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Qualitätsmängel bei Tesla: Consumer Report warnt vor dem Tesla Model X

Mit dem Tesla-SUV gibt es eine Menge Ärger. Nun warnt die US-Verbraucherbibel vor einem Kauf des brandneuen Models. Die Kunden stört der Pfusch wenig, sie sind begeistert vor dem anfälligen Technikwunder.


Tesla Model X Die hinteren Flügeltüren sind der Hingucker, sie sind aber auch anfällig.

Die hinteren Flügeltüren sind der Hingucker, sie sind aber auch anfällig.

Der Consumer Report ist in den USA in etwa das, was die Stiftung Warentest für Deutschland ist. Millionen Kunden berücksichtigen bei ihren Käufen, ob ein Produkt vor diesen Institutionen bestehen konnte.  Nun warnte der Consumer Report eindringlich vor den Qualitätsproblemen des Tesla SUV, des Model X. 

Tesla-Kunde Michael Karpf holte zu Beginn des Monats frohgemut den "schnellsten SUV der Welt", so Tesla-Chef Elon Musk, in der Fabrik ab, berichtet der Consumer Report. Die Rückreise in dem 138.000 Dollar teuren Wagen wurde zu einer Tour der Pannen. Eine der sich nach oben öffnenden hinteren "Falcon Wing"-Türen, ließ sich zunächst nicht schließen Dann flatterte die Flügeltür gewaltig, rastete irgendwie doch ein, leider ließ diese Operation eine Delle zurück. Damit war der nagelneue Wagen schon angeschlagen. Bei der Fahrertür ließ sich die Scheibe zunächst nicht runterfahren. Auch hier zuckte die Maschine etwas hin und her, bis die Scheibe eine Chromblende zerquetschte. Der riesige Bildschirm an Bord fror regelmäßig ein. Um diese Probleme beheben zu lassen, musste Karpf zurück in die Fabrik und in ein Servicenter. Immerhin wurden die Reparaturen dort schnell und fachkundig durchgeführt. 

Das waren Probleme, die auf schlechte Montage zurückzuführen sind. Eine echte Qualitäts- und Funktionskontrolle scheint es vor der Auslieferung nicht zu geben, sonst hätte man diese Fehler schon im Werk entdeckt. Für einen Wagen der absoluten Oberklasse ist das zumindest ungewöhnlich. 

Eine Menge Probleme beim neuen Tesla

Nebenbei plagten Karpf die üblichen bauartbedingten Probleme des  Model X. Die geschwungene Scheibe führte zu starken Über-Blendungen, so dass Lichtquellen wie Scheinwerfer doppelt erscheinen. Ein sehr ermüdender Effekt auf längeren Strecken. Auch mit dem Autopiloten war Karpf nicht zufrieden. Als der Standstreifen endete, geriet das System so durcheinander, dass Karpf schnell eingreifen mussten. Wenig Freude machte auch die Heizung. Sie hat nicht genug Energie, um den Wagen wirklich warm zu halten. 

Rentner Karpf hatte wenig Glück mit seinem Auto, und auch die Tesla-Foren quellen über mit Beschwerden. Türen, die nicht schließen. Innenverkleidungen, die nicht passen. Ungleichmäßigkeiten im Lack. Nicht funktionierende Sitze in der zweiten Reihe. Und Probleme mit der Klimaanlage. Die Liste ist schier endlos. Auch wenn die Klagen über den Model X extrem erscheinen, weist der Consumer Report darauf hin, dass auch andere Autos zu Beginn der Produktion mit Qualitätsmängeln zu kämpfen haben. Vor allem wenn es sich um eine komplexe Neukonstruktion handelt.

Bedenkliche Qualität bei Tesla

Allerdings glänzt auch das Model S von Tesla nicht durch Zuverlässigkeit. Der Consumer Report wertet es als schlechter als der Durchschnitt und dabei liegt es knapp an der Grenze zur Note "sehr viel schlechter als der Durchschnitt". Das Qualitätsniveau wird allerdings durch die kulanten und schnellen Reparaturen  ausgeglichen. Und von der Mentalität der Kunden. Tesla-X-Käufer Karpf ist ein echter Tesla-Fan. Er musste zugeben, dass er diese Macken bei einem Lexus oder Mercedes Benz nicht akzeptiert hätte. Zum seinem Tesla sagt er allerdings . "Das Ding ist wunderbar. Ich bin total begeistert von dem Wagen."

Tesla profitiert von dieser Mentalität. Aber dennoch wird sich bis zum Start des Model 3 viel ändern müssen. Bei einem Wagen der Mittelklasse wären die teuren Nachbesserungen einfach unbezahlbar. Außerdem richtet sich das Model 3 nicht an ausgeprochene Fans, es ist als Alternative zu Limousinen der Mittelklasse gedacht. Das Model 3 wird sich an Fertigungsqualität und Verlässlichkeit der Konkurrenz messen lassen müssen.


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