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Schadstoffausstoß: Diesel-Rußfilter: Trittin provoziert die Autoindustrie

Im Streit um Rußfilter für Diesel-PKW hat Umweltminister Trittin mit scharfen Vorwürfen gegen die Autoindustrie für eine Verschärfung des Tonfalls gesorgt.

Mit betont scharfer Kritik an der deutschen Automobilindustrie hat Bundesumweltminister Jürgen Trittin den Streit um Rußfilter für Autos mit Dieselmotoren angeheizt. "Als deutscher Umweltminister muss ich natürlich besorgt sein, wenn die deutsche Industrie ignorant eine neue Technik verschläft", sagte Trittin (Bündnis 90/Die Grünen) der "Financial Times Deutschland". Den Autoherstellern warf er zudem "kartellartige Verabredungen" vor, um die Markteinführung des Filters zu blockieren.

"Lassen und nicht in die Blockiererecke stellen"

Der Präsident des Verbands der Automobilindustrie (VDA), Bernd Gottschalk, konterte und hielt Trittin vor, er lasse "schlicht jede Nachhaltigkeit und Zuverlässigkeit der Politik vermissen, die für langfristige Investitionen nötig ist". Die für 2005 vorgeschriebenen Grenzwerte der Euronorm IV würden ohne Filter mit innermotorischen Lösungen erreicht. Zudem würden die Hersteller "zur richtigen Zeit" Autos mit Filter anbieten. Die Industrie lasse sich nicht "in die Blockiererecke stecken" und als "Gegner der Partikelfilter abstempeln", sagte Gottschalk in Wolfsburg auf einem VDA-Technikkongress, der sich auch mit neuen Treibstoffen befasst.

Pischetsrieder gibt sich kampfeslustig

Der VW-Vorstandsvorsitzende Bernd Pischetsrieder hieb auf der Veranstaltung in dieselbe Kerbe: "Wenn jetzt jemand kommt und sagt, man hätte 1999 ein anderes Gesetz erlassen sollen, dann hat er den Schwarzen Peter und nicht wir." Der VW-Chef hat bereits seit längerem ein angriffslustiges Blitzen in den Augen, sobald von Trittins Vorstößen die Rede ist. "Ich muss mich schwer bremsen, damit ich nicht etwas sage, das zwar stimmen würde, aber sehr unfein wäre", sagte er kürzlich.

Auf Umwegen an Trittin vorbei?

Beim VDA will man es offensichtlich nicht auf eine frontale Konfrontation mit Trittin ankommen lassen. Man habe erst in der vergangenen Woche mit Wirtschaftsminister Wolfgang Clement (SPD) sehr fruchtbare Gespräche geführt. "In Berlin gibt es zudem nicht nur das Umweltministerium, sondern auch das Kanzleramt", verwies Gottschalk auf gute Kontakte zu einer übergeordneten Instanz. Für den VDA betreibe Trittin schlicht eine durchsichtige Klientelpolitik.

Trittin weist auf Gefahren durch Kleinstpartikel hin

Der Minister dagegen verteidigt seine Position mit dem Hinweis auf Gefahren durch die feinen Dieselpartikel für die Gesundheit besonders von Frauen und Kindern. Die Kleinstteilchen stehen im Verdacht, Krebs zu erregen. Trittin schlägt deshalb für 2005 eine Euronorm V vor, die den Einbau von Rußfiltern vorsieht. Flankierend seien steuerliche Anreize für den Einbau denkbar.

Die Franzosen filtern bereits

Einen besonderen Kick erhält die auch von Umweltverbänden angeschobene Diskussion, weil französische Hersteller Diesel-Autos mit Filtern auf dem deutschen Markt anbieten. "Da ist eine perfekte PR-Strategie am Werk", ärgert sich ein Vorstandsmitglied eines namhaften deutschen Herstellers. "In Frankreich selbst haben die noch so gut wie kein Auto mit Filter verkauft." Bei den deutschen Herstellern wird aber über den europäischen Zaun hinausgeschaut.

Der Filter - sowieso nur eine Zwischenlösung?

Neben VW hat auch DaimlerChrysler den für Autos mit Dieselmotor bisher so gut wie nicht existierenden US-Markt im Auge. 2007/2008 könnte es dort strenge Normen für Diesel geben, die ohne Filter erreicht werden müssen. Insofern macht es für Hersteller wie VW durchaus Sinn, den Kunden jetzt selbst 300 bis 400 Euro pro Filter zahlen zu lassen. In einigen Jahren sind die auch wegen verbesserter Kraftstoffe ohne Schwefel so gut wie sicher überflüssig.

Hannes Boekhoff / DPA

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