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Leasing von Autos: Günstig leasen, ohne draufzuzahlen

Leasing lohnt sich nicht für Privatleute, wird häufig gesagt. Das stimmt so nicht. Ein Auto zu leasen, kann eine clevere Alternative sein, denn in manchen Leasingangeboten sind große Rabatte versteckt.

Von Gernot Kramper

In vielen Fällen kann Leasing eine günstige Alternative sein.

In vielen Fällen kann Leasing eine günstige Alternative sein.

Leasing lockt viele Interessenten, weil man bereits mit einer kleinen Anzahlung ein neues Auto vom Händler bekommt. Die Reklame hört sich verführerisch an, doch lassen Sie sich nicht von Aussagen wie "199 Euro im Monat" blenden. Entscheidend für die Kosten beim Leasing ist die Kombination von Einmalzahlung und Monatsraten, umgerechnet werden dann aus monatlichen 199 Euro schnell mehr als 400 Euro.

Welche Leasing-Arten sind zu empfehlen?

Für den privaten Kunden ist nur das sogenannte Kilometer-Leasing mit garantiertem Restwert von Interesse. Sie fahren den Wagen typischerweise drei oder vier Jahre lang. Zugleich wird eine Gesamtlaufleistung vereinbart. Fahren Sie weniger, bekommen Sie Geld zurück, fahren Sie mehr, müssen sie nachzahlen. Am Ende der Laufzeit geht der Wagen zurück zum Händler. Wer neue Wagen nur ein paar Jahre lang fahren möchte, hat zwar immer das neueste Modell, muss aber auch tief in die Tasche greifen. In den ersten Jahren ist der Wertverlust besonders hoch, egal ob Sie den Wagen kaufen oder leasen.

Welche Fahrzeuge kann man leasen?

Geleast werden Fahrzeuge aller Hersteller. Meist sind es Neufahrzeuge und junge Gebrauchte, aber auch drei Jahre alter Leasingrückläufer werden wieder verleast. Für ältere Gebrauchtwagen wird Leasing selten angeboten. Das Leasing von Oldtimern und Youngtimern ist ein Sonderfall, der Eigenheiten des deutschen Steuerrechts geschickt nutzt. Neufahrzeuge können frei konfiguriert werden. Achten Sie aber darauf, dass eine Preisangabe meist nur das nackte Basismodell umfasst. Innerhalb einer Baureihe gibt es Preisunterschiede von über hundert Prozent. Einfacher ist die Kalkulation bei einem bereits existierenden Fahrzeug - hier gilt der ausgewiesene Preis für genau diesen Wagen.

Kreditwürdigkeit ist Voraussetzung

Viele Kunden denken, Leasing habe nichts mit Krediten und Schulden zu tun. Das ist falsch. Im Kern ist Leasing ein Finanzgeschäft. Wenn Sie nicht kreditwürdig sind, bekommen Sie auch keinen Leasingvertrag für ein Auto. Ein eigenes pfändungsfreies Einkommen oder das eines Bürgen ist Voraussetzung. Ohne positive Auskunft der Schufa wird kein Vertrag abgeschlossen. Bei Banken gelten Leasingverträge als Verschuldung. Ein Leasingvertrag für einen BMW mit einem Listenpreis von 45.000 Euro belastet Ihre Kreditwürdigkeit genau so wie ein normaler Kredit.

Dennoch kann man auch mit niedrigeren Einkommen beim Leasing ein Schnäppchen machen. Denn alle Kunden bekommen den beworbenen Billigzins. Bei einem normalen Bankkredit müssen Kunden mit kleinem Gehalt mit deutlichen Aufschlägen rechnen. Wenn der kleinste Zinssatz 3,5  Prozent beträgt, werden für Geringverdiener durchaus 6 Prozent berechnet.

Was sind Leasingschnäppchen?

Leasing wird durch zwei Faktoren attraktiv: Niedrigzinsen und hohe Restwertkalkulationen. Wenn Sie Ihr Fahrzeug finanzieren müssen, bedeuten Zinsen von 1,9 Prozent gegenüber einem normalen Zinssatz von 6,5 Prozent einen enormen Vorteil. Autohersteller arbeiten zudem mit versteckten Rabatten. Beim Leasing wird dann ein unrealistisch hoher Wert für den Wert des Wagens beim Verkauf nach dem Leasing angesetzt. So verliert der Wagen zumindest auf dem Papier zwischen Beginn und Ende des Vertrages nur wenig an Wert. Entsprechend niedrig fallen die Raten aus. Dass dieser Preis nicht zu erzielen ist, muss Sie als Kunde beim Kilometerleasing nicht belasten. Vor allem prestigebewusste Premiummarken wählen lieber diesen Weg, als Sonderangebotsschilder an ihre Wagen zu heften.

Probleme beim Leasing

Der Leasingwagen gehört nicht Ihnen, sondern einer Bank bzw. einer Leasinggesellschaft. Ihre Nutzung ist daher beschränkt. Sie können das Fahrzeug nicht beleihen oder verpfänden. Veränderungen und Umbauten sind meist nicht möglich.

Ein Leasingnehmer sollte nicht die billigste Versicherung wählen. Eine Vollkaskoversicherung muss alle Kosten aus dem Leasingvertrag bei einem Totalschaden übernehmen. Denken Sie daran, dass Sie verpflichtet sind, den Wagen ausschließlich zu Vertragswerkstätten zu bringen.

Bei der Rückgabe des Autos wird eine normale Abnutzung akzeptiert. "Normal" sind zum Beispiel abgefahrene Reifen, Spuren auf den Pedalen oder Verschleiß durch Reibung auf den Sitzen. Darüber hinausgehende Beschädigungen wie Lackkratzer oder kleine Dellen durch herabfallende Kastanien müssen Sie auf eigene Kosten reparieren lassen. Beim Ende des Vertrages ist daher Stress programmiert. Eine Nachzahlung sollten Sie einkalkulieren, denn ein paar Kleinigkeiten finden sich immer.

Fazit

Leasing ist für Privatpersonen interessant, die regelmäßig neue Wagen anschaffen und keine Probleme beim Weiterverkauf haben wollen. Rabatte in den Konditionen kann Leasing für jedermann interessant machen, weil man ohne Eigenkapital günstig einen neuen Wagen fahren kann. Ein Kauf lohnt sich eher, wenn der Wagen eine lange Zeit gefahren werden soll. Hat man das Geld für den Wagen auf dem Konto, lassen sich beim Kauf meist bessere Konditionen heraushandeln.

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Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.
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