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T. Ammann: Mobile Zeiten: Darum sollten die Konzerne uns für unsere Daten bezahlen

Es ist an der Zeit, dass die Konzerne uns entlohnen für das, was wir für sie produzieren: Die Daten, mit denen sie Milliarden scheffeln, findet Thomas Ammann.

stern-Stimme Thomas Ammann Agenden auf dem Datenhighway

Computerbildschirme stehen im VW-Werk an der Montagelinie für den e-Golf

DPA

Volkswagen hat jetzt angekündigt, dass jeder VW-Kunde künftig eine individuelle Kennung erhalten soll, eine Kunden-ID, wie sie beispielsweise Apple und andere Internertkonzerne schon seit Längerem vergeben. Der Konzern will sein bisheriges Kerngeschäft um digitale Dienste wie Carsharing, Lade- und Abrechnungsdienste für E-Autos sowie E-Commerce-Angebote erweitern. Außerdem könnten Autos via Mobilfunk mit Updates oder auch mit Upgrades versorgt werden. Volkswagen wird digital.

Volkswagen gegen Apple, Mercedes gegen Google: Aus Autoherstellern werden Internetkonzerne, oder umgekehrt - wie das Rennen ausgeht, ist noch nicht ausgemacht. Wir sollten uns nicht täuschen lassen: Hier fährt die Zukunft. Bei diesem Wettrennen geht es einmal nicht um PS und Höchstgeschwindigkeiten, diesmal geht es um das Wertvollste, was wir den Herstellern liefern können: Die Daten, die wir im Straßenverkehr unablässig produzieren, und die moderne Autos mit all ihren Sensoren präzise aufzeichnen. Das sind Bewegungsprofile, sämtliche technische Daten rund ums Auto, Wettermeldungen, Stauwarnungen, und noch vieles mehr, von dem wir heute vielleicht noch nicht einmal eine Vorstellung haben.

Missbrauch? Ausgeschlossen, versichern die Vorstandschefs

Richtig interessant wird es für die Konzerne, wenn das Auto wie von Geisterhand gesteuert wird, und wir selbst beim Fahren ständig surfen, mailen oder posten. Damit ist nicht nur klar, wohin wir fahren, sondern auch noch, womit wir uns dabei beschäftigen. "Vergesst Big Brother – Google ist besser!", warnte Springer-Vorstandschef Mathias Döpfner schon vor einigen Jahren. Das ist ein Milliardenschatz, der da weltweit geschaffen wird, auf den die Konzerne alle scharf sind - in der Internet- wie in der Autobranche, aber nicht nur dort.

Missbrauch? Ausgeschlossen, versichern die Vorstandschefs. "Keiner von uns sollte akzeptieren, dass die Regierung oder ein Unternehmen Zugang zu all unseren privaten Informationen hätte", meint Apple-Chef Tim Cook. Sein Unternehmen verkaufe ja ohnehin nur Hardware, an den Kundendaten sei Apple nicht interessiert. Allerdings verdient Apple prächtig an genau jenen Geräten, mit deren Hilfe die Daten überhaupt erst erhoben werden. Ähnlich äußerte sich auch Daimler-Boss Dieter Zetsche: "Mercedes steht für Sicherheit, künftig auch für Datensicherheit.“

Schon jetzt verraten unsere Mobiltelefone, wo wir gefahren sind – und wie schnell

Ist das wirklich so? Schon jetzt verraten unsere Mobiltelefone, wo wir gefahren sind – und wie schnell. Damit verraten sie auch, wo man zu schnell gefahren ist, was die Navigationsapp auf dem Smartphone zu der freundlich-bestimmten Warnung veranlasst: "Achten Sie auf Ihre Geschwindigkeit!" Dass sich das rasch gegen sie wenden kann, mussten die Autofahrer vor einigen Jahren in den Niederlanden lernen. Der holländische Navihersteller TomTom hatte die gesammelten Bewegungsdaten der Autofahrer anonymisiert an die Regierung in Den Haag verkauft, welche sie an die Polizei weiterreichte. Ergebnis: Die Polizei stellte ihre Radarfallen an den Stellen auf, an denen besonders viele TomTom-Nutzer zu schnell gefahren waren – sichere Einnahmequellen. Als sich ein Sturm der Entrüstung erhob, gab sich TomTom-Chef Harold Goddijn arglos: Man habe geglaubt, die Informationen würden für die Verbesserung der Verkehrssicherheit oder der Infrastruktur herangezogen, schrieb er in einer Rundmail an die Kunden. "Diese Art der Nutzung haben wir nicht vorhergesehen", beteuerte Goddijn.

Noch kann die Polizei nicht direkt auf die Daten der Autofahrer zugreifen, aber ein erster Schritt dahin wäre die Einführung einer Blackbox im Auto, die das Fahrverhalten aufzeichnet. Versicherungsgesellschaften werben schon mit Rabatten für Autofahrer, die sich freiwillig der Dauerbespitzelung unterziehen. Die bedingt im Umkehrschluss ein vollständig angepasstes Verhalten im Straßenverkehr – ohne jede Ausnahme. Aus Aufenthaltsorten, Standzeiten, gewählten Routen, Geschwindigkeiten und anderen Parametern ließe sich jedes mögliche Fehlverhalten lückenlos rekonstruieren. Es wäre ein Leichtes, die Daten auch in Echtzeit an die Polizei zu senden, die meisten modernen Autos sind heute ohnehin Smartphones auf Rädern mit Zugang zum mobilen Internet.

Wir geben den Internetgiganten das Wertvollste, das wir besitzen

Damit stellt sich die Frage immer drängender, wem die Daten eigentlich gehören. Ich meine: Die Daten gehören uns – also denjenigen, die sie herstellen. Wenn die Konzerne hier schon das Geschäft der Zukunft wittern, dann stellt sich doch die Frage, was sie bereit sind, uns für die Verwendung unserer Daten zu bezahlen. Bislang schien die Frage eindeutig, besser gesagt einseitig, geklärt: nichts. Das muss sich dringend ändern.

Schon jetzt haben sich die Internetgiganten mit den schicken neuen Geräten und dem geballten Wissen, das diese über uns anhäufen, in die höchsten Sphären der New Economy katapultiertund wurden zu den wertvollsten Unternehmen der Welt. Wir geben ihnen das Wertvollste, das wir besitzen – unsere privatesten Geheimnissen, und sie machen daraus pures Gold. Es ist ein gigantischer Vermögenstransfer, der da stattfindet, gegen den sich die Raubzüge der spanischen Eroberer bescheiden ausnehmen.

Es ist an der Zeit, dass die Konzerne uns bezahlen für das, was wir für sie produzieren. Zum Beispiel, indem sie uns die Geräte kostenlos zur Verfügung stellen, mit denen wir die Daten liefern. Im Gegenzug, meint einer der bekanntesten Silicon-Valley-Kritiker, der Publizist Evgeny Morozov, könnten wir uns damit einverstanden erklären, dass diese Geräte Daten über unsere Gewohnheiten sammeln.

Smarts, VW Up!s oder das Google-Smiley-Car künftig also kostenlos? Das könnte ein fairer Deal unter Geschäftspartnern sein, wenn Transparenz auf beiden Seiten herrscht. Wir Internet-User, sagt Morozov, sollten zu "Datenagenten in eigener Sache" werden. Und vielleicht kommen wir dann zur Erkenntnis, dass man manchmal besser mit Geld bezahlt als mit den eigenen Geheimnissen.

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Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.