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„Project Glass“: Die Datenbrille von Google

Klingt nach Science Fiction: Die smarte Brille von Google blendet Daten aus dem Internet in das Sichtfeld der Gläser ein, um Nutzern die reale Welt mit virtuellen Informationen zu erweitern.

Bald könnte der Traum von der sogenannten "Augmented Reality" ("erweiterte Wirklichkeit") wahr werden. Der Internetkonzern Google arbeitet mit Hochdruck an der Weiterentwicklung seines "Project Glass". Google-Mitgründer Sergey Brin hatte im Mai 2012 in der US-Talkshow "The Gavin Newsom Show" einen Prototyp der smarten Brille vorgestellt.

Doch an den Funktionen der smarten Brille wird weiterhin geschraubt. Google hat nun einen Patentantrag für eine Lasertastatur beim Patentamt der Vereinigten Staaten (USPTO) gestellt. Das von Unwired View entdeckte Patent mit der Nummer 20.130.016.070 beschreibt "Methoden und Systeme für ein virtuelles Eingabegerät".

Ein Laserprojektor könnte demnach in einen der Bügel des Brillengestells integriert werden. Die in dem Patent enthaltenen Grafiken zeigen, wie die Datenbrille per Laser eine virtuelle Tastatur auf die Handfläche projiziert. Über eine Kamera analysiert die Brille dann die Position des tippenden Fingers.

Markteintritt von Google Glass weiterhin unbekannt

Entwickler konnten auf der Googles I/O-Konferenz die Entwicklerversion der Project-Glass-Brille für 1.500 US-Dollar vorbestellen. Im Preis enthalten war die Einladung zu einem "Hackathon". Auf den Veranstaltungen sollen die Entwickler nicht nur die Brille ausprobieren können, sondern gleich vor Ort mit dem Programmieren beginnen. Die Events sollen am 28. und 29. Januar in San Francisco und am 1. und 2. Februar in New York stattfinden, berichtet The Next Web.

Japanische Forscher haben diesbezüglich schon vorgearbeitet und eine Abnehm-App entwickelt. Sie lässt Essen beim Betrachten durch Google Glass größer erscheinen. Dadurch tritt das Sättigungsgefühl beim Brillenträger schneller ein. Ob die teilnehmenden Entwickler ihre vorbestellte Brille direkt mit nach Hause nehmen dürfen, ist noch unklar. Auch, wann die Augmented-Reality-Brille offiziell auf den Markt kommt, bleibt ungewiss.

Die Brille soll jedoch nur der erste Schritt Richtung "Augmented Reality" sein. Forscher arbeiten bereits an einem Nachfolgeprodukt. Nach Angaben von Wired arbeitet der Nanotechnologe Barbak Parviz an einer Kontaktlinse mit eingebauter Elektronik, die ebenfalls wie eine Art Display funktionieren soll. Laut Nick Bilton von der New York Times testet Google aber "dutzende andere Formen und Varianten, von denen einige sogar auf normale Brillen aufgesetzt werden können".

Ein von Google veröffentlichtes Video auf YouTube bietet schon einmal einen Vorgeschmack der Elektronikbrille.

Daniela Späth