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Neuwagen Leasing-Tricks – so günstig ist es, ein Auto nicht zu kaufen

Den Seat Arona kann man derzeit ab 89 Euro im Monat leasen - hinzu kommen nur die Überführungskosten.
Den Seat Arona kann man derzeit ab 89 Euro im Monat leasen - hinzu kommen nur die Überführungskosten.
© Seat / PR
Mit Leasing kann man sehr günstig neue Autos fahren, aber die Angebote sind nur schwer zu vergleichen. Wie erklären, worauf sie achten müssen.

Leasing lohnt sich schon lange auch für Privatfahrer – vor allem dann, wenn sie gern ein neues Auto fahren und das Modell häufiger wechseln wollen. Doch für den Kunden ist der Markt schwer zu durchschauen. Die Reklamebotschaften von Händlern und Herstellern helfen nicht weiter. Sie werben mit einer plakativ niedrigen monatlichen Rate, die aber häufig nur einen Teil der Gesamtkosten ausmacht.

Eine gute Orientierung bietet der Leasingfaktor, er teilt die Gesamtkosten des Autos auf die Monate auf und setzt sie in Beziehung zum Listenpreis des Autos.

"Einfach gesagt gibt der Leasingfaktor Auskunft darüber, wie viel Auto man für sein Geld bekommt", sagt Lukas Steinhilber, Mitgründer und Geschäftsführer des Leasingportals Vehiculum.de. "Grundsätzlich kann man sagen: je niedriger der Leasingfaktor, desto besser das Angebot."

Berechnet wird der Faktor, indem man die monatliche Rate durch den Listenpreis des Fahrzeugs teilt und das Ergebnis mit 100 multipliziert. Aber Vorsicht, dabei muss man darauf achten, dass sämtliche Faktoren, die für die Rate relevant sind, bei den Angeboten gleich sind. Diese Faktoren sind die Laufzeit und Laufleistung des Angebots, der Listenpreis des Fahrzeugs, sowie eventuelle Sonderzahlungen am Anfang oder Ende des Vertrags. Nur wenn diese Eigenschaften bei den zu vergleichenden Angeboten identisch sind, kann man sie mit dem Leasingfaktor vergleichen.

Billig ein neues Auto fahren

Dazu muss man weitere Faktoren bedenken: Die niedrigsten Werte erhält man, bei Fahrzeugen bei denen es Absatzschwierigkeiten gibt oder bei Autos am Ende des Lebenszyklus, bei denen bereits ein besserer Nachfolger angekündigt ist. Ein besonders gesuchtes Modell wird stets teurer sein. Denken Sie auch daran: Der Einstiegspreis ist immer ein Einstiegspreis. Einen VW Golf kann man für unter 20.000 Euro bekommen, es ist aber auch kein Problem, 40.000 Euro auszugeben. Im gleichen Maße, wie sich die Listenpreise bewegen, schwanken auch die Leasingraten. Auch eine korrekt und fair angebende Monatsrate gilt nur für das beworbene Fahrzeug – Extras werden teurer.

Dennoch ist die Bandbreite des Preisindikators Leasingfaktor erstaunlich. "Der Faktor variiert von Hersteller zu Hersteller. Bei manchen gibt es kaum ein Angebot unter 1,0, während andere teils sogar Angebote mit einem Leasingfaktor von 0,2 anbieten. Die allermeisten Angebote gängiger Marken liegen aber bei einem Leasingfaktor zwischen 0,8 und 1,2." Wer günstig einen neuen Wagen sucht, kann bei einem Leasingfaktor unter 0,5 kaum etwas falsch machen, auch wenn man dann nicht seinen Wunschwagen bekommt. Derzeit wird bei Vehiculum ein Seat Ibiza für 69 Euro im Monat angeboten, der SUV Seat Arona kostet nur 89 Euro. "Bei diesen attraktiven Angeboten sind die Menschen natürlich etwas abschlussfreudiger als sonst, da sie sich im Zweifel aufgrund der niedrigen Kosten spontan für ein Auto entscheiden," sagt Steinhilber.

