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Automarkt: Verkehrswende: Elektro- und Hybridmodelle hängen den Diesel ab

Auf einem Verkaufsportal für Neuwagen wurden im Oktober erstmals mehr Fahrzeuge mit alternativen Antrieben als Dieselautos geordert. Dabei spielen nicht das Klimagewissen, sondern handfeste finanzielle Vorteile eine entscheidende Rolle.

Zwar wird der E-Golf bald abgelöst, aber VWs Preispolitik verschafft dem Auto einen glänzenden Abgang.

Zwar wird der E-Golf bald abgelöst, aber VWs Preispolitik verschafft dem Auto einen glänzenden Abgang.

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Zu spät, zu langsam, zu unentschlossen – so wurden Autohersteller und Bundesregierung kritisiert, weil Elektro- und Hybridmodelle keinen nennenswerten Marktanteil erreichten. Doch 2019 wurde eine Zeitenwende eingeläutet. Das liegt an der Technik der angebotenen Modelle, aber auch am Portemonnaie. Weil der zu versteuernde Eigenanteil von E-Autos und Hybriden nur die Hälfte dessen ausmacht, was für einen Verbrenner zu bezahlen wäre, gelang den Hybriden der Durchbruch im Dienstwagengeschäft.

Privatkunden ziehen nach 

Aber auch bei Privatkunden ist die Wende nun wohl da. Auf dem Verkaufsportal Carwow können Interessierte ein oder mehrere Fahrzeuge konfigurieren und sich dann Angebote von Händlern zukommen lassen. Der Vorteil für den Kunden: Er muss sich nicht mit den Listenpreisen begnügen, er muss aber auch nicht selbst feilschen und bekommt dennoch einen guten Preis.

Aus den Daten der Plattform geht hervor, dass das Interesse an Elektrofahrzeugen 2019 stark gestiegen ist. Der wirkliche Bremsklotz ist die Verfügbarkeit der Elektroautos – Lieferzeiten von neun Monaten und mehr sind für viele Kunden unzumutbar.

Und trotz dieser weiter bestehenden Engpässe wurden über die Plattform im Oktober erstmals mehr E-Autos und Hybride verkauft als Diesel. Hier treiben finanzielle Vorteile die Entwicklung voran. Derzeit bietet Volkswagen den E-Golf sehr günstig an. Der E-Golf ist ein Auslaufmodell, das vom reinen Elektrofahrzeug ID.3 abgelöst wird.

Großes Interesse

Im Oktober 2018 interessierten sich nur neun bis zehn Prozent der Carwow-Kunden für Stromer und Hybride, ein Jahr später sind es 22 Prozent. Die entsprechenden Dieselwerte sanken von 30 Prozent auf 21 Prozent. Bei den wirklichen Verkäufen sind die Zahlen noch eindrucksvoller. Im Oktober 2018 waren 24 Prozent der über Carwow gekauften Autos Diesel. Elektro- und Hybridautos kamen auf etwa 13 Prozent. Im Oktober 2019 stürzten die Verkäufe von Dieselautos auf 17 Prozent ab, Fahrzeuge mit alternativen Antrieben machten dagegen 26 Prozent aller Verkäufe an. Eine Verdoppelung.

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Diese Entwicklung wird maßgeblich durch den Schlussverkauf des e-Golfs angetrieben. Im Vergleich zum September 2019 wurde der e-Golf einen Monat später achtmal so häufig konfiguriert. Hier kommen mehrere Faktoren zusammen. VW hat den Listenpreis beim e-Golf gesenkt, dazu gibt es weitere Prämien, die den e-Golf so anziehend machen. Der Listenpreis wurde immerhin um 4000 Euro abgesenkt. Er betrug 35.900 Euro, jetzt sind es 31.900 Euro. Gleichzeitig sind nun im Best-Case-Szenario Nachlässe und Prämien in Höhe von 12.290 drin, vorher waren es maximal 7250 Euro. Einem Einstiegspreis für den e-Golf von knapp unter 20.000 Euro können viele offenbar nicht widerstehen.

Die Verkaufsaktion von VW bestätigt ein Gesetz, das man in anderen Ländern schon lange beobachten kann: Die Sorge um Umwelt und Klima initiiert das Interesse an einem Elektrofahrzeug, für eine starke Nachfrage sorgen aber erst knallharte finanzielle Vorteile.

Quelle: Carwow zu Prämien und Nachlässen

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