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Technik: So funktioniert der Dieselmotor

Der Dieselmotor ist auch als "Selbstzünder" bekannt. Der Grund: Im Gegensatz zum Benzinmotor wird beim Dieseltriebwerk kein Kraftstoff-Luftgemisch eingespritzt.

Der Dieselmotor ist auch als "Selbstzünder" bekannt. Der Grund: Im Gegensatz zum Benzinmotor wird beim Dieseltriebwerk kein Kraftstoff-Luftgemisch eingespritzt. Vielmehr wird reine Luft angesaugt, die im Brennraum so stark komprimiert wird, dass sie sich auf bis zu 700 Grad Celsius erwärmt. Der dann eingespritzte Dieselkraftstoff entzündet sich an der heißen Luft von selbst. Deswegen also die Bezeichnung Selbstzünder. Zündkerzen benötigt der Dieselmotor demnach keine. Dafür befindet sich im Brennraum eine Glühkerze, die beim Kaltstart für die nötige Temperatur sorgt. Früher mussten Dieselfahrer zum Vorglühen eine Gedenkminute einlegen. Inzwischen dauert der Vorgang dank moderner Schnellglühkerzen auch im Winter nur noch wenige Sekunden. Für eine weichere Verbrennung bleibt die Glühkerze bei manchen Motoren noch einige Zeit nach dem Start in Betrieb.

Trotz dieser Unterschiede ähneln sich Otto- und Dieselmotor durch das Viertaktprinzip:

1. Takt - Luft ansaugen

Durch das geöffnete Einlassventil wird Luft angesaugt, in dem sich der Kolben im Zylinder abwärts bewegt

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2. Takt - Luft verdichten

Einlass- und Auslassventile sind geschlossen, der Kolben bewegt sich nach oben und komprimiert die eingeschlossene Luft.

3. Takt - Zündung

Der eingespritzte Kraftstoff explodiert sofort. Dabei erwärmt sich das Gas enorm und dehnt sich aus. Diese Kraft drückt den Kolben nach unten während sich das Auslassventil öffnet. Für die Zündung des fein zerstäubten Diesel reichen 350 Grad Celsius.

4. Takt - Abgase ausstoßen

Der Kolben bewegt sich nach oben und drückt die Abgase durch das geöffnete Auslassventil aus dem Brennraum. Die Taktreihenfolge beginnt von vorne.

Maßgeblich für den Verbrauch eines Motors ist der Wirkungsgrad. Darunter versteht man das Verhältnis von abgeführter mechanischer Energie zu der durch den Kraftstoff zugeführten Energie. Diese chemische Energie des Kraftstoffs taucht nach der Verbrennung an anderer Stelle auf: Bewegungsenergie, Reibung, Abgase und Kühlung. Durch die hohen Verbrennungstemperaturen ist der Wirkungsgrad des Dieselmotors gegenüber einem Benzintriebwerk günstiger. Dennoch nutzt auch der Selbstzünder nur ca. 33 bis 45 Prozent der beim Tanken bezahlten Energie. Um die 60 Prozent verpuffen als Wärme, die an die Umwelt abgegeben wird.

Holger Schilp, planbar
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