Öfter mal was Neues

Wer ein Fahrzeug komplett selbst konfigurieren will, muss mit einem Aufschlag rechnen. Günstiger sind häufig vorkonfigurierte Fahrzeuge, bei denen man gar nichts ändern kann oder die Wahl von "Extras" stark eingeschränkt sind. Für Kunden, die keine speziellen Autoliebhaber mit besonderen Vorlieben sind, sind diese Angebote attraktiv. Echte Sonderwünsche kosten zweimal. Beim Leasing sind zwei Werte entscheidend. Das eine ist der Listenpreis bei Bestellung, der andere der sogenannte "Restwert". Der Restwert wird bestimmt vom Zustand des Fahrzeuges – aber auch von seiner Attraktivität am Markt. Standardausführungen, -farben und -motorisierungen verkaufen sich später besser als ausgefallene Sonderwünsche.

Bei vielen geht es aber nicht darum, nur zu sparen, sondern eher darum, regelmäßig ein neues attraktives Auto zu fahren. "Insgesamt haben wir einen hohen Anteil an Stammkunden und solchen, die sich schnell und einfach ein Auto beschaffen möchten, ohne dafür bei verschiedenen Händlern vorstellig werden zu müssen. Für diese Kunden spielt der Preis nur eine untergeordnete Rolle, da es ihnen hauptsächlich um den Komfort bei der Beschaffung ihres nächsten Autos geht."

Angst vor der Rückgabe

Wer regelmäßig das Modell wechseln will, kommt um das Leasing kaum herum. Der Fahrzeugwechsel im Rhythmus von einem oder zwei Jahren ist beim Kauf neuer Autos einfach unbezahlbar. Doch viele Kunden fürchten Probleme bei der Rückgabe des Fahrzeugs. Die Rechtsprechung hat die Rechte der Kunde enorm gestärkt. Wer ein Kilometer-Leasing abschließt und den Wagen pfleglich behandelt, muss keine Probleme befürchten.

"Da gibt es keine Zaubertricks. Im Endeffekt ist es so wie bei allen anderen Gegenständen auch: Leihe ich mir etwas aus, muss ich es im ordentlichen Zustand wieder zurückgeben." Gängige Gebrauchsspuren sind in der monatlichen Rate abgegolten. Schäden, die darüber hinausgehen, müssen behoben werden. Der Tipp des Experten. "Wer wirklich auf Nummer sichergehen möchte, wird einfach vor der Rückgabe des Fahrzeugs bei einem unabhängigen Gutachter vorstellig. Der benennt dann alle Schäden, die der Hersteller bei der Rückgabe offiziell monieren kann. Bei uns wird die Rückgabe allerdings sowieso von Gutachtern abgenommen, sodass man sich das zusätzliche Gutachten sparen kann." Vor der Rückgabe sollte man das Fahrzeug allerdings professionell aufarbeiten lassen. Die Kosten betragen etwa 200 Euro.

Alternative Antriebe

Hybride- und Elektrofahrzeuge sind für das Leasing besonders interessant. Der rasante technische Fortschritt und der Preisverfall bei den Akkuzellen führt dazu, dass E-Fahrzeuge schneller von nachfolgenden Modellen deklassiert werden als Verbrenner. "Privatpersonen finden zunehmend Gefallen an alternativen Antrieben, die inzwischen deutlich ausgereifter sind als noch vor ein bis zwei Jahren. Trotzdem ist die Zukunft in diesem Bereich noch ungewiss. Mit Leasing kann ein Elektro- oder Hybridfahrzeug für bestimmte Zeit ausprobieren, ohne sich gleich binden oder später um einen etwaigen Verkauf kümmern zu müssen."

Als Dienstwagen sind alternative Antriebe ohnehin im Kommen. "Vor allem Hybride sind aktuell sehr gefragt, da sie oft für die 0,5 Prozent Versteuerung freigegeben sind und Geschäftsleute somit ordentlich sparen können." Das heißt, den Dienstwagenfahrer kostet ein Hybride nur die Hälfte eines Verbrenners mit gleichem Listenpreis. Die deutsche Regelung entbehrt nicht der Komik, denn den Steuervorteil streicht man auch ein, wenn der Wagen im Betrieb meist nur von Benzin angetrieben wird.

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