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Rekord bei KfZ-Rabatten: 2012 gehen die Autopreise auf Talfahrt

Die Kunden lachen, Autohändler und Hersteller weinen. Noch nie gab es so hohe Rabatte beim Autokauf, über alle Wagenklassen und Marken verteilt. Und die Talsohle ist noch nicht erreicht.

Von Gernot Kramper

Die gute Nachricht kommt zum guten Schluss: Aus Sicht des Käufers wird 2012 ein gutes Autojahr, er wird sich über Preisnachlässe und Rabatte wie noch nie freuen können. Bereits jetzt hat das CAR-Institut der Universität Duisburg einen Höchststand bei den Autorabatten festgestellt. Und ein Ende der Rabbatitis ist nicht in Sicht, die Schnäppchenaktionen werden auch in den nächsten Monaten fortgeführt. CAR-Direktor Ferdinand Dudenhöffer sieht eine allgemeine Schwäche des Marktes dahinter: "Die Käufer sind nur noch bei größeren Zugeständnissen zum Autokauf bereit." Im Autohandel sei nun die Verunsicherung aufgrund der Euro-Krise wahrzunehmen.

Am heftigsten tobt die Rabattschlacht zwischen den Kleinwagen. Spitzenreiter bei den Preisnachlässen ist der alte Fiat Panda. Der größere und komfortablere Nachfolger steht in den Startlöchern, da gibt es für den Vorgänger Abschläge von über 30 Prozent.

Das Problem von Auslaufmodellen stellt sich auch den Premiumanbietern. In der Vergangenheit konnten sie diese Fahrzeuge meist mit einer Last-Edition-Ausgabe an den Mann bringen. Dann gab es eine attraktive Finanzierung und eine Wundertüte mit verbilligter Sonderausstattung. Heute reicht das nicht mehr. Den BMW 3er gibt es zum beinahe schon sensationellen "1-Prozent-Leasing", das entspricht einem Rabatt von dreißig Prozent. Das Angebot ist deshalb besonders attraktiv, weil es nicht auf wenige ausgesuchte Sondermodelle begrenzt ist. Schnäppchenjäger bei deutschen Herstellern können sich sowieso besonders auf das neue Jahr freuen, denn dann werden die Verkaufsschlager VW Golf und Audi A3 ersetzt - Billigangebote aus der Restproduktion sind dann sicher zu erwarten. Nur Mercedes kann es sich bisher leisten, auf größere Rabatte bei der B-Klasse zu verzichten, obwohl ebenfalls ein Modellwechsel bevorsteht.

Ganze Marken leiden unter dem Preisverfall

Besonders günstige Modelle gibt es auch von Fiat und Citroën. Zu den Spitzenreitern gehört der Berlingo. Bei über 30 Prozent Rabatt kann man über die Schwächen des Familientransporters, was die Zuverlässigkeit im Alter angeht, hinwegsehen. Einen guten Ruf als günstiger "Volkswagen made in Tschechien" genießt Skoda. Die Modelle Roomster, Fabia und Oktavia werden von Internetvermittlern mit Rabatten zwischen 25 und 29 Prozent angeboten. Bei der Volkswagentochter Seat läuft das Programm "Geburtstagsprämie" weiter – hier gibt es einen Rabatt zwischen 2500 und 5000 bei jedem Fahrzeug Euro. Vorteil: Die "Geburtstagsprämie" ist nicht an spezielle Ausstattungen gebunden. Opel lockt Kunden mit einem "150 Jahre Opel"-Paket und sehr günstigen Finanzierungen.

Tageszulassungen sind besonders attraktiv

Attraktive Schnäppchen findet der Kunde allerdings nicht nur bei den bundesweiten Verkaufsaktionen der Hersteller, sondern auch direkt beim Händler. Mehr als ein Viertel aller Fahrzeuge (28,4 Prozent) werden inszwischen direkt durch die Hersteller oder ihre Vertragshändler zugelassen. Spitzenreiter war Opel mit einer Quote von 43,2 Prozent. Aber auch Audi, VW und Ford lassen über 30 Prozent ihrer Neuwagen auf eigene Rechnung zu. Diese Fahrzeuge werden dann relativ schnell wieder als Tageszulassungen oder junge Gebrauchte mit großen Preisabschlägen weiter verkauft. Auf dem Hof stehen Modellen mit den gängigen Motoren und einer vernünftigen Ausstattung. Autoliebhaber, die sich stundenlang in der Extraliste vertiefen können, und PS-Freaks werden nicht ihr Wunschmodell finden, aber wer für sein Geld möglichst viel Auto bekommen möchte, wird 2012 einfach wie selten fündig.

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