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Ende der Abwrackprämie: Das Rabatt-Fieber bleibt

Die Ära der Abwrackprämie ist vorbei, trotzdem werden die Wagen für den Kunden nicht teurer, sondern billiger, prognostiziert Autoexperte Ferdinand Dudenhöffer - vor allem größere Wagen.

Von Gernot Kramper

Dank der Prämie konnte der Autohandel im Krisenjahr 2009 mächtig zulegen, doch was kommt nun? Die Aussichten für Handel und Industrie sehen düster aus. Doch was kommt auf den Kunden zu? Muss er sich nach dem großen Schlussverkauf wieder auf einen traditionellen Automarkt einstellen? Einen Markt, in dem Listenpreise aus Granit gefügt sind, bestellte Autos nach einem halben Jahr geliefert werden und gesuchte Jahreswagen von Werksangehörigen teurer als der Listenpreis verkauft werden konnten? Sicher nicht, auch in Zukunft wird der Kunde die Preise bestimmen.

Denn die Abwrackprämie hat der Industrie nur eine Atempause verschafft, aber sie hat nicht die goldenen 60er-Jahre zurückgeholt. Autoexperte Ferdinand Dudenhöffer: "Ich garantiere, dass schon in den nächsten Tagen und Wochen Anzeigen geschaltet werden im Tenor: 'Wir verlängern Ihnen die Abwrackprämie.'"

Mondpreise und Listenpreise

Der vielbejammerte Anstieg der offiziellen Kfz-Preise lässt sich schon seit Jahren nicht im Markt umsetzen. Ein Großteil der Neuwagen wird von Firmenkunden zugelassen. Die Manager der großen Fahrzeugflotten haben sich nie vom Listenpreis beeindrucken lassen und verlangen massive Rabatte. Das Gros der Privatkunden weicht auf Tageszulassungen, Halbjahreswagen, Jahreswagen und Leasingrückläufer aus – der Preisverfall dieser "jungen Gebrauchten" gegenüber der Liste ist enorm. Mit der Abwrackprämie wurde nun der klassische Neuwagen von einer nie da gewesen Rabattwelle überrollt. Einerseits ist der Preisverfall für die Kalkulation von Händlern und Herstellern eine Katastrophe. Richtig ist aber auch, dass in Europa und besonders in Deutschland am Auto immer sehr gut verdient wurde. "Der angeschlagene Mythos Listenpreis wurde jedenfalls endgültig zerstört", sagt Ferdinand Dudenhöffer. Den Kunden auf Entzug zu setzen, wird nicht möglich sein. Ernsthaft probieren wird es auch niemand.

Billigautos dauerhaft attraktiv

Zunächst wird der Nachfrageschub durch die Staatssubventionen noch bis Dezember vorhalten. Die Prämien sind zwar schon reserviert, die Wagen aber noch gar nicht ausgeliefert, zum Teil nicht einmal gebaut. Danach werden die neuen Wagen dann in den üblichen Puffer der Vertriebskanäle geschleust. "Die Händler haben derzeit kaum unverkaufte Kleinwagen auf dem Hof, sie werden wieder Tageszulassungen und Kurzzulassungen aufbauen, die ab März subventioniert in den Markt gedrückt werden," so Dudenhöffer. Aber schon vorher wird das Rabattrennen weiter gehen. Die Importeure werden ihre Anteile im Markt halten wollen, das geht nur mit Rabatten. Opel, Ford und VW werden dann nachziehen müssen. Autos werden durch die Bank nicht teurer, sondern billiger. In den nächsten Jahren wird es zudem spannende Entwicklungen im Niedrigpreissegment geben. Dacia lebt seit Jahren vor, wie man mit billigen Wagen gute Geschäfte machen kann. Die Abwrackprämie führte nun vor, wie viel Nachfrage im Markt ist, wenn die Wagen nur zwischen 7.500 und 10.000 Euro kosten. Die Lehre: In Europa gib es offenbar doch noch eine massive Nachfrage, aber nicht zu den alten Preisen.

Groß kommt gewaltig

Insgesamt wird 2010 das Jahr der Premiumklasse werden, ein Jahr der Edelkarossen, der Mittelklasse und der SUV. "Der Kleinwagenteich ist leer gefischt. Die Mengen, die dieses Jahr verkauft wurden, machen den Markt dicht", sagt Dudenhöffer. Die zusätzliche Nachfrage durch die Prämie endete abrupt an der Preisschwelle von 20.000 Euro. Mit einem Skoda Octavia Kombi wurde das Ende der Autoträume der Abwracker erreicht. Die teuren Segmente haben daher trotz des Boomjahres 2009 eher einen Nachfragestau. "Die Hauptaufgabe aller Hersteller wird es sein, diese Nachfrage beim Kunden hervorzulocken", sagt Ferdinand Dudenhöffer. Im Premiumsegment geht es dezenter zu bei Chevrolet. Anstatt Nachlassplakate werden fantastisch niedrige Leasingraten angesetzt. Der Kunde, der etwas mehr möchte als ein einfaches Kleinfahrzeug, kann sich im nächsten Jahr auf beste Konditionen freuen. Die 2.500 Euro Staatsgeld sind dann nur die sprichwörtlichen "Peanuts".

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Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.