionen deutet darauf hin, dass die Autohersteller für den deutschen Automarkt von allein kein Wachstum erwarten. Eben diese Rezessionsangst der Konzerne führt zu massiven Rabatten für den Endkunden. Besonders interessant ist diese Entwicklung für Käufer, die sich nicht primär für Kleinstwagen interessieren. Bei billigen Miniwagen gab es bislang die größten Rabatte - in Prozenten gerechnet. Nun werden auch größere Wagen von der Billigwelle erfasst. Die Hersteller vermuten, dass sie mit Angeboten in den teuren Segmenten die größere Resonanz bei den Kunden finden. Der Abwrackboom dürfte den Bedarf nach Kleinstwagen für die nächsten Jahre weitgehend gedeckt haben.

Rabattschlacht bis hinein in die Mittelklasse

Der Toyota Auris führt die Rabatttabelle im Oktober an, sein Preisvorteil erreicht fast 50 Prozent. Im deutschen Markt blieb der Auris bislang weit hinter den Erwartungen zurück. Dennoch ist er ein Kompakter mit einer sehr guten Sicherheitsausstattung. Mit dem eingeräumten Rabatt ist er eine ernsthafte Alternative zu Astra, Golf und Ford Focus.

Für Familien könnten zwei Franzosen interessant werden. Beim Partner von Peugeot handelt es sich um eine wohnliche Lieferwagen-Variante aus der Berlingo-Familie. Sein Argument ist Platz ohne Ende, dank des Rabatts von fast 5.500 Euro kostet er in der billigsten Ausführung kaum mehr als 10.000 Euro. Der Minivan Xsara Picasso ist deutlich komfortabler, hier räumt Citroen 7000 Euro Rabatt ein und drückt den Einstiegspreis von etwa 20.000 Euro auf 14.000 Euro. In den Top 15 der Rabatte tummeln sich neben den Wagen des Rabattspezialisten Citroen die Modelle von Ford und Toyota. Die Fahrzeuge leiden im Wettbewerb unter dem direkten Vergleich mit neueren und attraktiveren Konkurrenten. Doch weder Ford Kuga, Ford Focus noch der Toyota Rav4 oder der Avensis sind Fahrzeuge, vor denen man abraten müsste. Angesichts der angebotenen Preise sind sie allemal eine Probefahrt wert.

Von den deutschen Marken hält sich Volkswagen zurzeit mit Sonderaktionen zurück, dafür steigt Mercedes massiv in die Rabattschlacht ein. Für C-Klasse und Geländewagen GLK lockt Mercedes mit hohen Eintauschprämien von 3000 Euro. Zusätzlich wird die C-Klasse als Sondermodell "Special Edition" angeboten.

Undurchsichtige Kalkulation

Realisiert werden die hohen Prozentzahlen durch eine Kombination von verschiedenen Instrumenten. Das eine sind Gebrauchtwagen-Eintauschprämien oder sogenannte Wechselprämien, für Kunden die vorher eine andere Marke fuhren. Die Prämien können dann mit Sondermodellen und Leasingaktionen kombiniert werden. Die hohen Preisvorteile gelten daher nicht für alle Kunden. Die Kombination der verschiedenen Instrumente macht es für den Käufer nicht leicht, den tatsächlichen Preisvorteil auszurechnen. Die fehlende Transparenz ist beabsichtigt. Wichtig für den Käufer ist es, die angeblichen und tatsächlichen Preisvorteile genau auszurechnen. Bei Beigaben wie Sonderaustattung und zusätzlichen Garantieleistungen spart der Kunde im Wortsinn kein Geld. Hier muss er nicht nur den Listenpreis der Beigaben verbuchen, sondern kritisch nachfragen, ob er diese Pakete ohne Preisvorteil überhaupt bestellt hätte.

Finanzierung ein wichtiger Faktor

Die Rabatte in fixen Summen bleiben in der Modellreihe immer gleich. Wenn der Kunde sein Modell also nicht mit dem billigsten Motor und der sparsamsten Ausstattung kombiniert, steigt folgerichtig auch der Endpreis - zu Lasten des prozentualen Vorteils. Konditionen wie "Sonderfinanzierung" oder "Spezial-Leasing" berechnen sich dagegen auf Basis des tatsächlichen Fahrzeugpreises, sie vergünstigen daher auch teurere Varianten und Mehrausstattung.

Ein wichtiger Motor der Verkaufsförderung sind im Moment die Finanzierungszinsen (bzw. deren Äquivalent beim Leasing). Weil die Zinsen für die Kunden im Markt sehr hoch, die Refinanzierungskosten der Banken aber sehr gering sind, können die Autohersteller üppige Rabatte berechnen, die sie kein eigenes Geld kosten. Für Kunden, die nicht auf eine Finanzierung angewiesen sind, schmelzen die beworbenen Rabatte allerdings massiv zusammen.

Wissenscommunity

Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.
Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.