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Konnektivität für alle- was bringt der E-Call?: Was bringt das Elektro-SOS?

Opel macht aus der Not eine Tugend und führt seinen Konnektivitäts-Dienst OnStar bei allen Modellen ein. Doch diese automobile Gutmenschen-Geste ist nicht ohne Haken und schon gar nicht neu

Opel führt den Konnektivitäts-Dienst OnStar ein. Für Opel-Chef Neumann ist das "revolutionär". Doch der angebliche Umsturz kommt nicht freiwillig. Denn die EU verlangt, dass der elektronische Notruf ab 2018 Pflicht wird. Also machen die Rüsselsheimer aus der Not eine Tugend und verkaufen die Pflicht von Morgen schon heute als Neuheit. Dafür kann OnStar weit mehr als einen Notruf absetzen, selbst das Motorsteuergerät kann damit neu programmiert werden und verhindert kostspielige Rückrufaktionen. Wo wir gerade beim Thema sind: Noch kostet OnStar bei vielen Modellen Aufpreis, die Basisdienste werden erst 2018 kostenlos freigeschaltet.

Konnektivität für alle- was bringt der E-Call?: Was bringt das Elektro-SOS?
So funktioniert Opel OnStar; Der Unfall passiert, der Notruf wird abgesetzt und die Rettungskräfte auf die Reise geschickt

So funktioniert Opel OnStar; Der Unfall passiert, der Notruf wird abgesetzt und die Rettungskräfte auf die Reise geschickt

Automatische Benachrichtigung

Die Idee hinter dem automatischen Notruf ist gut und hilfreich. Sobald es gekracht hat, wird automatisch Hilfe gerufen und im Fall vom OnStar auch die G-Kräfte des Einschlags übertragen. Der Fahrer hat nach einem Unfall die Möglichkeit, per Knopfdruck einen Notruf abzusetzen, wie das per Telefon und 112-Nummer möglich ist. Registriert das System einen Crash und der Fahrer reagiert nicht, werden die Einsatzkräfte automatisch aktiviert. Laut Berechnungen der EU können durch diesen Rettungsgeschwindigkeits-Zeitgewinn rund 2.500 Leben pro Jahr gerettet werden. Die Kosten für die Technik beziffern die Euro-Politiker auf rund 100 Euro pro Fahrzeug. Momentan ist die Technik oft noch Teil teurer Ausstattungspakete.

Opel profitiert von GM

GM hat die schnelle Unfallhilfe schon 1996 installiert. Mittlerweile rollen weltweit über sieben Millionen Autos mit dem OnStar-System über die Straßen der USA und China. Auch andere Hersteller, wie Mercedes-Benz, BMW, Ford oder Peugeot-Citroën nutzen das elektronische System. Mit Erfolg: Bis dato wurden bei den drei PSA-Marken Peugeot, Citroën und DS insgesamt in 1.680 000 Fahrzeugen eCall-Systeme verbaut. Andere Marken, wie Kia planen einen fristgerechte Einführung des Systems.

Gewaltige Anfoderungen

Der europäische Hersteller-Verband ACEA zählt die drei Bedingungen auf, damit das Rettungssystem auch reibungslos funktionieren kann: Alle Fahrzeuge müssen mit der Technik ausgestattet sein, die Notrufe abzusetzen. Die Logistik, die Anrufe zu empfangen und weiterzuleiten muss ebenso vorhanden sein und funktionieren, wie die Netzabdeckung. Wer des Öfteren auf sein Handy schaut, weiß, dass es selbst im angeblich so hochtechnischen Deutschland weiße Flecken auf der Mobilfunk-Landkarte gibt. Wie groß das Technologierad ist, das die Automobilbranche nach dem Willen des Brüsseler Politiker drehen muss, wird deutlich, wenn man sich vor Augen führt, dass nach der Einführung des E-Calls die Bürger von 28 EU-Staaten an 365 Tagen im Jahr rund um die Uhr in der Lage sein sollen, einen Notruf abzusetzen. Alleine in Deutschland sind das rund 30 Millionen pro Jahr, die von der Feuerwehr, dem Roten Kreuz oder der Polizei entgegen genommen werden. Angesichts dieser Zahlen ist es kein Wunder, dass die EU die Einführung des Systems von 2015 auf 2018 verschoben hat. Ob die personelle und technische Infrastruktur dann besser ausschaut, bleibt dahingestellt.

Gefahr von Hackangriffen

Doch das sind nicht die einzigen Probleme, die sich mit der Einführung des gut gemeinten Systems ergeben. Um "unwichtige" Anrufe, die zum Beispiel nur wegen eines verlegten Schlüssels getätigt werden, von vorneherein auszusortieren, soll eine Software helfen. Doch das beantwortet immer noch nicht die Frage, ob ein Automobil-Notruf wichtiger ist, als die herkömmliche 112-Variante. Bei der Daten-Sicherheit wiegelt Karl-Thomas ab: "Das System ist völlig transparent, wenn Sie die Privacy-Taste drücken, werden zum Beispiel keine Ortungsdaten gesendet." Doch der Versuch, in dem sich der ADAC sich in das BMW-System Connected Drive einhacken konnte, zeigt überdeutlich, dass jedes IT-System angreifbar ist. Für Kar-Thomas Neumann hat die Vernetzung des Autos noch einen weiteren positiven Effekt: "Das zeigt, dass wir das Feld nicht kampflos gegen Google und Co. Räumen werden."

Press-Inform
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Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.