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Chrysler: Kleeblatt unter Strom

Der Volt von Chevrolet hat Chrysler einen Stromschlag verpasst. Jetzt zieht Chrysler nach - gleich mit vier Elektroautos. 2009 erscheint der Peapod im Smart-Format. Außerdem: ein Konkurrent für den Tesla Roadster.

Die Verkaufszahlen der amerikanischen Autobauer sind im Sinkflug - jetzt hoffen sie auf den elektrischen Fallschirm. Die Neuvorstellung des Chevrolet Volt wirkte wie ein Befreiungsschlag in einer Branche, die nicht weiß, wie sie ihre zuviel produzierten Geländewagen und Pickups noch an den Mann bringen könnte. 2010 soll die Elektro-Limousine Volt mit dem Chevy-Logo am Grill in den USA eingeführt werden, ein Jahr später unter dem Opel-Blitz auch in Europa. Konkurrent Chrysler arbeitet ebenfalls schon lange am Elektroauto. Doch der Volt hat den Erzrivalen mächtig unter Druck gesetzt.

Fast übereilt wirkte jetzt denn auch die Präsentation von vier Elektroautos am Chrysler-Hauptquartier in Auburn Hills im US-Bundesstaat Michigan. Im Gegensatz zum völlig neu gestylten Volt tragen zwei von Chryslers Prototypen die Hüllen bekannter Serienfahrzeuge – die des Jeep Wrangler Unlimited und des Chrysler Grand Voyager.

Beide Fahrzeuge sollen über einen "Range Extender" verfügen, also einen kleinen Verbrennungsmotor, der wie beim Volt als Generator während der Fahrt die Batterien auflädt. Über Nacht sollen die Plug-In-Elektrofahrzeug an einer normalen Haushaltssteckdose hängen und mit dieser Ladung 65 Kilometer fahren können, ohne dass der Range Extender einspringen muss.

Genug Strom für vier Personen?

Der Jeep EV verfüge über einen 200 Kilowatt starken Elektromotor mit einem Drehmoment von 400 Newtonmetern, heißt es in einer Chrysler-Pressemitteilung. Mit Range Extender habe der Wagen eine Reichweite von rund 640 Kilometern. Zehn Prozent davon könne der Jeep mit einer voll aufgeladenen Batterie ohne Range Extender rein elektrisch zurücklegen.

"Wir forschen außerdem an einem elektrischen Allradantrieb mit Radnabenmotoren", sagt Lou Rhodes, Chef der Elektro-Entwicklungsabteilung bei Chrysler.

Der Chrysler EV auf Basis des Grand Voyager (in den USA heißt der Minivan Town & Country) soll über die gleiche Reichweite wie der Jeep verfügen, mit seinem 190 Kilowatt starken Elektromotor in rund neun Sekunden von 0 auf 100 km/h beschleunigen und ein vollwertiges Familienfahrzeug mit sieben Sitzplätzen werden.

Ein dritter Prototyp, der Dodge EV, basiert laut Informationen des Fernsehsenders CNN auf der Plattform des Lotus Europa und soll als zweisitziger Sportwagen wohl vor allem den Tesla Roadster aufs Korn nehmen. Genau wie der teure Supersportwagen hat der Dodge EV keinen Range Extender. Die Reichweite hängt also allein von der Kapazität der Batterien ab. Der 200 Kilowatt starke Elektromotor soll den Dodge-Flitzer mit einem Drehmoment von 650 Newtonmetern in weniger als fünf Sekunden von 0 auf 100 km/h beschleunigen, heißt es bei Chrysler. Der Wagen erreiche rund 200 km/h.

2009 kommt ein Mini-Stromer

Einer der drei Prototypen werde 2010 auf dem nordamerikanischen Markt und danach auch in Europa in Serie gehen, verspricht der Autohersteller. Welches Fahrzeug zur Serienreife entwickelt werde, sei noch nicht entschieden.

Auf der Detroit Motor Show im Januar hatte Chrysler bereits drei Elektroauto-Designstudien präsentiert – einen zweisitzigen Offroader, einen Minivan und einen Sportwagen. Dass der elektrische Antriebsstrang jetzt in bekannten Serienfahrzeugen verbaut wurde, verdeutlicht den Zeitdruck, dem sich Chrysler in Sachen Elektroauto offenbar ausgesetzt sieht.

Schon für 2009 hat Chrysler außerdem ein kleines viersitziges Elektromobil namens GEM Peapod angekündigt. Das "elektrische Fahrzeug für die Nachbarschaft" ist 2,9 Meter lang, 1,45 Meter breit und 1,78 Meter hoch. Ein 12 PS starker Elektromotor soll den Peapod auf 40 km/h beschleunigen. Die Reichweite soll knapp 50 Kilometer betragen, die Ladezeit an der Steckdose satte 6 bis 8 acht Stunden.

Das Fahrzeug wurde zusammen mit dem Chrysler-Tochterunternehmen Global Electric Motorcars (GEM) entwickelt. GEM habe in den vergangenen zehn Jahren bereits 38.000 Elektromobile auf die Straße gebracht, heißt es bei Chrysler. Dabei handelt es sich zum Beispiel um kleine Nutzfahrzeuge, die von Gärtnern in Parks und Grünanlagen eingesetzt werden.

Auch wenn der Peapod (wörtlich übersetzt: Erbsenhülse) auf den ersten Blick wie ein besserer Golfwagen erscheint, will Chrysler aus dem kleinen Stromer einen modernen Imageträger machen. Erste Pressefotos zeigen ein breites Spektrum an Lackierungen. Im Armaturenbrett will Chrysler eine Schnittstelle für den iPod integrieren, Entwürfe des Cockpits zeigen außerdem die Halterung für ein iPhone.

Sebastian Viehmann / pressinform / PRESSINFORM

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Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.