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Studie: Abwrackprämie tut der Umwelt gut

Eine Studie nimmt Kritikern den Wind aus den Segeln: Die Abwrackprämie hat für die Umwelt mehr Gutes bewirkt, als von vielen zunächst angenommen. So liegt der Spritverbrauch der neu angeschafften unter dem der verschrotteten Fahrzeuge, und auch der CO2-Ausstoß ist gesunken.

Die Abwrackprämie bringt einer Studie zufolge mehr für die Umwelt als von Kritikern vermutet. Nach einer Studie des Instituts für Energie- und Umweltforschung (IFEU) im Auftrag des Bundesumweltministeriums liegen der Spritverbrauch und der CO2-Ausstoß der knapp zwei Millionen geförderten Autos um rund 20 Prozent niedriger als bei den abgewrackten Autos. Bei den klassischen Luftschadstoffen seien es sogar teils bis zu 99 Prozent weniger, teilte das Ministerium am Samstag in Berlin mit. Eine Fortsetzung der Prämie schloss Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) allerdings erneut aus: "Die Umweltprämie wird nicht verlängert", sagte sie dem "Münchner Merkur".

Die Prämie sei richtig gewesen, "um die Nachfrage in Deutschland zu stärken, als der Export total zusammenbrach", sagte Merkel. Die Lage habe sich aber gebessert. Im August gab die Prämie dem deutschen Automarkt laut Kraftfahrt-Bundesamt noch einmal einen kräftigen Schub. Der Bund hatte einen Fördertopf von 5 Milliarden Euro bereitgestellt. Autokäufer, die einen mindestens neun Jahre alten Wagen verschrottet und einen neuen gekauft hatten, erhielten eine Summe von 2500 Euro. Experten warnten, nach dem Auslaufen der Prämie drohten der deutschen Autoindustrie ein Absatzeinbruch und Jobverluste.

Im Durchschnitt lag das Alter der verschrotteten Autos der Studie zufolge bei mehr als 14 Jahren. Der Ersatz durch neue Autos führe zu deutlich geringerem Schadstoffausstoß: Die Neufahrzeuge stoßen demnach im Schnitt 99 Prozent weniger Rußpartikel, 87 Prozent weniger Stickoxide und 74 Prozent weniger Kohlenmonoxid aus. Damit komme die gesamte deutsche Autoflotte auf einen Schlag auf fast ein Zehntel weniger Benzol, 5 Prozent weniger Stickoxide und 4 Prozent weniger Partikel, sagte Umweltminister Sigmar Gabriel (SPD). "Die Behauptung, die Prämie habe der Umwelt nichts gebracht oder ihre Umweltbilanz sei sogar negativ, ist sachlich falsch und durch unsere Studie glatt widerlegt."

Die Neuwagenkäufer sind nach der Studie vielfach auf kleinere Wagen umgestiegen. Rund 85 Prozent der mit der Prämie gekauften Autos gehörten den kleineren Klassen an. "Diejenigen, die befürchtet haben, dass die Prämie zum Kauf von teuren Straßenkreuzern anreizt, haben das Portemonnaie der Menschen über- und ihr Umweltbewusstsein unterschätzt", sagte Gabriel.

Dagegen erneuerte der Verkehrsclub Deutschland (VCD) seine Kritik. "Beim Einsatz von fünf Milliarden Euro hätte für die Umwelt mehr herauskommen müssen", urteilte der VCD im Gespräch mit der "Frankfurter Rundschau".

DPA/AP / AP / DPA

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